von Wolfgang Lamée | 01.08.16 | News
Köln, GER – Der Countdown zu den 31. Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro (BRA) hat schon längst begonnen. In vier Tagen ist die Eröffnungsfeier und genau vier Athleten des Wurfscheiben-Kaders vertreten unseren Sport in Rio. Diese vier Tage wollen wir nutzen um täglich einen unserer vier Athleten vorzustellen und beginnen heute mit Jana Beckmann – Trap Frauen!
Jana Beckmann steht im hohen Leistungssportalter von 33 Jahren vor ihrer olympischen Premiere. Die Magdeburgerin gehört dabei schon seit 2002, als sie erstmals bei Europameisterschaften im Juniorinnenbereich auf den vorderen Rängen auftauchte, zum Kreis der Spitzenschützen im Trapschießen. Und Jahr für Jahr erzielte sie beachtliche Resultate, doch der große internationale Sieg fehlt ihr noch. Medaillen bei Weltcupfinals und Europameisterschaften sind jedoch Beweis genug ihrer Klasse.
Und jahrelang stand sie eben auch im Schatten von Susanne Kiermayer, die 1996 in Atlanta olympisches Silber gewann und die deutsche Trapszene der Frauen dominierte. Doch als Kiermayer nach den Spielen 2008 in Peking vom internationalen Leistungssport zurück trat, entwickelte sich eine neue Hierarchie. In der stand 2012 die Itzstedterin Sonja Scheibl ganz oben, die auch die interne Ausscheidung für London 2012 gewann.
Inzwischen haben Katrin Quooß mit ihrem sensationellen Weltmeistertitel von 2014 und die Thüringerin Christiane Göhring die Szene zusätzlich bereichert, doch gegen diese namhafte Konkurrenz setzte sich Jana Beckmann in einer wochenlangen und nervenzehrenden Ausscheidung durch. Sie behielt im entscheidenden Moment, beim Weltcup Ende Juni in Baku, die Nerven. Beckmann blieb bis in die letzte Runde stabil. Damit sicherte sie sich Platz 13 bei diesem letzten Weltcup vor den Spielen. Jana Beckmann hatte sich ihre erste Olympia-Fahrkarte gesichert.
Quelle:
DSB Olympiabroschüre
von Axel Krämer | 29.07.16 | News
Waakhausen, GER – Unsere Vorbereitung in diesem letzten Trainingsabschnitt stand ganz unter dem Zeichen der Individualität! Unsere Spitzenkader sollten sich optimal auf den Wettkampfhöhepunkt vorbereiten können – und das zusammen mit ihren Heimtrainern.
Ralf Buchheim trainierte im gewohnten Umfeld von Frankfurt / Oder unter der Anleitung seines Vaters, Andy Löw holte sich in Übersee noch den letzten „Feinschliff“ in Kombination mit dem Erholungsurlaub, bevor es noch einmal für zwei Tage nach Suhl geht, Christine Wenzel wurde rundum von Tino betreut, gemeinsam mit Jana Beckmann und ihrem Heimtrainer nutzten sie die Trainingsmöglichkeit in Waakhausen. Natürlich war auch Tobi Wenzel dabei, der für die reibungslose Versorgung der Stände verantwortlich war.
Der ansässige Verein unter maßgeblicher Mithilfe von Henning Kruse und Uwe Wülpern, hat für uns hier im Moor olympiawürdige Trainingsbedingungen geschaffen. Die Qualifikationsflash Scheiben waren da und sogar die original Laporte Olympia Wurfmaschinen waren installiert. Bei herrlichem Sonnenschein hatten wir einen Skeet und einen Trapstand für uns allein!
Und deshalb hier noch einmal ein großes Dankeschön an die fleißigen Helfer der Schießanlage in Waakhausen. Unser Gastwirt – Zeki – versorgte uns in den Pausen aufs Beste!
Unser Hotel hier in Worpswede – das Worpswedener Tor – verwöhnte uns mit Köstlichkeiten. Es war für uns auch neu – morgens mit angehenden Künstlern – zu frühstücken. Nachdem diese Herrschaften dann auch wussten, was in unseren Koffern ist (sie vermuteten zu Anfang in uns eine außergewöhnliche Musikantentruppe) und wir auf dem Weg nach Rio sind, bestürmten sie uns mit Fragen und versprachen, uns – ganz fest die Daumen zu drücken.

Nun reisen die Olympiakader noch einmal nach Hause um die reichlich bekommene Olympiaeinkleidung zu verstauen. Die beiden Bundestrainer reisen weiter nach München zur Jugendverbandsrunde. Unsere erste Truppe (J. Beckmann und U. Möller) starten bereits am Montag in Richtung Rio!
Bevor uns das Großereignis Olympia aber überrollt, findet am Wochenende der Endkampf der RWS_JVR in München statt.
Eine tolle Zeit – die Ergebnisse dann wie gewohnt hier auf unserer Seite!
von Uwe Möller | 24.06.16 | News
Baku, AZE Das Rennen um das begehrte Olympiaticket bei den Damen ging dieses Mal an Jana Beckmann, mit 68 Scheiben verpasste sie das Shoot off um den Finaleinzug um 2 Scheiben. Sonja Scheibl hatte es in der letzten Serie in der Hand, ihre zweite Olympiateilnahme nach London 2012 perfekt zu machen, aber mit 19 Scheiben „vergeigte“ sie den entscheidenden Durchgang. So gewann Jana mit 2 Scheiben Vorsprung die interne Ausscheidung und wird uns nun beim größten Sportereignis der Welt vertreten! Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!
Dies vorweg, aber zuerst möchte ich mich für meinen verspäteten Bericht entschuldigen, gestern ging bei mir nichts mehr! Seit Montag verlässt jegliche aufgenommene Nahrung meinen Körper wieder durch den Vordereingang, ich fühle mich wie ein leergeblasenes Ei! Heute geht es so halbwegs wieder, also nun hier ein wirklich ganz kurzer Bericht aus Baku.
Die Dritte im Bunde „Christiane Göhring“ hing gleich in der ersten Runde etwas „fest“, mit einer 20 als Startserie waren dann leider schon alle Messen gesungen. Sie hat momentan Probleme mit der Beherrschung der Wettkampferregung in der Startphase des Wettkampfes, das deutete sich in San Marino beim ersten Ausscheid schon an. Aber trotzdem gehört ihr die Zukunft, sie ist noch jung und hat Tokio 2020 fest ins Visier genommen.

Die Anlage hier in Baku, die wir ja noch von den Europaspielen im letzten Jahr kennen, ist in einem Top-Zustand. Die Organisation klappt reibungslos, der Transport funktioniert, das Wetter ist warm (eigentlich schon wieder zu warm) – was will man mehr? Das Hotel top, wir haben Suiten! Und die Verpflegung hier ist ebenfalls in Ordnung.
Unserer beiden Männer kämpften ganz ordentlich mit, Probleme gab es hauptsächlich mit der Erregungssteuerung zu Serienbeginn, aber auch mit der Gestaltung der Endphase der Serie sowie mit der Fehlerbewältigung (Doppelfehler). Hier ließen unsere beiden Starter die eine oder andere Scheibe fliegen, Florian erreichte 115 Treffer, Philipp kam auf ein Endergebnis von 112 Scheiben.
Unsere Damen haben ja bereits die Heimreise nach Deutschland angetreten, morgen früh geht es für uns zurück in die Heimat. Dann steht eine Woche später bereits die EM in Lonato (ITA) auf dem Plan! Auf ein Neues!
Fotos:
© by Jürgen Heise (German Shotgun News)
von Frank Günther | 29.05.16 | News
Todi, ITA Als erstes ein riesen Kompliment unseren zwei Doppeltrapschützen Michael Goldbrunner und Andy Löw. Dieser Wettkampf hat erneut gezeigt, dass beide zur absoluten Weltklasse gehören. Aber der Reihe nach.
Auf dem Weg von Rom nach Todi konnten wir noch nicht ahnen, was uns hier erwartet. Die Straßen abseits der Autobahn erinnerten mich sehr an eine Teststrecke für Stoßdämpfer. Gut durchgeschüttelt kamen wir Im Hotel an. Beim Blick aus dem Hotelfenster konnte ich erahnen, wie landschaftlich schön Umbrien ist. Wir haben am Abend einen ersten Abstecher mit dem Auto gemacht, um einen Supermarkt zu finden. Dabei fuhren wir durch eine traumhaft schöne Landschaft! Kleine Bergdörfer mit Natursteinhäusern wohin das Auge blickt.
Wunderschön hier in Umbrien, da kann man direkt ins Schwärmen geraten. Aber wir waren hier nicht um Urlaub zu machen, sondern um unseren zweiten Ausscheid zu schießen. Der Schießstand knüpft sich nahtlos an das schöne Umbrien an. Wenn es schöne Schießstände gibt, dann ist dieser mit Sicherheit eines der Schönsten. Eine top gepflegte Anlage, einfach zum Genießen. Der Wettkampf- in Koproduktion mit den Arabischen Emiraten – sehr gut organisiert! Das Teilnehmerfeld-hochkarätig! Das Wetter – prächtig! Also beste Voraussetzungen, um Höchstleistungen zu produzieren. Und was war das für ein Wettkampf! Bei der Anmeldung erfuhren wir, dass es auch eine Mannschaftswertung gibt. Aber wir waren ja nur zwei Schützen. Kein Problem, dann sucht euch einen Schützen aus einer anderen Nation zum Auffüllen der Mannschaft aus. Die erste Wahl fiel auf James Willett aus Australien. Der war allerdings schon vergeben, denn andere waren schneller als wir. So schoss der Australier mit Eller (USA) und Scott (GBR) zusammen in einer Mannschaft. Ein bärenstarkes Team neben den Italienern. Also suchten wir uns als Partner einen ebenso starken Sportler raus- Vasily Mosin aus Russland. Der sagte sofort ja und unser Team bekam den Namen „Druschba“, zu Deutsch „Freundschaft“. Diese Sportlerzusammenstellung stellte sich später als Glücksgriff heraus. Es war ein unwahrscheinlich spannendes Turnier von Anfang bis zum Ende. Die meisten Weltklasseathleten nutzten diesen Wettkampf als Zwischenstation für den Weltcup San Marino. Unsere beiden Schützen begannen sehr stark und man konnte nach den ersten Runden erahnen, dass sehr hoch geschossen wird. Und so war es auch. 147 Treffer gleich zwei Mal von Löw und Mosin führten das Feld ins Finale, was für ein Ergebnis! 141 Scheiben reichten dann zum Einzug ins Finale. Michael Goldbrunner musste ins Stechen mit Scott aus England. Leider fehlte Michael eine der ersten zwei Scheiben. Scott traf beide Scheiben, Scott somit im Finale. 6 Schützen aus 6 Nationen, was wünscht man sich mehr als Veranstalter. Beste Werbung für ein Klasseturnier.
Innocenti und Eller fielen nach dem Halbfinale raus. Löw und Scott Bronzemedalmatch. Andy gewann und krönte damit sein hervorragendes Vorergebnis. Mosin (RUS) und Cetcutti (MAL) schossen um Gold. Mosin war an diesem Tag einfach zu stark für die Konkurrenz und gewann mit einer 30´íger Serie. In der Mannschaftswertung lag dann das Team „Druschba“ mit sage und schreibe 15 Treffern Vorsprung vorne, insgesamt erreichte das Team 435 von 450 Scheiben! Wann gab es das schon einmal – in der“ Höhle des Löwen“ so eindrucksvoll zu gewinnen? Der wichtigste Lohn war für Andy das Ticket zu den olympischen Spielen. Es war ein harter und sportlich sehr fairer Wettkampf. Beide Schützen, Michael und Andy, haben alles gegeben. Zum Schluss bleibt zu sagen: Doppeltrap hat es wiederum geschafft, sich in die absolute Weltspitze zu schießen. Wir haben zwei Schützen, die das Weltniveau mit bestimmen. Hier in Todi konnten sie das eindrucksvoll unter Beweis stellen! Das lässt für die Zukunft auf weitere Erfolge hoffen.
Drücken wir nun Andy Löw die Daumen für die Olympischen Spiele. Er hat bis jetzt ein sehr gutes sportliches Jahr gehabt- hoffen wir, dass er es zu den olympischen Spielen krönen kann.
Fotos:
© UmbriaVerde & Andy Löw
von Axel Krämer | 27.05.16 | News
Todi, ITA Nun auch unsere Grüße aus dem sonnigen Italien! Todi, ein kleines altertümliches Städtchen in Umbrien – ca. 150 km südlich von Rom gelegen, bietet uns wie erwartet strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel bei 25 Grad. Eigentlich ein Wettkampf vor unserer Haustür – und trotzdem benötigten wir einen ganzen Tag für die Anreise.
Mit Lufthansa nach Rom – das sind knapp 2 Stunden – dann jedoch 2 Stunden bei der Polizei und nochmal so viel beim Mietwagen. Dann rollt der Berufsverkehr – mit uns gemeinsam – durch Rom! Aber wir sind gesund und sicher hier angekommen!
Unser Team
Doppeltrap: Michael Goldbrunner, Andreas Löw
Skeet Männer: Ralf Buchheim, Marvin Meier
Skeet Frauen: Christine Wenzel, Nadine Messerschmidt, Katrin Wieslhuber
Die Schießanlage mit dem typischen italienischen Flair eines Flintenstandes. Restaurant, Hotel, Pool und großflächig angelegte Skeet und Trap Stände. Laut Insider Informationen gehört diese Anlage der Familie Rossi!
Wie erwartet – ein erlesenes Starterfeld hier vor Ort. Es treffen sich die besten Flintenschützen, um sich hier noch einmal gezielt auf den Weltcup in San Marino vorzubereiten.
Für uns hat dieser Wettkampf jedoch eine ganz besondere Bedeutung, denn es geht um die begehrten Fahrkarten zu Olympia. Die Entscheidung fällt hier vor Ort bei den Doppeltrap Männern zwischen Andreas Löw und Michael Goldbrunner und bei den Skeet Damen zwischen Christine Wenzel und Nadine Messerschmidt. Ralf Buchheim steht bei den Männern schon fest, da kein weiterer Schütze den Sprung in das Top Team Rio geschafft hatte!
Unser inoffizielles Training absolvierten wir Gestern und heute steigen wir in das „PET“ (offizielles Training) ein. Morgen beginnen die Wettkämpfe in Doppeltrap und Skeet!