von Wolfgang Lamée | 04.03.18 | News
Guadalajara, MEX – Um die Zeit bis zur Eröffnung gestern Abend, die um 17.30 Uhr stattfand noch sinnvoll zu nutzen, hier ein paar Bemerkungen zu Freitag und den gestrigen Tag hier in Mexiko. Unsere Waffen konnten wir Donnerstagabend noch vom Flughafen abholen, die Waffeneinfuhrgenehmigungen waren endlich am Zoll angekommen.
Freitag früh dann mit dem Taxi hier auf den Stand, er liegt ungefähr 45 Minuten vom Hotel entfernt. Je nach dem, zu welcher Zeit man unterwegs ist. Zur Rushhour kann es auch durchaus länger dauern, dann geht es hier im Schritttempo voran durch dicke Luft und stinkige Abgaswolken. Die Luft ist in der Stadt den ganzen Tag versmogt, über die aktuelle Feinstaub- und Dieseldiskussion in Deutschland hat man hier nur ein müdes Lächeln übrig.
Der Schießstand ist sehr schön gelegen am Rande eines Industriegebietes in einem Vorort von Guadalajara, die mit 1,4 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt Mexikos ist. Ein riesengroßes Klubhaus mit viel Grün und umliegenden Gewehr- und Pistolenschießständen, mit Pool und sogar einem Kinderspielplatz ziert das Areal. An den Hügeln im Hintergrund der Wurfscheibenstände sind Klappscheiben mitten in der Pampa aufgestellt, hier kann man auf Distanzen von bis zu 500 Metern mit Kugelwaffen schießen. Aufenthaltsmöglichkeiten für Athleten und Offizielle im Schatten sind genügend vorhanden, die Versorgung ist gut und preiswert, die Anlagen machen einen gepflegten Eindruck. Man ist sichtlich bemüht, allen Teilnehmern einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Das WLAN auf dem Stand funktioniert gut, allerdings bekamen wir erst gestern durch Zufall das Passwort vom französischen Sportdirektor. Der Informationsfluss hier hat schon noch Luft nach oben!

Das Training der letzten beiden Tage diente dem Kennenlernen des Standes und dem Vertrautmachen mit den vorherrschenden Bedingungen. Die Schützen stehen in der prallen Sonne, damit gilt es umzugehen! Die Scheiben sind stramm eingestellt, auch die Winkel sind nicht ohne! Patronen gibt es hier auf dem Stand zu kaufen, es gibt nur zwei Sorten einheimischer Munition. Beide sind nicht schlecht! Aber man muss jedes Mal das Zollformular vom Flughafen und seinen Reisepass vorlegen, ohne diese Papiere gibt es nichts!
Die Ergebnisse an den beiden Trainingstagen waren bei unseren 4 Sportlern durchwachsen, zum Ende des gestrigen PET wurde es dann aber sichtlich besser, alle konnten sich steigern. Die Damen mit 4 Runden, die Männer schossen 2 Durchgänge. Die Herren der Schöpfung haben heute einen zweiten Tag für das PET, hier auch wieder 50 Scheiben.

Neben Stand 1 wird das Finalzelt für die KK-Pistolen- und Gewehrwettkämpfe aufgebaut. Mitten in der Pampa auf der grünen Wiese, bei uns zu Hause undenkbar!
Eberhard Nixdorf unterstützt mich sehr gut, er hat die letzten beiden Tage schon Filmaufnahmen von unseren Sportlern beim Training gemacht, die wir dann im Anschluss ausgewertet haben.
Heute dann beginnt der Wettkampf bei den Damen, sie schießen 75 Scheiben.
Die Stimmung im Team ist gut, alle ziehen mit und unterstützen sich gegenseitig. Als teambildende Maßnahme steht am Ende eines langen und anstrengenden Tages immer das gemeinsame Abendessen auf dem Plan.
Restaurants mit preiswertem und gutem Essen gibt es hier in unmittelbarer Nähe des Hotels genügend. Beim gestrigen Dinner gab es als kleinen Zwischensnack so zum Knabbern eine Schüssel mit kleinen getrockneten Grillen. Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber alle haben probiert – und im Bauch ist’s dunkel!
So, das kurz für heute, demnächst mehr!
Viele Grüße aus Mexiko!
von Wolfgang Lamée | 02.03.18 | News
Köln, GER – Unser Trap-Mannschaft ist vor Ort in Guadalajara (MEX) und wir hoffen, das sie auch heute Ihre Waffen am Flughafen abholen konnten und zurzeit am inoffiziellen Training teilnehmen können. Vorab hier der Zeitplan für die nächsten 10 Tage des ersten Weltcups der Saison 2018:
User Team-Flinte beim Weltcup in Mexiko…
TRAP:
GÖHRING, Christiane
VALDORF, Bettina
HERMES, Philipp
KROSS, Marko
SKEET:
WIESLHUBER, Katrin
WISSMER, Nele
HAAGA, Vincent
HAASE, Felix
Des Weiteren noch die weiterführenden Links zu den Live-Ergebnissen der ISSF ab Sonntag und zu der offiziellen Homepage des Weltcups mit Ergebnissen und aktuellen Bildern…
Issf-sports.org
ISSF World Cup Guadalajara 2018 und auf Facebook
von Wolfgang Lamée | 02.03.18 | News
Guadalajara, MEX – Dieselbe Sonne, die bei uns zu Hause in den letzten Tagen bei minus 19 Grad (in Suhl) aufgegangen ist, geht in Mexiko ebenfalls auf – allerdings sieben Stunden später und dann klettert das Thermometer schnell Richtung 30 Grad. Wir erfuhren also einen Temperaturunterschied von knapp 50 Grad Celsius!

Dies war uns ja bewusst, aber wie verläuft die Anreise? Aus der Vergangenheit wissen wir ja, dass die Anreise nach Mexiko immer mit irgendwelchen Problemen verbunden ist und alle waren gespannt darauf, ob diesmal alles reibungslos verläuft. – Nein, tat es nicht!
Die gestrige Anreise verlief anstrengend, nach 11 Stunden Flug und 3 Stunden Zwischenstopp in Houston / Texas, ging es nochmal knapp 3 Stunden weiter nach Guadalajara (MEX). Passkontrolle, Gepäckausgabe und dann kam die Waffenkontrolle. Vor uns die Gewehr- und Pistolenkontrollen (wir sind ja mit einer großen Mannschaft unterwegs), alles verlief reibungslos und es gab keine nennenswerten Probleme. Nun waren wir dran und siehe da, die von den Mexikanern im Vorfeld ausgestellten Waffengenehmigungen der kompletten Trapmannschaft waren schlicht und ergreifend nicht vorhanden. Und ohne Einfuhrgenehmigung keine Waffen!

Jetzt musste diese ganze Prozedur einschl. dem Ausfüllen der Papiere, Formulare und Einlagerungspapiere vor Ort erledigt werden und das in zigfacher Ausführung für jeden einzelnen – am Papier soll es schließlich nicht scheitern – jedes Formular gefühlte zwanzig Mal aus dem Drucker. Bei Schreibfehlern der freundlichen Zollbeamtin (so hat sie unser „S“ immer als „5“ interpretiert und dann auch so eingetragen) wurde der Stapel zerrissen, alles wurde neu ausgedruckt und ausgefüllt. Obwohl wir sehr gelassen waren, bekamen wir es zwischenzeitlich doch mit der Angst zu tun! Was passiert, wenn auf einmal der Toner vom Drucker alle ist oder der Computer ausfällt? Müssen wir dann die Nacht über in der Zollstation verbringen…
Nach fast 28 Stunden Anreise waren wir dann heute Morgen um 03:00 Uhr Ortszeit endlich im Hotel angekommen. Hier wurden wir für all die Strapazen etwas entschädigt, denn das Haus ist erste Sahne. Auch das Frühstück heute ganz toll – ein herzliches Dankschön nach Wiesbaden!
Nun versuchen wir hier vor Ort über Mail und WhatsApp unter Mithilfe aus Wiesbaden (zum Glück funktioniert das WLAN im Hotel ganz ordentlich) die nötigen Schritte zu organisieren, damit wir vielleicht heute die Papiere bekommen und dann doch noch die Waffen vom Flughafen holen können, denn morgen ist schon inoffizielles Training. Hoffentlich funktioniert das WLAN auf dem Schießstand inzwischen ebenso und nicht wieder auf Braunkohlebasis mit 8-Bittechnik wie in den letzten Jahren!
Das für heute nur ganz kurz aus dem warmen Guadalajara hier in Mexiko!
von Wolfgang Lamée | 15.05.17 | Ergebnisse
Hier die Ergebnisse unserer Schützen beim Weltcup in Larnaca (CYP) 2017
| Jahr | WK | Ort | Land | Pl. | Name, Vorname | Runden | sh.o. | F | F/Ges. | Code | Disziplin | mw | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 53 | Pigorsch, Paul | - | | | | TR125 | Trap | m | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 69 | Faulstich, Luca-Maurice | - | | | | TR125 | Trap | m | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 74 | Veit, Stefan | - | | | | TR125 | Trap | m | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 22 | Quooss, Katrin | - | | | | TR75 | Trap | w | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 34 | Scheibl, Sonja | - | | | | TR75 | Trap | w | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 45 | Göhring, Christiane | - | | | | TR75 | Trap | w | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 29 | Korte, Sven | - | | | | SK125 | Skeet | m | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 74 | Fritze, Tilo | - | | | | SK125 | Skeet | m | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 78 | Hackmann, Burkhard | - | | | | SK125 | Skeet | m | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 11 | Wieslhuber, Katrin | - | | | | SK75 | Skeet | w | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 18 | Messerschmidt, Nadine | - | | | | SK75 | Skeet | w | |
| 2017 | WC | Larnaka | CYP | 29 | Hauff, Vanessa | - | | | | SK75 | Skeet | w | |
Download als PDF:
20170428-08_Ergebnisse_WC_Larnaca

von Frank Günther | 07.05.17 | News
Larnaca, CYP – Eines Vorab, wir hatten hier in Larnaca ein sehr junges und teilweise international sehr unerfahrenes Trapmännerteam ins Rennen geschickt. Das wir hier nicht den großen Wurf (Medaillen) erwarten konnten, war uns von vornherein klar.

Zu unserer Teamberatung nach dem ersten Wettkampftag hat der Bundestrainer ein paar deutliche Worte sagen müssen. Die Leistungen unserer Männer waren nach zwei Runden schon unter den Erwartungen. Also klare Ansage, sich hier nicht unter Wert zu verkaufen. Ordentliche Serienvorbereitung, konzentriertes und konsequentes Arbeiten ist gefragt. Folge, die Gesichter wurden immer länger. Aufmunternde Worte folgten, wo Schatten ist, da ist auch irgendwo Licht. Phasenweise sah es ordentlich aus, es ist nichts verloren, kämpfen ist angesagt. Die Gesichter wurden nach den aufbauenden Worten des Bundestrainers wieder fröhlicher, vorsichtiger Optimismus machte sich breit. Aber wer kennt nicht das große Kopf Kino bei solch einem Event. Man will sein Bestes geben und es geht in die Hose. So war der erste Tag. Zu viel gewollt und fest geworden. Dann wird die Brechstange herausgeholt und es geht nicht viel.
„Nur nicht enttäuschen“, „Ich muss gut sein“, „Ich habe gut trainiert“
Das sind so die Gedanken in diesem Moment. Tja-und dann geht der Schuss nach hinten los. Es ist ja nicht so, dass unsere Schützen nicht schießen können, aber zu solch einem internationalen Einsatz zu schießen ist schon etwas anderes als bei einem Wettkampf in Deutschland. Nach dem ich mich mit einigen Schützen zwischen den Serien unterhalten habe, merkte ich schon eine gewisse Unsicherheit und Nervosität. Aufmunternde Worte vertrieben diese Nervosität.
Am zweiten Wettkampftag, große Aufregung. Als wir auf dem Stand angekommen sind, bemerkten wir, dass wieder viele Schützen beim Munitionswiegen waren. Diesmal war es eine andere bekannte Munitionsfirma, die es betraf. Falscher Alarm, es hatte sich nicht bestätigt, dass es zu Überladungen gekommen war. Es ist schon eine knisternde Stimmung, wenn Schützen sich nicht auf die Munitionsfirmen verlassen können. Eine richtige Hysterie machte sich breit. Im Laufe des Wettkampftages entspannte sich aber die Situation und es zog wieder Normalität ein.
Unsere Männer haben sich die Worte des Bundestrainers zu Herzen genommen. Endlich haben sie angedeutet, was sie momentan drauf haben. Mit einem ordentlichen zweiten Wettkampftag konnten sie beweisen, dass sie zu Recht an diesem Wettkampf teilgenommen haben. Die Jungs haben gekämpft, sehr konzentriert gearbeitet und einen ansprechenden Serienerfolg gehabt. Man muss aber auch erwähnen, dass durch die Psyche gesteuert Fehler im technischen Bereich entstanden.
Psychische Parameter wie Konzentration, Siegeswille, Aufmerksamkeit, Steuerung des Erregungsniveaus, der Kampf um jede Scheibe muss auf jeden Fall mehr geschult und ausgeprägt werden. Für Karl, Lucas und Stefan war es der erste Weltcupeinsatz und dafür haben sie es gut gemacht. Freud und Leid liegen wie immer dicht zusammen. Nun gilt es die richtigen Rückschlüsse für das kommende Heimtraining zu ziehen, den einen oder anderen technischen Makel zu beseitigen und sich vielleicht von einem Psychologen einige Ratschläge und Tipps zur Wettkampfbewältigung zu holen. Mit den Ergebnissen Paul 114 Platz 53, Luca 113 Platz 69, Stefan 112 Platz 74 und Karl 107 MQS Platz 18 haben die Schützen international eine erste Duftmarke hinterlassen. Es ist auf alle Fälle bei allen Schützen deutlich mehr drin, als sie es auf Zypern gezeigt haben.
Morgen geht es dann weiter mit der neuen Disziplin Trap Mixed als Testwettkampf. Vor Ort ist ein Team des IOC, das sich diese neue Disziplin anschauen wird.
Deutschland geht mit zwei Teams an den Start. Team Deutschland 1 wird Katrin und Luca stellen, Team Deutschland 2 stellt Sonja und Paul. Insgesamt sind 33 Teams am Start. Ein Zeichen, dass diese Disziplin angenommen wird. Sind wir mal gespannt wie es ausgeht, morgen mehr dazu.