Ergebnisse: World Cup in Rio de Janeiro 2016
ISSF World Cup Rifle / Pistol / Shotgun
in Rio de Janeiro, Brasilien
vom 13. April – 25. April 2016
ISSF World Cup Rifle / Pistol / Shotgun
in Rio de Janeiro, Brasilien
vom 13. April – 25. April 2016
Rio de Janeiro, BRA – Unsere Damen haben uns bereits gestern verlassen. Jetzt besteht das deutsche Team nur noch aus unserem Sportdirektor, Ralf und mir! Es waren spannende Wettkämpfe und Deutschland kann mit dem 5. Platz der Nationenwertung voll auf zufrieden sein! Auch unsere Flintendisziplinen haben mit einer Medaille (Sonja), den Finalplatzierungen von Andy und Christine einen wichtigen Beitrag geleistet. Denken wir nur an das spannende Shoot off von Karsten – dann läuft es einem immer noch eiskalt den Rücken herunter!
Es sind nicht alle Hoffnungen in Erfüllung gegangen, aber in erster Linie ging es hier auf den Olympischen Anlagen um den Test für Olympia. Viele so genannte „Favoriten“ kamen mit den äußeren Bedingungen nicht zu Recht. Für uns waren es in erster Linie die hohen Temperaturen, der ständige Wechsel zwischen den äußeren 36 Grad und den eiskalt gekühlten Aufenthaltsräumen. An der „Scheibendiskussion“ haben wir uns nicht beteiligt, auch haben uns die hohe Bruchquote und die instabilen Flugbahnen nicht aufregen können.
Unsere Reserven haben wir erkannt und wir werden ganz zielstrebig die Tage bis zu Olympia nutzen!
Ralf war nun unser letzter Starter hier vor Ort. An die starken Leistungen der Finalteilnehmer kam Ralf nicht heran. Der Finaleingang (egal wie die Bedingungen sind) lag wieder einmal bei 121 Scheiben. Wer bei Olympia so richtig dabei sein möchte, der muss im Training schon die 122 – 123 Treffer knacken!
Kassandro (ITA) legte mit 123 Treffern die beste Leistung vor. Im Finale setzte sich dann jedoch Svennson (SWE) und Khan (IND) durch und Kassandro landete „nur“ auf dem dritten Platz!
Ralf kam mit seinen 114 Treffern auf Platz 38 ein!
Nun heißt es die Koffer packen und um 22 Uhr Ortszeit verlassen wir Brasilien!
Es wird jedoch nicht ruhiger im Flintenlager, denn bereits 4 Tage später reisen unsere Nachwuchskader in Suhl zum Juniorenweltcup an! Dieser Weltcup ist bereits seit Wochen ausgebucht und die besten Juniorenschützen der Welt treffen dort aufeinander!
Na dann bis in wenigen Tagen im „sonnigen“ Suhl…!
Rio de Janeiro, BRA – Erster Ausscheid um den begehrten Startplatz zu den Olympischen Spielen, aber der Reihe nach. Als sich die Türen vom Flughafengebäude in Rio de Janeiro öffneten, dachte ich uns trifft ein Hitzeschlag. Vom kühlen Deutschland in ein gut gekühltes Flugzeug, später nach der Landung in Rio in klimatisierten und damit gut gekühlten Räumen zwei Stunden wartend, verließen wir das Flughafengebäude. Es war wirklich brutal, wir schauten uns an und dachten uns, bei dieser Hitze schießen, das kann ja heiter werden.
Auch wir benötigten insgesamt 7 Stunden vom Verlassen des Fliegers bis ins Hotel. Rio de Janeiro – ein wahres Stauparadis für Autofahrer. Das war schon heftig. Was uns gleich auffiel: Nichts, aber auch gar nichts deutet darauf hin, dass hier in vier Monaten die Olympischen Spiele stattfinden werden. Keine Hinweisschilder oder Plakate, keinerlei Werbung für dieses grandiose Sportereignis. Auch auf dem Schießstand, den man als solchen von außen nicht erkennt, gab es überhaupt keine Souvenirs, nichts – das war wirklich sehr sehr schade. Merchandising absolut null. Das ist schon merkwürdig, denn bekanntlich ist die Vorfreude die schönste Freude und jeder Schütze hätte sich wohl ein Andenken an die Olympischen Spiele gekauft. Aber das ist wohl hier etwas anders.
Die Straßen sind in einem katastrophalen Zustand. Man versucht irgendwie eine zusätzliche Straße zu bauen, vom Stadtkern zum Schießstand. Diese Straße fertig zu bekommen ist fast unmöglich. Das Problem: eine Kilometer und aber Kilometer lange Baustelle und keine Arbeiter zu den besten Arbeitszeiten da. Wenn es gut lief waren wir in einer Stunde auf dem Schießstand, wenn es schlecht lief bis zu 2,5 Stunden. Meistens lief es schlecht. Aber bekanntlich soll man niemals „Nie“ sagen, drücken wir den Brasilianern die Daumen, dass alles rechtzeitig fertig gestellt wird. Es wäre ihnen wirklich zu gönnen.
Leider konnten wir am ersten Tag kein inoffizielles Training schießen. Also haben auch wir ein kulturelles Tagesprogramm unternommen. Zuckerhut und Jesusstatur – ein unbedingtes Muss als Touri. Das hat sich wirklich gelohnt.
Dann ging es mit dem offiziellen Training los. Michael hatte anfangs große Probleme mit der Anlage zu Recht zu kommen. In der fünften und letzten Trainingsrunde dann die Erlösung. Er kam vom Stand mit der Erkenntnis „Ich denke, jetzt hab ich‘s“. Bei Andy lief es in momentan gewohnter Weise gut. Das ließ hoffen und so sind wir mit breiter Brust in den Wettkampf gestartet.
Es war schon eine gewisse Anspannung zwischen den Beiden zu spüren. Zwei Athleten und ein Quotenplatz. Diese Konstellation ist Spannung genug. Und dann diese unglaubliche Hitze. Selbst die sonnenverwöhnten Italiener stöhnten. Aber unsere Beiden meisterten ihre Aufgabe hervorragend. Michael konnte an die Leistung der letzten Serie im Training anknüpfen und schoss mit 134 Scheiben (12. Platz) einen sehr ausgeglichenen Wettkampf. Natürlich ist da noch Luft nach oben und nun heißt es weiter machen, an Feinheiten arbeiten und gezielt auf den zweiten Ausscheid in Todi (Italien) hin trainieren.
Gratulation an Andy. Er hat es ein weiteres Mal geschafft, unter den 6 besten Schützen der Welt zu sein. 136 Scheiben, gleich mit Richmond (USA), hieß Shoot off fürs Finale. Andy konnte sich durchsetzen. Durchatmen war angesagt, erstes Ziel erreicht. Im Finale werden die Karten bekanntlich neu gemischt. Nach dem Finale musste Andy ein weiteres Mal ins Shoot off gegen den nächsten US Boy, Walton Eller. Es ging um das Bronze-Medal-Match. Eller gewann. Andy Platz 5, ein tolles Ergebnis.
Bronze-Medal-Match Eller (USA) / Barilla (ITA), Eller gewann. Im Gold-Medal-Match Mosin (RUS) / Willett (AUS), Willett Weltcup-Sieger.
Doppeltrap ist weiter auf Olympiakurs und hat sich damit in der Weltspitze festgesetzt. Aber auch bei Andy gibt es noch einiges zu tun um das letzte Quäntchen zum großen Ziel, das noch fehlt, zu erreichen. Drücken wir unseren beiden Doppeltrap-Schützen die Daumen für ihren zweiten Ausscheid.
Das Gute in unseren Flintendisziplinen ist, das nur Fakten zählen. Es gibt keine A- oder B- Note, keine 5,2 oder 6,0. Es gibt nur getroffen oder nicht getroffen. Es geht nicht nach Größe oder Aussehen, nach Bekanntheitsgrad oder was man irgendwann einmal geleistet hat. Es zählt einfach nur die momentane Leistung und danach wird abgerechnet. Ganz einfach, der Beste wird fahren.
Photos by © ISSF |
Köln, GER – Unsere Schützen sind auf dem Weg nach Rio de Janeiro (BRA), dort finden ab Freitag die Wettkämpfe des ISSF WorldCup Rifle, Pistol and Shotgun (14. – 24.04.2016) statt, sozusagen der vorolympische Testlauf – gleichzeitig wird Intern weiter um die begehrte Olympiaqualifikation gekämpft.
Insgesamt entsendet der DSB zu allen Wettkämpfen einen starken Kader von 25 Schützinnen und Schützen, für die Flintendiziplinen gehen folgende Schützen an den Start:
Jana Beckmann (Magdeburg) . Trap
Christiane Göhring (Schwallungen) – Trap
Nadine Messerschmidt (Brotterode-Trusetal) – Skeet
Sonja Scheibl (Itzstedt) – Trap
Christine Wenzel (Ibbenbüren) – Skeet
Karsten Bindrich (Eußenhausen) – Trap
Ralf Buchheim (Potsdam) – Skeet
Michael Goldbrunner (Benediktbeuern) – Doppeltrap
Andreas Löw (Weingarten) – Doppeltrap
Hier der Zeitplan für Rio in den kommenden Tagen…

Nikosia, CYP Es war wieder einmal sehr knapp und fast hätte Karsten Bindrich noch den Sprung ins Finale geschafft! Nach dem ersten Tag lag er mit 71 Treffern auf dem 11. Platz, nur mit einer Leistung im Maximalbereich am zweiten Wettkampftag war die theoretische Chance auf den Finaleinzug noch im Bereich des Möglichen!
Binde kämpfte wie eine Löwe, nach einer 24 in der ersten Runde steigerte er sich zweiten Durchgang auf eine „Volle“. Die Bedingungen gestern wahrlich nicht einfach. Nachdem in den vorherigen Tagen der Wind immer von rechts kann, entschloss er sich am letzten Tag zu einem Richtungswechsel, um die Schützen nochmal richtig zu ärgern und blies von hinten. Teilweise sehr heftige Böen, manche Scheiben wurden dadurch urplötzlich nach unten gedrückt. Wer hier nicht variabel war, hatte schlechte Karten! Binde kam hier seine jahrelange Wettkampferfahrung zugute, bei einer flachen Linksscheibe gelang ihm ein wahrer „Kunststoss“!
Leider konnte er sich im Shoot Off nicht durchsetzen und musste sich mit Platz 7 zufrieden geben. Trotzdem eine starke Leistung zu Saisonbeginn, die hoffen lässt!
Unsere anderen zwei deutschen Starter Philipp Seidel und Paul Pigorsch kamen dagegen nicht so gut zurecht. Zu viele individuelle Fehler ließen ein höheres Ergebnis (noch) nicht zu. Es taten sich einige Baustellen auf, an denen es in Richtung EM-Qualifikation zu arbeiten gilt. Gestern Abend dann eine längere Wettkampfauswertung mit allen Sportlern und Absprache der weiteren Trainings- und Wettkampfplanung für den nächsten Saisonabschnitt.
So, nun sind drei Wochen in Zypern rum! Die Koffer sind bereits gepackt, um 13.00 Uhr geht’s zum Airport und dann ab nach Hause!
War schon ein ziemlich langer Kanten diesmal, trotzdem ziemlich erfolgreich! Mit dem vierten Platz von Andy im Doppeltrap, dem zweiten Platz von Sonja bei den Trap Frauen und gestern mit Platz 7 von Karsten können wir stolz die Heimreise antreten! Und dann mal wieder zu Hause frühstücken, ohne Beatlesmelodien auf der Panflöte – diese CD lief hier im Hotel-Lobbybereich und im Frühstücksraum jeden Tag als Endlosschleife! Obwohl, ich habe jetzt noch etwas Zeit und könnte mir ja so eine CD gegenüber im Supermarkt kaufen, nicht das mir morgen beim Frühstück was fehlt…
Schöne Ostern und bis bald!