Köln, GER – Vorbei, aus, das war’s. Schon wieder ist eine Deutsche Meisterschaft (DM) Geschichte. Während Martina und Michael auf der Olympia-Schießanlage das Licht ausmachen, sind die Medaillen verteilt, die letzten Siegerehrungen durchgeführt und hoffentlich alle Schützen wieder gesund zu Hause angekommen.
Für uns „Amateure“, die wir uns monatelang intensiv über die Landesmeisterschaften qualifiziert haben, tritt das Highlight Nr. 1 des Jahres nun einen Schritt zur Seite. Der Blick ist frei auf Highlight Nr. 2: die Deutsche Meisterschaft im Trap Universal in Schale.
Das Dauerbrenner-Thema: Parkplatznot in München
Wie in jedem Jahr war das Hauptgesprächsthema auf der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück die Parkplatzsituation. Egal wann die erste Runde startet: Wer nach 07:45 Uhr ankommt, hat kaum noch eine Chance auf einen Stellplatz in Fußnähe zum Wurftaubenstand. Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern – und das ist ärgerlich.
Besonders Schützen mit hohen Rottennummern haben ein Problem: Sie müssen früh am Stand sein, harren dann bis zu vier Stunden (je nach Witterung) auf der eiskalten oder brütend heißen Tribüne aus und bestreiten ihre letzte Runde im Halbdunkel. Eigentlich kein Problem, wenn man zwischendurch ins zehn Minuten entfernte Hotel oder kurz nach Hause fahren könnte. Doch das bedeutet: beim Wiedereinfahren erneut Parkgebühren zahlen.
Liebe Verantwortliche des BSSB: Wo liegt das Problem, eine Ticket-Regelung für das Raus- und Reinfahren zu finden? Außerhalb zu parken und den Shuttle zu nutzen, ist für uns keine Option. 250 Schuss Munition und eine Flinte im Koffer wiegen schließlich einiges.
Sportliche Highlights und ein Appell an die Verbände
Sportlich gab es bewährte Kost: Stefan Rüttgeroth hat sich – wie fast jedes Jahr – den DM-Titel in der Klasse Herren 1 nicht nur erkämpft, sondern vielmehr elegant gewonnen. Lieber Stefan, bleib bitte noch ganz lange in der Herren 1. In Herren 4 können wir dich aktuell wirklich nicht gebrauchen!
Apropos Klassen: Wir brauchen in den kommenden Jahren dringend die Klasse Herren 5. Die geburtenstarken Jahrgänge rücken nach, und unsere erfahrenen Schützen verlieren verständlicherweise die Lust, wenn absolut keine Aussicht auf vordere Platzierungen besteht. Daher meine dringende Bitte an die Landesverbände: Schreibt die Klasse Herren 5 bereits auf den Landesmeisterschaften aus! Nur so kann sie in einigen Jahren auch auf der Deutschen Meisterschaft stattfinden. Wir dürfen diese finanzstarken und erfahrenen Schützen nicht verlieren.
Ein weiteres kritisches Thema betrifft den Informationsfluss: Ich wurde mehrfach angesprochen, warum unser gewohnter LM-Ergebnisdienst auf der Homepage diesmal fehlte. Die Antwort ist simpel: Wenn von den Verbänden nichts geliefert wird, können wir auch nichts online stellen. Diese Geheimniskrämerei ist lachhaft, beschämend und passt absolut nicht in unsere Wurfscheibenfamilie.
Das große Familienfest und die K80-Lotterie
Denn genau das ist die DM: ein großes Familienfest. Viele Schützen sieht man leider nur dieses eine Mal im Jahr auf der Tribüne. Umso größer ist die Freude über das Wiedersehen, bevor man sich mit einem herzlichen „Bis nächstes Jahr!“ verabschiedet.
Die traditionelle Verlosung der K80 aus der Lotterie des Freundeskreises Wurfscheibe fand diesmal bereits am Mittwoch vor dem Finale statt. Ziel war es, den engen Zeitplan der DM so wenig wie möglich zu stören. Das hat reibungslos geklappt. Allerdings war der organisatorische Stress für mich unmittelbar vor dem eigenen Wettkampf spürbar zu hoch. Für das nächste Jahr werden wir das wieder entzerren. Ich werde Michael Eck bitten, ein Zeitfenster am Sonntag des olympischen Wochenendes oder am Montag einzuplanen, um die Nacharbeiten entspannter zu gestalten.
Ein großes Danke an die „Hidden Champions“
Ein herzliches Dankeschön gilt Michael Eck und Martina für die hervorragende Organisation. Michaels sprichwörtliche Ruhe ist bemerkenswert – aber Junge, denk an deinen Blutdruck, wir brauchen dich noch! Danke auch an meine Mitstreiter aus dem Freundeskreis für die tatkräftige Hilfe, an alle Sachspenden-Stifter und natürlich an unsere diesjährige Lottofee.
Die Gewinner werden beziehungsweise wurden bereits kontaktiert. Markus konnte seine Munition (gestiftet von Axel Ottens) bereits entgegennehmen; die Gewinne für Jochen und Rico sind auf dem Weg.
Besonders wichtig ist mir ein Blick hinter die Kulissen auf die echten „Hidden Champions“ der DM:
Sylvia Tüllmann (ca. 158 cm geballte Energie): Habt ihr euch je gefragt, wie die Wurfscheiben in die 75 Maschinen im Bunker kommen? Ich dachte immer, das macht das Standpersonal des BSSB. Falsch. Das ist Aufgabe der Kampfrichter. Während gestandene Männer auf anderen Ständen Teilzeithilfe anfordern, schmeißt Sylvia seit Jahren den Bunker im Alleingang.- Das Kampfrichter-Team: Ich durfte während der Lotterie-Vorbereitung im Kampfrichter-Glashaus sitzen und habe mit Beate Heidobler und Thomas König nachgerechnet: Wo wir Sportler im Wettkampf rund 250 Tauben sehen, fliegen an den Kampfrichtern pro DM zwischen 4.000 und 5.000 Scheiben vorbei. Und das bei Wind und Wetter für eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro am Tag (abzüglich Frühstück). Lieber BSSB, lasst diese Helfer doch bitte wenigstens im Innenbereich parken! Sie müssen ohnehin ab 07:00 Uhr vor Ort sein – das würde auch die Parkplatznot der Sportler entlasten. Hinweis am Rande: Auch die Kampfrichter suchen dringend Nachwuchs!
- Ellen Schroeder (DSB): Auf der DSB-Website wird sie sachlich als „Ansprechpartnerin für die DM-Sportschießen“ geführt. Was Ellen organisatorisch leistet, geht weit über das Übliche hinaus. Sie ist ein weiterer unersetzlicher Hidden Champion. Von ihr stammen auch die wunderschönen Bilder des Wurfscheibenstandes im Unwetter – inklusive Regenbogen. Die Liebe zu den Wurfscheibenschützen kann man nicht besser ausdrücken.
Übrigens: Der Regenbogen gilt in vielen Kulturen und Mythen als heilige Brücke, göttliches Zeichen oder schöpferische Kraft zwischen Himmel und Erde. Darum ist der Regenbogen auch nur bei uns zu sehen!
Ein grandioser Endspurt
Fast hätte ich im Schreibfluss jemanden vergessen: Tino Wenzel. Tino hat (neben Karsten Beth) Lose wie ein Weltmeister verkauft. Niemand konnte sich seiner Westfalen-Geduld und Verkaufskraft entziehen – er hat es sogar geschafft, einem eigenen Mitglied ein Los schmackhaft zu machen! Eine starke Leistung.
Merkt euch für das nächste Jahr: Wenn Tino mit den Losen über den Stand wandert, solltet ihr den Fünfzigereuroschein direkt lockermachen. Es gibt kein Entrinnen.
Im Namen des Freundeskreises Wurfscheibe bedanke ich mich bei allen Beteiligten. Es war wieder einmal wunderschön!
Werner Diener
Freundeskreis Wurfscheibe

