von Uwe Möller | 18.04.16 | News
Rio de Janeiro, BRA – Beim gestrigen dritten und letzten Wettkampftag der Männer legte Karsten Bindrich nochmal einen furiosen Endspurt hin! Mit 24 und 25 Treffern legte er eine ordentliche Schippe drauf und kam auf 117 Scheiben, die mit ihm noch acht weitere Schützen erreichten, darunter auch die letzten drei Olympiasieger! Das Shoot Off war eine illustre Runde von 9 Weltklasseschützen, die um den letzten verbliebenen Finalplatz kämpften.
Nach und nach lichtete sich dann das Feld, bei Binde war leider bei Scheibe 4 Endstation. Sehr schade, denn eine Finalteilnahme hätte nahtlos an seinem sehr guten 7. Platz beim WC Nikosia (CYP) angeknüpft. Er hat am ersten Tag ein bis zwei Scheiben zu viel „fliegen lassen“, sonst wäre das Shoot Off für ihn gar nicht auf die Tagesordnung gekommen.
Der Spanier Fernandez gewann nach Nikosia den zweiten Weltcup in Folge und gehört bei der Olympiade hier im August zum absoluten Favoritenkreis! Zweiter wurde der Belgier Peeters vor Brol aus Guatemala.

Es herrschen hier wieder tropische Temperaturen. Wenn man aus dem klimatisierten Aufenthaltsraum nach draußen geht, dann trifft einen die Hitze wie ein Hammer! Hinter den Ständen B und C stehen Pavillons, hinter dem Finalstand A eine große Tribüne. Also wenigstens für die Betreuer und nachfolgenden Schützen etwas Schatten, währenddessen die Schützen vorne auf den Platten in der gnadenlos sengenden Sonne stehen. Aber alles lamentieren nützt nichts, hier muss jeder Sportler durch – wohl dem, der eine gute Kondition hat!
Zum Damenwettkampf noch ein kleiner Nachtrag: Dort schoss auch eine Schützin aus Guam mit, im Nachgang habe ich erfahren, sie ist Skeetschützin! Am Trap-Wettkampf hat sie teilgenommen, wahrscheinlich um Zeit bis zu Beginn von Skeet zu überbrücken. Pro Runde traf sie eine Scheibe – das gab in der Endabrechnung ein Ergebnis von 3! Für die nachfolgende Schützin in derselben Runde ist so etwas natürlich der blanke Stress – es hupt 24 mal! Bei den Zuschauern hinter dem Stand wurden schon Wetten abgeschlossen, wann der erste Treffer in der Serie kommt. In Runde zwei traf sie die 21 Scheibe mit dem zweiten Schuss – die Zuschauer applaudierten! Bei allem gebotenem Respekt, aber so was ist in meinen Augen schon grenzwertig – ein gewisses Leistungsniveau sollte dann doch schon vorhanden sein, schließlich sind wir bei einem Weltcup!
Ein sehr angenehmer Gesprächspartner während des Trap-Wettkampfes der Frauen war Hasso Ahrens, ein deutsch-stämmiger Trainer und Vater aus Namibia. Er betreut seine Tochter Gaby Ahrens, die ja bei den Afrikaspielen in Kairo der Damenwettkampf gewinnen konnte und sich damit einen Quotenplatz für Namibia sicherte. Sie wird auch zur Olympiade im August hier in Rio de Janeiro an den Start gehen. Hasso und Gaby wohnten zusammen mit uns hier im Hotel Windsor Florida. Da gab es abends in der Lobby oder auf der Busfahrt zum Stand immer Gelegenheit für Gespräche über Land und Leute, über Namibia und Deutschland, über Sport, über Gott und die Welt. Beide haben heute früh die Heimreise angetreten – guten Flug!
Auch unsere Damen sind inzwischen auf dem Heimweg, nachdem sie erst noch den Schießstand ansteuern mussten, um die Waffen abzuholen. Nach aktuellen Informationen ohne Probleme. Auch ihnen eine angenehme Heimreise!
Heute Wettkampftraining Doppeltrap. Wieder mit dem ersten Bus um 06.30 Uhr auf den Stand, hoffentlich sind die Straßen zu Wochenbeginn nicht gleich am frühen Morgen dicht.
Bis bald – allen noch einen schönen Wochenanfang (jedenfalls für den Rest des Tages)!
Bildquellen:
© Photos by Lyndon Sosa & Gaby Ahrens
von Uwe Möller | 14.04.16 | News
Rio de Janeiro, BRA – Mit dem Nachtflug kamen wir Mittwoch nach 11 Stunden und 30 Minuten in Rio de Janeiro (Brasilien) an, anschl. noch das Waffenprozedere! – Dieser Weltcup hier in Rio ist gleichzeitig ein olympischer Testwettkampf, wir sind also die Testpersonen. – Mehrere Male musste jeder Sportler verschiedene Dokumente hin und her reichen, Unterschriften leisten, auf Kopien warten – das volle Programm! Zum Schluss reichte bei den nachfolgenden Athleten nur noch eine Unterschrift. Wenn wir also damit zur Optimierung des Prozedere beitragen konnten, haben wir das doch gerne gemacht!
Danach mit dem Bus zum Schießstand. Eine sehr große Anlage außerhalb der Stadt, die Bauarbeiten sind dort noch im vollen Gange! Kein Schießlärm , sondern nur Hämmern, Schweißen, Bohren, Schneiden – sämtliche Gewerke vor Ort! Schnell in den Katakomben zur Shotgun-Waffenkammer, die Waffen einlagern. Kurze Anfrage: Morgen Training möglich? Nein, morgen kein Training, erst am 14. April offizielles Wettkampftraining!
Leise Zweifel bleiben.
Die anschließende Fahrt zum Hotel – der Hammer! Das Wort „Verkehrsinfarkt“ hat für mich eine völlig neue Bedeutung bekommen, denn hier wird er aktiv gelebt! Die geschätzten 30 Kilometer vom Stand bis zu unserem Hotel hatten wir dann doch schon in der Rekordzeit von 3 Stunden und 10 Minuten absolviert. Unser Busfahrer war völlig schmerzfrei – ein Teufelskerl! Denn wie er die große Kiste durch alle Hindernisse rangierte, die Spur ohne Blechschäden mit nur wenigen Zentimetern Abstand wechselte – Respekt! Ständig Moped- und Motorradfahrer, die sich mit lautem Hupen zwischen den Autos durchquetschten, meistens längs, bei stehendem Verkehr aber hin und wieder auch mal quer! Man verbreitert gerade die Straßen für die Olympiade, daher gibt es in alle Richtungen Megastaus! Da es ja um einen Testwettkampf geht, testen wir eben auch die Staus!
Unser Hotel ist sehr gut, auf dem Dach gibt es sogar einen kleinen Pool. Essen kann man hier gut und günstig. Es gibt in der Nähe viele Restaurants, die Buffet anbieten. Bezahlt wird nach Gewicht, man wählt aus vielerlei Fleisch, Fisch, Sushi, Gemüse und Salat aus, dann lässt man den Teller wiegen.

Da wir ja variabel sind, war nach dem Ausfall des gestrigen geplanten inoffiziellen Trainings Kultur angesagt. Also Besuch der weltbekannten Sehenswürdigkeiten in Rio! Ganz in der Nähe des Hotels gibt es einen Ticketshop. Hier kann man Eintrittskarten für den Besuch der Christusstatue kaufen, den Transport mit einem Shuttle inbegriffen. Ein tolles Erlebnis, man hat eine schönen Blick auf die Stadt, das Meer, die Strände und die vorgelagerten Inseln.
Danach mit dem Taxi zum Zuckerhut. Mit der Seilbahn über eine Zwischenstation auf dieses markante Wahrzeichen von Rio – nichts für Menschen mit Höhenangst!
Am Abend bekamen wir dann Infos zum heutigen offiziellen Wettkampftraining.
von Wolfgang Lamée | 13.04.16 | News
Köln, GER – Unsere Schützen sind auf dem Weg nach Rio de Janeiro (BRA), dort finden ab Freitag die Wettkämpfe des ISSF WorldCup Rifle, Pistol and Shotgun (14. – 24.04.2016) statt, sozusagen der vorolympische Testlauf – gleichzeitig wird Intern weiter um die begehrte Olympiaqualifikation gekämpft.
Insgesamt entsendet der DSB zu allen Wettkämpfen einen starken Kader von 25 Schützinnen und Schützen, für die Flintendiziplinen gehen folgende Schützen an den Start:
Jana Beckmann (Magdeburg) . Trap
Christiane Göhring (Schwallungen) – Trap
Nadine Messerschmidt (Brotterode-Trusetal) – Skeet
Sonja Scheibl (Itzstedt) – Trap
Christine Wenzel (Ibbenbüren) – Skeet
Karsten Bindrich (Eußenhausen) – Trap
Ralf Buchheim (Potsdam) – Skeet
Michael Goldbrunner (Benediktbeuern) – Doppeltrap
Andreas Löw (Weingarten) – Doppeltrap
Hier der Zeitplan für Rio in den kommenden Tagen…

von Uwe Möller | 25.03.16 | News
Nikosia, CYP Es war wieder einmal sehr knapp und fast hätte Karsten Bindrich noch den Sprung ins Finale geschafft! Nach dem ersten Tag lag er mit 71 Treffern auf dem 11. Platz, nur mit einer Leistung im Maximalbereich am zweiten Wettkampftag war die theoretische Chance auf den Finaleinzug noch im Bereich des Möglichen!
Binde kämpfte wie eine Löwe, nach einer 24 in der ersten Runde steigerte er sich zweiten Durchgang auf eine „Volle“. Die Bedingungen gestern wahrlich nicht einfach. Nachdem in den vorherigen Tagen der Wind immer von rechts kann, entschloss er sich am letzten Tag zu einem Richtungswechsel, um die Schützen nochmal richtig zu ärgern und blies von hinten. Teilweise sehr heftige Böen, manche Scheiben wurden dadurch urplötzlich nach unten gedrückt. Wer hier nicht variabel war, hatte schlechte Karten! Binde kam hier seine jahrelange Wettkampferfahrung zugute, bei einer flachen Linksscheibe gelang ihm ein wahrer „Kunststoss“!
Leider konnte er sich im Shoot Off nicht durchsetzen und musste sich mit Platz 7 zufrieden geben. Trotzdem eine starke Leistung zu Saisonbeginn, die hoffen lässt!
Unsere anderen zwei deutschen Starter Philipp Seidel und Paul Pigorsch kamen dagegen nicht so gut zurecht. Zu viele individuelle Fehler ließen ein höheres Ergebnis (noch) nicht zu. Es taten sich einige Baustellen auf, an denen es in Richtung EM-Qualifikation zu arbeiten gilt. Gestern Abend dann eine längere Wettkampfauswertung mit allen Sportlern und Absprache der weiteren Trainings- und Wettkampfplanung für den nächsten Saisonabschnitt.
So, nun sind drei Wochen in Zypern rum! Die Koffer sind bereits gepackt, um 13.00 Uhr geht’s zum Airport und dann ab nach Hause!

War schon ein ziemlich langer Kanten diesmal, trotzdem ziemlich erfolgreich! Mit dem vierten Platz von Andy im Doppeltrap, dem zweiten Platz von Sonja bei den Trap Frauen und gestern mit Platz 7 von Karsten können wir stolz die Heimreise antreten! Und dann mal wieder zu Hause frühstücken, ohne Beatlesmelodien auf der Panflöte – diese CD lief hier im Hotel-Lobbybereich und im Frühstücksraum jeden Tag als Endlosschleife! Obwohl, ich habe jetzt noch etwas Zeit und könnte mir ja so eine CD gegenüber im Supermarkt kaufen, nicht das mir morgen beim Frühstück was fehlt…
Schöne Ostern und bis bald!