von Wolfgang Lamée | 06.03.15 | News
Acapulco,Mex (Uwe Möller) Heute zum Abschluss der Trapdisziplinen unserer Mexico WC Tour der Wettkampf im Doppeltrap. Um es gleich vorweg zu nehmen, auch heute hat es noch nicht für vordere Platzierungen gereicht. Um das Finale zu erreichen, waren 139 Scheiben nach Shot-Off nötig. Andy traf 132 Scheiben und kam auf Platz 25 ein.
Es läuft ähnlich wie bei den Trapern noch nicht rund bei ihm. Seine Serien: 25, 30, 23, 28, 26. Es fehlt noch etwas die Variabilität und Wettkampfhärte, um mit den wechselnden Bedingungen umgehen zu können, wie beispielsweise mit Wind und Lichtverhältnissen. Dass das zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr aber schon möglich ist, beweisen uns die erzielten Ergebnisse der anderen Nationen.
Sieger wurde der Amerikaner Holguin vor dem Chinesen Hu. Platz 3 belegte mit Haldeman ebenfalls ein Schütze aus dem US-Team. Hier muss man aber davon ausgehen, dass die Schützen dieser Nationen schon wesentlich größere Umfänge trainiert haben, d.h. sie haben das ganze Jahr durchgeschossen. Wir haben zwar mit unserem Klimatraining in Al Ain auch schon einige Schusszahlen auf der „Haben“-Seite, aber längst nicht diese Umfänge! Es soll jetzt keine Schönfärberei betrieben oder nach Entschuldigungen gesucht werden. Aber ich glaube, meine obige Einschätzung kommt der Realität schon recht nahe.
Wie ich bei den Trap-Schützen schon geschrieben habe – wir brauchen noch etwas Zeit, um auf Touren zu kommen!
Der größte Teil der Schiedsrichter wurden extra aus den USA für diesen Weltcup eingeflogen. Das sind ältere gestandene Damen und Herren, sehr freundlich und in den ISSF-Regeln absolut sattelfest!
Ich wollte nach der zweiten Runde für Andy, der gerade auf Stand 5 (ohne Dach) in sengender Hitze seine Runde absolviert hatte, den Seitenrichterdienst übernehmen. Da fragte mich der wirklich nette und freundliche amerikanische Kampfrichter, ob ich Trainer oder Teamleader sei. Trainer – sagte ich, worauf er antwortete, Trainer dürfen keine Seitenrichter machen. Und er erklärte mir in aller Ausführlichkeit die Regeln mit seinem harten amerikanischen Slang. Darauf erwiderte ich: „ Okay, I am a Teamleader“. Und mit einem breiten Grinsen erklärte er mir, dann sei das kein Problem – als Teamleader darf ich das natürlich machen.
Auf der Rückfahrt heute vom Stand zum Hotel mit dem Mietwagen von Axel haben wir dann auch mal eine mexikanische Autopanne erlebt. Dort stand ein kaputter Pickup, davor in ungefähr 3 Meter Entfernung ein Warndreieck. Das war ein Blumentopf mit einem Holzstengel, an dem war ein blauer kleiner Fetzen angeknotet, sah aus wie die Unterhose vom Fahrer! Man muss sich halt nur zu helfen wissen…
Unsere Skeet-Schützen waren heute nach einer doch recht abenteuerlichen Anreise auch auf dem Stand zum Training. Jedenfalls trainierten Sven und Christine, die wenigstens schon ihre Sportgeräte, sprich Flinten hatten (Sven dafür noch keinen Koffer). Bei Nadine, Felix und Ralf sind die Flinten noch immer unterwegs, wir drücken ganz fest die Daumen, das die Waffen noch rechtzeitig ankommen.
Als kurzes Fazit: Ein schöner Wettkampf, für uns eine Standortbestimmung. Ein langer, anstrengender Trip. Vielleicht sollte man im Vorfeld von solch einem Wettkampf (und hier handelt es sich ja nicht um ein kleines Turnier) mal die Bedingungen bei der Ein- und Ausreise mit Waffen verbessern! Für die Sportler ist das kräftezehrend und kontraproduktiv, gute Leistungen erzielt man nur, wenn das Gesamtpaket stimmt. Aber hier werden den Athleten schon im Vorfeld mit solchen Aktionen, wie sie hier am Flughafen abgingen der Stecker gezogen!
Also dann, alles Gute und viel Erfolg für unsere Skeet-Schützen! Wir fahren morgen früh um 07.45 ab zum Airport nach Acapulco. Daumen drücken für eine normale Heimreise!!!
von Wolfgang Lamée | 04.03.15 | News
Acapulco, MEX (Uwe Möller) Beim Sieg des Italieners Fabbrizi vor dem Australier Diamond und dem Inder Sandhu gab es heute für unsere beiden Starter Karsten „Binde“ und „Paule“ Pigorsch nichts zu holen. Beide kamen mit jeweils 117 Treffern auf den Plätzen 45 und 46 ein. Zum Einzug ins Finale fehlten jeweils 5 Scheiben, Finaleingang war 122 Scheiben nach Shot-off. Soweit die nackten Fakten!
Paule begann mit einer mäßigen 22-er Runde, danach 23 und zum Schluss eine saubere 24. Karsten schoss in der ersten Runde des heutigen Tages blitzsauber „voll“, dann folgten 23 und zum Abschluss ebenfalls 24. Bei Karsten eine deutliche Steigerung, Paul vergab sich alle (wenn auch nur minimale Chancen) durch die schwache Startserie des heutigen Tages. Im Nachgang nicht zu ändern – wir sind trotzdem auf dem richtigen Weg! In der Abschlussbesprechung heute wurde der Wettkampf analysiert und die richtigen Schlussfolgerungen gezogen, sowohl von Athleten – als auch von Trainerseite. Der erste Weltcup früh im Jahr, eine Standortbestimmung für uns.
Die Stimmung in der Truppe war und ist gut, alle haben mitgezogen und sich gegenseitig unterstützt. Das macht vieles leichter, gerade wenn ungeahnte Schwierigkeiten wie bei der Anreise auftreten! Nun gilt es, die nächsten großen Wettkämpfe (WC Al Ain/UAE und WC Larnaca/Cyp) vorzubereiten. Dazu treffen wir uns schon nächste Woche in München zum Lehrgang.
Morgen dann die Abreise der Trap-Mannschaft nach Hause, hier habe ich schon einige Bauchschmerzen, ob das alles gut geht… Um 10.30 Uhr Abfahrt vom Hotel zum Airport nach Acapulco, dann der Flug nach Mexico City. Na dann wollen wir mal die Daumen und zusätzlich die Fußzehen drücken, dass das auch so hinhaut! Das Problem wird dann sicher wieder in Mexiko City die Reise von Terminal 2(Innlandsflughafen) zum internationalen Flughafen (Terminal 2) sein, um den Anschlussflug nach Frankfurt noch zu bekommen! Wäre ganz wichtig, das alles klappt- auch mit den Waffen! Denn der Lehrgang in München nächste Woche macht ohne Waffen wenig Sinn!!!
Morgen dann offizielles Wettkampftraining Doppeltrap. Andy ist nach zwei Tagen Trainingspause ganz heiß auf Schießen, ein gutes Zeichen.
In der Nacht zu Donnerstag (Ortszeit) reisen die Skeeter an. Wir wünschen ihnen viel Glück für ihren Trip! Ich werde morgen Zeiten für das inoffizielle Training am Donnerstag klarmachen, das war heute noch nicht möglich.
Übrigens war Jana heute an ihrem freien Tag vor der Abreise zusammen mit Zuzanna Rehak Stefecekova aus der Slovakei in einem Aqua Park ganz in der Nähe vom Hotel, beide sind zusammen mit Delfinen geschwommen. War bestimmt ein tolles Erlebnis.
von Wolfgang Lamée | 03.03.15 | News
Acapulco, Mex (Uwe Möller) Heute wurde es nun ernst. Der Wettkampf begann, bei den Männern die ersten beiden Runden, bei den Frauen der komplette Wettkampf über 3 Runden. Insgesamt gingen 45 Frauen und 86 Männer aus 53 Nationen an den Start.
Um es vorweg zu nehmen, bei Jana lief es heute nicht so gut, sie erreichte mit 66 Treffern den 23.Platz. Nach der Startserie mit 20 Treffern und zwei Serien mit jeweils 23 Treffern war klar, dass wird heute nicht unser Tag! Konzentrationsschwierigkeiten und daraus resultierende Fehler bei der Aufnahme der Scheibe im Annahmebereich kosteten zu viele Scheiben, um in den Finalbereich vorzustoßen. Der Finaleingang lag heute bei 71 Scheiben
Mit Jana kann man solch einen Wettkampf sehr gut auswerten, sie analysiert akribisch und versucht, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Von einem Misserfolg kann man überhaupt nicht sprechen, wir sind noch ziemlich früh in der Saison, es braucht eben noch Zeit für Spitzenleistungen!
Bei den Männern merkte man Karsten seinen grade überstandenen Infekt deutlich an. Es fehlte die Wettkampfspannung, er klagte über Schlappheit und konzentrative Löcher. Er erreichte heute mit Serien von 22 und 23 insgesamt 45 Treffern. Morgen früh wird trotzdem wieder angegriffen und versucht, mit guten Serien Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit aufzubauen.
Bei Paul sah es ganz gut aus. Er liegt mit 48 Scheiben zwar „nur“ auf Platz 27. Aber ihn trennt nur eine Scheibe von den 18 Schützen, die mit 49 Treffern vor ihm liegen. 4 Schützen haben 50 voll.
Von Stand 1 ganz unten fährt nach jeder Runde ein Shuttle-Bus zum Plateau nach oben, wo sich das Hauptgebäude mit den „Boxengassen“ und die Stände 3, 4 und 5 befinden. Macht bei dieser Hitze auch Sinn. Man kann zwar den Höhenunterschied auch zu Fuß über gefühlte 500 Treppenstufen überwinden, aber dann ist man bei Ankunft oben breit.
So langsam kommt hier alles in die Gänge. Im Improvisieren sind die Mexikaner große Klasse! Die Boxen, in denen die Informationen für die einzelnen Nationen gelegt werden, waren beim Anbringen heute plötzlich zu wenig. Da wurden einfach leere Patronenboxen an der einen Seite aufgeschnitten und mit Klebeband darunter befestigt-geht auch!
Ein Parkplatz, der am Freitag bei unserer Ankunft noch eine staubige Sandfläche war, wurde mit einem „Straßenhobel“ abgezogen, dann kam die Teermaschine und belegte die Fläche mit einer Bitumenschicht, ungefähr 10 cm dick, ohne festen Untergrund. Sieht schick aus, ist sehr weich und wird ungefähr geschätzte 2 Monate halten. Aber alle geben sich hier wirklich Mühe, um gute Gastgeber zu sein.
Auf einem Bild heute seht ihr das offizielle Plakat für den Weltcup. Und wer genau hinschaut, wird erkennen –e s ist seiner Zeit weit voraus! So, Schluss für heute.
Viele Grüße aus Acapulco!
von Wolfgang Lamée | 02.03.15 | News
Acapulco,MEX (Uwe Möller) Es ist jetzt gerade 21.00 Uhr, eben waren wir gegenüber vom Hotel gemeinsam zum Abendessen. War sehr lustig dort, mit Blick auf die Straße-man kann dort allerhand Studien über Land und Leute betreiben! Jede Menge Verkehr, das hört überhaupt nicht auf. Wenn der Wind mal nicht weht, dann kann man vor lauter Abgasen kaum noch atmen und bekommt Kopfweh! Zum Schluss unseres Abendessens kamen noch zwei Straßenmusikanten zu uns an den Tisch und haben sich einen Wolf geschrammelt – sehr nervig, die Kameraden.
Heute also offizielles Wettkampftraining für Trap Frauen und Männer. Jeder durfte nur zwei Runden drehen. Karsten und Paul auf den zwei unteren Ständen (Stand 1+2), wobei Stand 2 nagelneu ist und deswegen auch noch nicht funktioniert. Schwieriger Hintergrund, teilweise sehr flache Scheiben- nicht einfach! Trotzdem haben sich beide gut aus der Affäre gezogen .Karsten zweimal 23, wobei ich bei ihm anmerken möchte, dass er gesundheitlich ziemlich angeschlagen ist. Gestern ging bei ihm gar nichts, er musste beim freien Training im Hotel bleiben. Ein ziemlich heftiger Atemwegsinfekt, den er wahrscheinlich aus Deutschland mitgebracht hat. Heute ging es ihm aber schon wieder besser. Paul mit 21 in der ersten Runde sicher mit Reserven, Runde zwei dann aber „voll“.
Jana musste auf Stand 5 und 4 ran. Stand 5 ist ohne Dach, man steht dort in der prallen Sonne, und die brennt gnadenlos! Hier erreichte sie 23 Treffer, auf Stand 4 dann eine saubere 24.
Morgen wird es dann ernst! Jana startet mit ihrer ersten Wettkampfrunde um 09.25 Uhr auf Stand 5, Paul um 10.15 Uhr auf Stand 1, Karsten ebenfalls auf 1 um 11.05 Uhr. Die Männer morgen 2 Runden, die Frauen einen kompletten Wettkampf mit 3 Runden. Also Daumen drücken!!!
Der französische Trainer erzählte mir heute früh, als wir gemeinsam anstanden, um Trainingsrunden und Munition zu kaufen, das die Polizei in Acapulco am Flughafen bei der Waffenkontrolle zur Einreise vehement verneint hätte, das hier in Acapulco ein Weltcup stattfindet…
Irgendwie gehen hier die Uhren sowieso anders. Gestern früh um 03.30 Uhr klingelte bei mir im Zimmer das Telefon, der Mann aus Mexico-City von der Autovermietung wäre jetzt da, um den Mietwagen abzuholen!
So, Schluss für heute – morgen früh um 05.30 Uhr ist die Nacht zu Ende! Viele Grüße in die Heimat aus Acapulco.
von Wolfgang Lamée | 28.02.15 | News
Acapulco, MEX (Uwe Möller) Nachdem wir den gestrigen Tag aufgrund der sehr stressigen Anreise zum Akklimatisieren nutzten, begann heute der Ernst des Lebens mit dem ersten freien Training. Um neun Uhr, nach einem sehr guten Frühstück hier im Hotel, trafen wir uns mit der russischen Mannschaft, um gemeinsam zum Stand zu fahren. Leider war ihr Bus dann doch kleiner als gedacht (ohne Waffen und Ausrüstung hätte das prima geklappt!), so dass sie ohne uns losfuhren. Ein Transport für uns war dann aber schnell nachbestellt, es dauerte eine gute halbe Stunde und wir hatten auch einen Van mit Fahrer, der uns den ganzen Trainingstag zur Verfügung stand.
Okay, der Kleinbus war vielleicht technisch nicht so auf dem aktuellen Stand, der Motor und die Hinterachse machten ganz komische Geräusche. Unser TÜV in Deutschland hätte bei dieser Bude wahrscheinlich ein rauschendes Fest gefeiert! Aber trotzdem ein freundlicher und zuvorkommender Fahrer, der auch mal mitten in der sich durch die Stadt wälzenden Blechlawine anhielt und den sehr zähfließenden Verkehr dann vollends zum Stoppen brachte, damit wir Fotos schießen konnten. Völlig schmerzfrei!
Nach dem Hotel geht es stetig bergauf, auf der Höhe hat man dann eine herrliche Aussicht auf die Meeresbucht von Acapulco mit ihren tollen Hotelanlagen. Danach geht die Route zum Stand wieder bergab, dann beginnen die Vororte von Acapulco. Man sieht vom Auto aus Blechhütten, sehr viel Müll und Dreck an den Straßenrändern, alte Autos – insgesamt kein sehr schöner Anblick! Wenn man so was sieht, dann wird einem erst mal richtig bewusst, dass wir in Deutschland auf hohem Niveau jammern!
Zwischen den Armenvierteln dann immer wieder Kokospalmenplantagen. Die Verkehrsführung teilweise recht abenteuerlich, immer wieder künstliche Erhöhungen auf der Straße, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Dies Dinger sind ordentlich hoch, und was ganz lustig ist – das Verkehrszeichen steht immer genau auf Höhe dieser Sprungschanze! In Deutschland nicht vorstellbar, dort wird ja mindestens 50 Meter vorher gewarnt. Unser Fahrer hatte so einen „Schanzentisch“ dann mal übersehen, ein großer Schlag auf die Vorderachse – Binde wäre hinten fast durch das Autodach gedonnert! Gab eine nette Beule bei ihm.
Zum Stand biegt man dann völlig unspektakulär nach links ab, eine neu asphaltierte Straße führt direkt zur Anlage. Sie ist zwar mit ungefähr 4 Metern nicht gerade breit, hat aber dafür einen Mittelstreifen. Wie das dann ab übermorgen mit den offiziellen Bussen funktionieren soll, hat sich mir bis jetzt noch nicht erschlossen – wird schon klappen!
Austeigen auf dem großen Parkplatz vor dem Stand – schön rein in den noch dampfenden, weichen Bitumen, man trägt auf seine Schuhe eine komplett neue Sohle auf! Alle sind noch am werkeln und basteln, aber trotzdem geben sie ihr Bestes! Jeder ist freundlich und gutgelaunt, alles funktioniert! Drei Stände oben auf einem Plateau, zwei weitere neu gebaute terrassenförmig darunter. Die Treppen nach unten werden gerade fertig gestellt, aber es ist ja auch noch Zeit bis Montag, dann beginnt der Trap-Wettkampf.
Das Training heute lief gut, auch Andy konnte bei Doppeltrap seine Runden drehen. Morgen dann das „unofficial Training“ nach Zeitplan, eine sinnvolle Neuerung der ISSF. So, genug für heute – bis morgen!