Aufholjagd wurde nicht belohnt

Aufholjagd wurde nicht belohnt

20160417-02_WC-Rio_SosaRio de Janeiro, BRA – Beim gestrigen dritten und letzten Wettkampftag der Männer legte Karsten Bindrich nochmal einen furiosen Endspurt hin! Mit 24 und 25 Treffern legte er eine ordentliche Schippe drauf und kam auf 117 Scheiben, die mit ihm noch acht weitere Schützen erreichten, darunter auch die letzten drei Olympiasieger! Das Shoot Off war eine illustre Runde von 9 Weltklasseschützen, die um den letzten verbliebenen Finalplatz kämpften.

Nach und nach lichtete sich dann das Feld, bei Binde war leider bei Scheibe 4 Endstation. Sehr schade, denn eine Finalteilnahme hätte nahtlos an seinem sehr guten 7. Platz beim WC Nikosia (CYP) angeknüpft. Er hat am ersten Tag ein bis zwei Scheiben zu viel „fliegen lassen“, sonst wäre das Shoot Off für ihn gar nicht auf die Tagesordnung gekommen.
Der Spanier Fernandez gewann nach Nikosia den zweiten Weltcup in Folge und gehört bei der Olympiade hier im August zum absoluten Favoritenkreis! Zweiter wurde der Belgier Peeters vor Brol aus Guatemala.

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Es herrschen hier wieder tropische Temperaturen. Wenn man aus dem klimatisierten Aufenthaltsraum nach draußen geht, dann trifft einen die Hitze wie ein Hammer! Hinter den Ständen B und C stehen Pavillons, hinter dem Finalstand A eine große Tribüne. Also wenigstens für die Betreuer und nachfolgenden Schützen etwas Schatten, währenddessen die Schützen vorne auf den Platten in der gnadenlos sengenden Sonne stehen. Aber alles lamentieren nützt nichts, hier muss jeder Sportler durch – wohl dem, der eine gute Kondition hat!

20160417-04_WC-Rio_guamZum Damenwettkampf noch ein kleiner Nachtrag: Dort schoss auch eine Schützin aus Guam mit, im Nachgang habe ich erfahren, sie ist Skeetschützin! Am Trap-Wettkampf hat sie teilgenommen, wahrscheinlich um Zeit bis zu Beginn von Skeet zu überbrücken. Pro Runde traf sie eine Scheibe – das gab in der Endabrechnung ein Ergebnis von 3! Für die nachfolgende Schützin in derselben Runde ist so etwas natürlich der blanke Stress – es hupt 24 mal! Bei den Zuschauern hinter dem Stand wurden schon Wetten abgeschlossen, wann der erste Treffer in der Serie kommt. In Runde zwei traf sie die 21 Scheibe mit dem zweiten Schuss – die Zuschauer applaudierten! Bei allem gebotenem Respekt, aber so was ist in meinen Augen schon grenzwertig – ein gewisses Leistungsniveau sollte dann doch schon vorhanden sein, schließlich sind wir bei einem Weltcup!

20160417-05_WC-Rio_ahrensEin sehr angenehmer Gesprächspartner während des Trap-Wettkampfes der Frauen war Hasso Ahrens, ein deutsch-stämmiger Trainer und Vater aus Namibia. Er betreut seine Tochter Gaby Ahrens, die ja bei den Afrikaspielen in Kairo der Damenwettkampf gewinnen konnte und sich damit einen Quotenplatz für Namibia sicherte. Sie wird auch zur Olympiade im August hier in Rio de Janeiro an den Start gehen. Hasso und Gaby wohnten zusammen mit uns hier im Hotel Windsor Florida. Da gab es abends in der Lobby oder auf der Busfahrt zum Stand immer Gelegenheit für Gespräche über Land und Leute, über Namibia und Deutschland, über Sport, über Gott und die Welt. Beide haben heute früh die Heimreise angetreten – guten Flug!

Auch unsere Damen sind inzwischen auf dem Heimweg, nachdem sie erst noch den Schießstand ansteuern mussten, um die Waffen abzuholen. Nach aktuellen Informationen ohne Probleme. Auch ihnen eine angenehme Heimreise!

Heute Wettkampftraining Doppeltrap. Wieder mit dem ersten Bus um 06.30 Uhr auf den Stand, hoffentlich sind die Straßen zu Wochenbeginn nicht gleich am frühen Morgen dicht.

Bis bald – allen noch einen schönen Wochenanfang (jedenfalls für den Rest des Tages)!

Bildquellen:
© Photos by Lyndon Sosa & Gaby Ahrens