von Dirk Anger | 01.05.16 | Pressespiegel
Ibbenbüren / Tecklenburger Land – Einen großen Schritt in Richtung Olympische Spiele in Rio de Janeiro hat die Ibbenbürener Skeet-Schützin Christine Wenzel gemacht. Sie erreichte am vergangenen Wochenende beim Weltcup in Rio das Finale der besten Sechs.
Einen großen Schritt in Richtung Olympische Spiele in Rio de Janeiro hat die Ibbenbürener Skeet-Schützin Christine Wenzel gemacht. Sie erreichte am vergangenen Wochenende beim Weltcup in Rio das Finale der besten Sechs und verschaffte sich damit eine sehr gute Ausgangsposition im Zweikampf um das eine zu vergebende Olympiaticket. Ihre Konkurrentin Nadine Messerschmidt kam in Rio auf Rang 17. „Da kann nicht mehr viel anbrennen“, freute sich Christine Wenzel darüber, dass ihre dritten Olympischen Spiele in greifbarer Nähe sind.
Zwei Wettkämpfe sind maßgeblich für das Erreichen des Olympia-Tickets: der in Rio vom vergangenen Wochenende und der im italienischen Todi Ende Mai. Die von den Bundestrainern festgelegten Kriterien sind zunächst einmal die getroffenen Scheiben in den Vorkämpfen dieser beiden Wettkämpfe. Christine Wenzel traf in Rio 70 von 75 Scheiben, Nadine Messerschmidt 66. Damit hat sich die Ibbenbürenerin schon einmal einen Vorsprung von vier Scheiben erarbeitet. In Todi werden noch einmal 75 Scheiben geschossen. „Wer von den 150 Tauben die meisten trifft, fährt nach Rio“, so Christine Wenzel.
Allerdings gibt es noch ein zusätzliches Kriterium, und das ist das Erreichen des Finales bei einem dieser beiden Wettbewerbe.

© ISSF
Das gelang Christine Wenzel in Rio, und damit hat sie sich einen ganz deutlichen Vorsprung vor ihrer Kontrahentin erarbeitet. Selbst wenn Nadine Mersserschmidt in Todi das Finale erreichen sollte und Christine Wenzel nicht, wäre die Ibbenbürener Sportschützin noch im Vorteil, denn der Wettkampf in Rio war ein Weltcup, der in Todi ist keiner. Und von daher sei das Erreichen des Finales in Rio höher zu bewerten, sagt Christine Wenzel.
Dass sie im Finale in Rio dann „nur“ den sechsten Platz belegte, sei nicht so tragisch, sagt die amtierende Europameisterin. „Der Fokus lag auf dem Erreichen des Finales.“ Und sie fügt halb scherzhaft hinzu: „Die Medaille holen wir dann bei Olympia.“ Eine hat sie schon: In Peking vor acht Jahren holte Christine Wenzel Bronze.
Dass in Rio de Janeiro in knapp 100 Tagen die Olympischen Spiele beginnen sollen, davon habe man wenig merken können, sagt Christine Wenzel. In London 2012 und in Peking 2008 sei im Vorfeld deutlich mehr Olympia-Feeling zu spüren gewesen. Momentan gelte: „Rio ist eine Riesen-Baustelle. Es gibt noch viel zu tun.“ Auffallend sei, dass es „viel Armut, viel Dreck und viel Müll“ gebe. „So hatte ich Rio nicht im Kopf“, hatte Wenzel sich die Stadt am Zuckerhut anders vorgestellt.
Die Olympia-Anlage, auf der am vergangenen Wochenende geschossen wurde, sei „ganz ordentlich“ gewesen. Nicht allerdings die Bedingungen. „Zum Teil 40 Grad im Schatten und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit“, berichtet Christine Wenzel. Die Räume, in denen sich die Sportler aufhalten konnten, seien hingegen auf 18 Grad heruntergekühlt worden. Im August werde es allerdings anders sein. „Dann werden es rund 25 Grad sein,“ vermutet die Ibbenbürenerin.
Quelle:
Westfälische Nachrichten
Titelbild:
© Photo by ISSF | Nicolò Zangirolami
von Uwe Möller / Axel Krämer | 14.03.16 | News
Köln/Wiesbaden, GER Mit der zweiten Ausgabe der Zeitschrift „dieflinte“ sind wir – der „Förderkreis Nationalmannschaft Wurfscheibe“ dank unseres Mitgliedes Dominik Allartz – nun auch regelmäßig in einer eigenen Kolumne vetreten. Hier nun der Bericht der Bundestrainer Uwe Möller „Trap/Doppeltrap“ und Axel Krämer „Skeet“ zum Jahresauftakt 2016 in unserer ersten Printausgabe.
2016… der Weg nach Rio
Zuerst mal allen aktiven Wurfscheibenschützen und Förderern unseres schönen Sports, hier insbesondere dem Förderkreis Wurfscheibe, ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2016 – jedenfalls für den Rest davon! Es ist eine tolle Sache, das uns „Die Flinte“ mit Förderkreismitglied Dominik Allartz als Herausgeber eine Plattform bietet, rund um das leistungssportliche Wurfscheibenschiessen zu berichten.
2016 – ein wichtiges und richtungsweisendes Jahr für den Sport in Deutschland, auch für das Wurfscheibenschiessen. Denn die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (Brasilien) vom 05. – 21.08.2016 werfen ihre Schatten voraus. Der Deutsche Schützenbund kämpft um 2-3 Medaillen und um eine höhere Förderstufe für den neuen Olympiazyklus in Richtung Tokio (Japan) 2020.
Die Wurfscheibenschützen gehen in Rio mit 4 Startern ins Rennen. Die Anzahl der erkämpften Startplätze hat sich gegenüber London 2012 nicht verschlechtert, die Verteilung auf die einzelnen Disziplinen schon. Zwei Startplätze in der Disziplin SKEET (1x Männer, 1x Damen), ein Startplatz in der Disziplin TRAP (Damen) und ein Startplatz in der Disziplin DOPPELTRAP, damit geht seit 2004 wieder ein Doppeltrapschütze an den Start. Für die Disziplin TRAP (Männer) gibt es erstmals keinen Starter.
Nach der anstrengenden Quotenplatzjagd in den letzten beiden Jahren haben die Olympischen Spiele in diesem Jahr die absolute Priorität und sind der große Höhepunkt! Die anspruchsvollen Planungen dafür sind abgeschlossen, die Finanzierung für die Maßnahmen steht. Der „scharfe Start“ in die Olympiasaison für das Top-Team-Rio wird mit dem Klimatraining vom 14. – 24.02.2016 in Malaga (Spanien) eingeläutet.
Ein weiterer Höhepunkt 2016 für unsere Wurfscheibenschützen sind die Europameisterschaften im Juli in Lonato (Italien). Auf diesem schwierigen Stand fanden ja im letzten Jahr die Weltmeisterschaften statt. Ganz besonders für unseren Nachwuchs eine anspruchsvolle Aufgabe!
Auch die internationale Wettkampfstrecke für die Junioren hat es wieder in sich, traditionell mit dem ISSF Junior Cup in Suhl, dem IWK in Orimattila (Finnland) und dem IWK in Porpetto (Italien). Alle Wettkampfdaten für 2016 findet ihr auf der Förderkreisseite im Internet unter www.fk-wurfscheibe.de!
Trap / Doppeltrap:
Bei den Trap-Damen wurde durch den Weltmeistertitel von Katrin Quooß 2014 zur WM in Granada (Spanien) ein Quotenplatz erkämpft.
Neben Katrin Quooß (Wittstock) wurden auch Jana Beckmann (Magdeburg), Christiane Göhring (Suhl) und Sonja Scheibl (Itzstedt) aufgrund ihrer gezeigten Leistungen in das Top-Team-Rio des DSB berufen. Mitglieder des Top-Teams-Rio (und nur Mitglieder!) sind berechtigt, an einer Olympiaausscheidung teilzunehmen. Das bedeutet für alle 4 Damen eine anspruchsvolle Wettkampfstrecke, bis die Starterin für Rio feststeht! Die Ausscheidung unterteilt sich in einen Vorentscheid (Elimination) und die eigentliche Olympiaausscheidung. Nach dem Vorentscheid, der in Nicosia (Zypern) über den dortigen Grand Prix „10./11.03.2016“ und dem dortigen Weltcup „20./21.03.2016“ führt, ist für eine der vier Damen das Rennen beendet. Die verbleibenden drei Damen kämpfen dann beim Olympiaausscheid, der über den Weltcup in San Marino (San Marino) „02. – 04.06.2016“ und den Weltcup in Baku (Aserbaidschan) „21./22.06.2016“ führt, um das begehrte Ticket zur Olympiade nach Rio de Janeiro (Brasilien).
Mitglieder im Top-Team-Rio des DSB Doppeltrap sind Michael Goldbrunner (Bennediktbeuern), der auch im letzten Jahr zum Weltcup in Gabala (Aserbaidschan) den Quotenplatz erkämpfte, sowie Andreas Löw (Schönbronn). Hier führt die direkte Olympiaausscheidung über den Weltcup in Rio de Janeiro (Brasilien) „18./19.04.2016“ und den hochkarätig besetzten internationalen Green-Cup in Todi (Italien) „27./28.05.2016“.
Ebenfalls Mitglied im Top-Team-Rio ist unser Trapschütze Karsten Bindrich, allerdings ohne Quotenplatz. Den verpasste er haarscharf zur Weltmeisterschaft 2015 in Lonato (Italien) mit Platz 8. Theoretisch hat er noch Chancen auf einen Start in Rio, wenn bei einem Tausch ein Quotenplatz an die Disziplin TRAP (Männer) fallen würde.
Skeet
Auch im SKEET-Lager verspürt man die Spannung im Olympiajahr. Der absolute sportliche Höhepunkt für jeden Sportler – die erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Spielen. Einmal diese Atmosphäre erleben, ein Teil der olympischen Familie sein – wie es so schön heißt!
Der Weg dorthin ist jedoch hart und führt im Moment noch über das Quotenplatzsystem der ISSF und des IOC. Viele Trainer und Sportler fordern eine Anpassung dieses Systems an die neuen Bedingungen. So ist es wesentlich härter in Europa Quotenplätze zu erkämpfen, als in Asien oder Ozeanien. Die Teilnehmerzahl ist stark begrenzt, im Moment sind bei den Männern 28 Quotenplätze und bei den Damen 19 Quotenplätze vergeben.
Von den in unserer Disziplin vier möglichen Startplätzen konnten wir jedoch nur zwei erkämpfen. Jeder erinnert sich an die spannenden Wettkämpfe in Maribor und Lonato. Die tollen Leistungen von Christine Wenzel und Ralf Buchheim wurden mit jeweils einem Quotenplatz belohnt.
Streng nach den Ausscheidungskriterien werden nun die Top-Team-Rio Kader (Christine Wenzel, Nadine Messerschmidt und Ralf Buchheim) um diese Startplätze kämpfen. Die letzte Chance, sich für das Top-Team-Rio zu qualifizieren, besteht für die besten Kader des letzten Jahres zum Weltcup in Nicosia (Zypern). Wer sich dort unter die besten 8 schießt, nimmt an der Olympiaqualifikation teil!
Für diese Kader führt der Weg über den Weltcup in Rio und dann Ende Mai über den Green-Cup in Todi! Dann heißt es für zwei Sportler – volle Konzentration auf RIO!
Ein spannendes Jahr auch für unseren Nachwuchs!
Gehen unsere „Jüngsten“ – die Schüler, über die Jugendverbandsrunden zu den Deutschen Meisterschaften, so haben alle anderen die Möglichkeit sich für die Europameisterschaften in Lonato (Italien) zu qualifizieren. Für die Besten unter ihnen steht die internationale Juniorenstrecke über den IWK Suhl, den Wettkampf in Orimattila (Finnland) und Porpetto (Italien) auf dem Programm.
Können unseren Junioren die Lücken füllen, die Fritze und Haaga hinterlassen haben (beide Schützen sind nun in der B Mannschaft)?
Unsere Studenten schießen eine separate Weltmeisterschaft in Polen, die Soldaten in Korea und die besten Schützen des Jahres treffen sich dann noch einmal zum Weltcupfinale in Rom!
Ein prall gefüllter Wettkampfkalender für unsere Sportler und ein hoch interessantes Jahr für die Fans!