von Wolfgang Lamée | 24.04.16 | News
Rio de Janeiro, BRA – Eigentlich hatte ich gedacht oder vielleicht sogar gehofft, dass meine Trainerkollegen von Trap und Doppeltrap mit ihren Schilderungen übertrieben haben – aber dem war leider nicht so! An jedem Tag sitzen wir mindestens 3 Stunden im Bus quer durch Rio! Und da gibt es nicht nur Schönes zu sehen! Das Verkehrschaos ist hier einfach nicht zu beherrschen, die 11 Millionen Einwohner Rio’s wollen bewegt werden und Einige davon besitzen sogar ein eigenes Auto!
Die Schießanlagen befinden sich am Stadtrand in einem militärischen Gelände. Man muss neidlos anerkennen, dass diese Schießanlagen olympiatauglich sind. An jedem Tag wurde die Organisation besser und wenn wir übermorgen den Platz verlassen, wird wohl alles wie an der Schnur funktionieren.
Obwohl die Teilnehmerzahl an diesem Weltcup mit – 29 Skeet Damen und 65 Herren – eigentlich gering ist, so trifft sich hier die Creme de la Creme des Skeetschießens. Alle potentiellen Olympiastarter nutzen die Möglichkeit die Bedingungen hier vor Ort abzuchecken!
Eine neue Nation ist auch am Start – GUM, oder besser Guam! Ein Inselatoll im Pazifik. Wie ich hörte, war die teilnehmende Dame sogar ein „Doppelstarter“! Jedenfalls hatte Nadine das Vergnügen, dass dieses hoffnungsvolle Nachwuchstalent direkt vor ihr schoss. Mit 2-4 und 3 Treffern und einem Ergebnis von insgesamt 9 war sie in der Disziplin Skeet deutlich besser als bei Trap, denn dort kam sie insgesamt nur auf 3 Treffer. Ich ziehe den Hut vor so viel Selbstvertrauen! Leider gibt es ja bei Weltcups keine Teilnahme Norm wie zum Beispiel MQS! Darüber sollte in den verantwortlichen Gremien einmal nachgedacht werden.
Jedenfalls war der Referee nach jeder Runde regelrecht heiser vom vielen „Fehler“ rufen!
Auch für die Skeetwettkämpfe wurden 3 Wettkampftage geplant. Mit 50 am ersten Tag, 25 am zweiten Tag und dem Damen Finale und am dritten Tag nochmals 50 für die Herren mit dem Finale wurde den Teilnehmerzahlen Rechnung getragen. Es gibt hier vor Ort nur drei kombinierte Anlagen, die aber für Olympia völlig ausreichend sind.
Ich hatte mir im Vorfeld unserer Wettkämpfe schon Gedanken gemacht, wieso die Ergebnisse allgemein sehr schlecht ausgefallen sind. Es gibt ja mehrere Komponenten die das Treffen kompliziert machen, aber hier war es eindeutig die Olympiascheibe von Laporte. Es gab sogar eine Sportlerpetition, in der sich fast alle Teilnehmer gegen Einsatz dieser Scheibe zu Olympia aussprachen. Ich sprach mit den Vertretern von Laporte, sie erklärten mir – dass die Wurfscheiben lange vor dem Wettkampf nach Rio geliefert wurden. Die Lagerung erfolgte aber wochenlang in einem überhitzten Container. Dadurch wurden diese „Naturscheiben“ noch zäher oder doppel gebrannt, härter!
Aber wir kennen ja den Satz:“ Alle schießen unter den gleichen Bedingungen und auf die gleichen Scheiben“!
Unsere zwei Mädels haben sich sehr gut verkauft. Mit dem 6. Platz und der Finalteilnahme von Christine Wenzel können wir sehr zufrieden sein. Ihre 70 Scheiben bedeuten eine deutliche Steigerung im Jahresverlauf. Auch Nadine – mit Ihrer tollen Vorschützin – kam auf 66 Treffer und einen 17. Platz!
Für unsere Damen eine ungewohnte Situation, zwei Wettkampftage mit einer Nacht dazwischen. Auch das will trainiert werden, denn bei den stetig steigenden Teilnehmerzahlen wird mit einer Änderung des Wettkampfablaufes zu rechnen sein!
Trotzdem verfolgten uns die so genannten „Gurkenfehler“ wie Stand 1 Hochhaus oder Stand 7 Niederhaus! Die Präzision als auch die Variabilität der technischen Ausführung gehören in den Trainingsprozess. Auch gilt es das Finaltraining mit in den Trainingsablauf zu integrieren.
Natürlich stand auch unser Damenwettkampf ganz unter dem Zeichen der Olympiaqualifikation. Christine verschaffte sich mit der Finalteilnahme ein ordentliches Polster vor dem folgenden Wettkampf in Todi /ITA!
Ich muss sagen, dass unsere Mädels sehr positiv und sportlich fair mit dieser Situation umgehen. Es ist auf der einen Seite der Wettkampf, bei dem jeder für sich kämpft, aber Abends steht unser Team zusammen und da wird diskutiert und gescherzt – und natürlich brasilianisch gegessen!
Unser Ralf nach den ersten beiden Tagen mit 69 Treffern im Mittelfeld. Morgen zwei Serien in denen er bereits versuchen wird, gewonnene Erkenntnisse in Richtung OS Rio umzusetzen!
Bei den vorherrschenden 36 Grad, kommen unsere Schützen so richtig auf Betriebstemperatur! Mit Spannung wird das Wetter zu Hause beobachtet!
von Wolfgang Lamée | 13.04.16 | News
Köln, GER – Unsere Schützen sind auf dem Weg nach Rio de Janeiro (BRA), dort finden ab Freitag die Wettkämpfe des ISSF WorldCup Rifle, Pistol and Shotgun (14. – 24.04.2016) statt, sozusagen der vorolympische Testlauf – gleichzeitig wird Intern weiter um die begehrte Olympiaqualifikation gekämpft.
Insgesamt entsendet der DSB zu allen Wettkämpfen einen starken Kader von 25 Schützinnen und Schützen, für die Flintendiziplinen gehen folgende Schützen an den Start:
Jana Beckmann (Magdeburg) . Trap
Christiane Göhring (Schwallungen) – Trap
Nadine Messerschmidt (Brotterode-Trusetal) – Skeet
Sonja Scheibl (Itzstedt) – Trap
Christine Wenzel (Ibbenbüren) – Skeet
Karsten Bindrich (Eußenhausen) – Trap
Ralf Buchheim (Potsdam) – Skeet
Michael Goldbrunner (Benediktbeuern) – Doppeltrap
Andreas Löw (Weingarten) – Doppeltrap
Hier der Zeitplan für Rio in den kommenden Tagen…

von Axel Krämer | 24.03.16 | News
Nikosia, CYP Nach den erfolgreichen Tagen für das deutsche Team hier auf der Götterinsel nun unsere nüchterne Bilanz unserer Skeet Damen. Im Leistungssport wird nicht schön geredet, sondern es werden Reserven aufgedeckt und Ziele neu formuliert. Sicherlich waren die Bedingungen nicht einfach, aber andere Schützen waren zu diesem frühen Zeitpunkt einfach besser in Variabilität und Wettkampftaktik.
Uns bleiben noch einige Tage bis zum Weltcup in Rio um die Situation mit den Heimtrainern zu analysieren und Trainingsinhalte festzulegen.
Hier unsere Platzierungen:
Nadine Messerschmidt – 67 – Platz 17
Christine Wenzel – 66 – Platz 25
Vanessa Hauff – 61 – Platz 41
Katrin Wieslhuber – 65 – MQS Wertung
Morgan Craft, eine junge Schützin aus Amerika gewann diesen ersten Weltcup und auf den dritten Platz kam eine noch jüngere Schützin aus den USA – Jakob! Die beste Leistung lag bei 72 und der Finaleingang bei 69 (6 Schützinnen im Shoot off um 2 Plätze)!
Unsere Athleten sind hoch motiviert und wollten sicherlich mehr, als an diesem Tag umzusetzen war! Dieses persönliche Anforderungsprofil erwies sich als „Hemmschuh“ und blockierte förmlich den motorischen Ablauf.
Christine bekam eine Anzahl von Null Timern, das bedeutet im Konkreten – die Scheibe erscheint noch im Ruf – in der dritten Runde jedoch hatte sie dieses Problem im Griff. Katrin hielt die Waffe im Voranschlag zu hoch, wurde vom Referee darauf hingewiesen und stellte dieses Problem ebenfalls ab.
Man merkt deutlich, dass wir noch eine Anzahl von Wettkämpfen benötigen um für jeden Sportler seine individuelle Schiene zu finden.
Bereits vor den Olympischen Spielen von Rio stellen wir eine absolute „Verjüngung“ des Teilnehmerfeldes fest. Bei den Amerikanern, den Russen und auch den Italienern werden sehr junge Schützen und Schützinnen zum Weltcup eingesetzt! Dort beginnt in der zweiten Reihe schon die Vorbereitung auf Japan 2020! Das ist der Hammer!
Hier zum Weltcup bestand für die Schützen Haase, Cordesmeyer und auch Hauff die Möglichkeit, sich in das Top Team Rio zu schießen. Dazu war eine Leistung von Platz 8 erforderlich. Leider erreichte keiner dieser Schützen die geforderte Platzierung. Nach einer kurzen aktiven Erholung (Ostern) reisen unsere Top Team Rio Kader bereits am 15.4. zum Weltcup in die Olympiastadt!
von Axel Krämer | 11.03.16 | News
Nikosia, CYP Das erste große Aufeinander treffen der weltbesten Schützen hier auf der Sonneninsel im Mittelmeer. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Nationen diesen Wettkampf als Jahreseinstieg nutzen. Im Skeet waren es 38 Damen aus über 20 Nationen und bei den Männern sind es dann ab Morgen 21 Rotten!
Hier wird mit dem Startgeld auch der Sonnenschein gebucht. Viele Sportler (auch einige unserer „Breitensportler“) nutzen diesen Grand Prix um einmal auf die Weltspitze zu treffen und sich mit ihnen zu messen. Während der folgende Weltcup limitiert ist und den Nationalmannschaften reserviert ist, kann hier bei diesem Grand Prix Jedermann teilnehmen. Da wir nun schon seit mehr als 20 Jahren hier zu Gast sind, kennen wir uns mit den Bedingungen bestens aus. Das heißt Wind von allen Seiten, aber blauer Himmel satt und strahlender Sonnenschein.
Nach einer guten Vorbereitung unseres Teams in Spanien, nun das erste Kräftemessen mit der internationalen Konkurrenz.
Sind wir gut in der Spur für den Weltcup – oder müssen wir noch regulierend eingreifen – das sind unsere ganz individuellen Zielstellungen für diesen Grand Prix! Der Finaleingang lag heute bei 71 Scheiben und das allein ist schon Ausdruck für das erstklassige Starterfeld bei diesem Wettkampf. Bereits im März muss man in der Lage sein, in diesem Leistungsbereich zu schießen um international mitmischen zu können!
Die Leistungen unserer Mädels:
Christine Wenzel – 69 / Platz 8
Vanessa Hauff – 67 / Platz 15
Katrin Wieslhuber – 64 / Platz 20
Wie schon erwähnt, ist es unser erster Wettkampf 2016! Christine wird ihrer Rolle als Leitfigur gerecht und scheitert nur ganz knapp am Finaleingang. Bei Vanessa und Katrin wurden Reserven erkannt, die vor dem Weltcupeinsatz in der kommenden Woche hier vor Ort behoben werden. Die „Gurkenfehler“ werden abgestellt und die Wettkampftaktik überarbeitet.
In der kommenden Woche erhalten wir die Unterstützung unseres Psychologen und auch unser Physiotherapeut greift unterstützend ein! Leider mussten wir auf Nadine Messerschmidt verzichten, die mit einer Virusinfektion zu Hause im Bett liegt – gute Besserung nach Schmalkalden! Ein Teil unseres Teams (Damen) fliegt Morgen nach Hause und reist dann zum Weltcup wieder an, die Meisten aber bleiben hier vor Ort und nutzen die optimalen Trainingsmöglichkeiten hier auf der Insel!
Ab Morgen geht es spannend weiter – bereits um 8:30 Uhr steigen die Männer in den Wettkampf ein! Auch hier rechnen wir mit guten Leistungen!
von Uwe Möller | 20.02.16 | News
Málaga, ESP Liebe Leser der Förderkreisseite, sicher habt ihr schon auf einen Bericht hier aus Málaga vom Klimatraining gewartet. Aber es war echt noch keine Zeit dazu, wir ziehen hier ein straffes Programm durch! Nun setze ich mich jetzt trotzdem hin und schreibe ein paar Zeilen, während dieser Zeit muss mein Assistenztrainer Karsten Beth das Training mal alleine bewältigen.
Anreise am Sonntag hier bei Sturm, während der Landung wurde uns allen doch recht mulmig. Das Flugzeug machte Sprünge wie ein störrischer Gaul, ein paar Mal sackte es heftig durch. Selbst als wir in der Parkposition standen, wackelte der Jet noch gewaltig hin und her, denn gewaltige Sturmböen fegten über die Piste.
Unser Hotel fanden wir nach anfänglichen Schwierigkeiten (wir hatten uns ein paar Mal verfahren – trotz Navi!), es befindet sich in Torremolinos, einem Touristenvorort von Málaga, direkt am Strand. Unterkunft und Frühstück sind okay, ebenso können sich unsere Sportler in einem Fitnessbereich sportlich betätigen.
Die Fahrzeit zum Schießstand beträgt ungefähr eine halbe Stunde, wir haben schon drei unterschiedliche Strecken erkundet.
Der Stand hier (Club de Tiro Jarapalo, Málaga) liegt an einem Berghang mit herrlichem Blick auf die Berge gegenüber und auf Málaga im Tal unter uns. Fünf Anlagen stehen zur Verfügung, das Training hier ist sehr anspruchsvoll, die Preise für Trainingsrunden und Munition wie im „Discounter“. Das schätzen auch viele andere Nationen, denn mit uns sind die Teams von Finnland, Großbritannien, Schweden und Belgien vor Ort. Aber es ist alles geregelt, man hat trotzdem genügend Zeit und Platz, um die geplanten Umfänge durchzuziehen. Und die sind nicht von Pappe! Wir trainieren von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Zwischendurch mal eine kurze Pause, dann gehst wieder ran an die Scheiben!
Am Abend sind alle völlig platt, die Sportler durch die absolvierten Umfänge – die Trainer durch die Betreuung der Athleten auf dem Stand. Abends im Hotel kurze Auswertung, gemeinsames Abendessen – dann fällt man ins Bett!
Spanien, Málaga, Mittelmeer – da denkt man sofort an Urlaub, aber der sieht definitiv anders aus!
Montag und Dienstag war der Wind noch sehr stürmisch, gestern der erste Tag mit Sonne, heute Regen. Die Temperaturen sollen ab Freitag dann endlich kontinuierlich steigen. Also auch beim Wetter das volle Programm! Gestern besuchte uns übrigens eine gute Bekannte der Wurfscheiben – und Kampfrichtergilde Deutschlands – unsere Beate Heidobler. Sie verbringt schon seit mehreren Jahren den Winter hier unten in Málaga, hat aber erst gestern das erste Mal den Weg auf den Schießstand gefunden. Während wir in dicken Jacken zu Gange sind (denn trotz Sonne ist es im Schatten noch recht frisch), kam Beate in Shorts und T-Shirt!
Die Stimmung im Team ist gut, alle ziehen gut mit! Am Samstag dann frei, ein Teil der Sportler will einen Ausflug nach Gibraltar machen, einige wollen in Málaga shoppen gehen. Am Sonntag ein Wettkampf über 75 Scheiben für die Trapschützen hier auf der Anlage, ein guter Test! Die genaue Starterzahl ist noch nicht bekannt. Aber es sollen nach Angaben der Standbetreiber schon etliche Rotten werden – bei einem ähnlichen Wettkampf im Januar waren über 200 Schützen am Start!
Da Matze Schneider bei der EM Luftdruck als Physio eingesetzt wird, ist für unseren Lehrgang hier ein Ersatz organisiert worden. Aline Hoffman aus Mainz ist eine echte Bereicherung für unser Team, sie hat sich schnell integriert und kommt bei allen gut an. Aline hat hier gut zu tun, denn bei diesen Belastungen sind physiotherapeutische Maßnahmen (Massagen etc.) immens wichtig!
So, jetzt geht es wieder auf den Stand!