von Wolfgang Lamée | 01.02.15 | News
Gießen, GER (Christoph Sommerfeld) Nach einem fulminaten Jahr steht der Rüddingshausener Trap-Schütze Luca Faulstich im B-Kader des deutschen Schützenbundes. Damit ist zunächst einmal garantiert, dass der 20-jährige Rabenauer weiterhin Leistungssport auf hohem Niveau betreiben kann.
Luca Faulstich hat seine Krieghoff-Flinte im Anschlag, die Wange gegen den Schaft gepresst. Mit einem kurzen »Ha« löst er die Wurfmaschine aus, die die Tontaube in die Luft schleudert. Bevor sie auf dem Boden landet, muss sie der 20-Jährige mit seiner Schrotladung getroffen haben. Und darin ist er einfach gut. Bei 119 Scheiben von 125 liegt momentan die Bestleistung des Rüddingshauseners, der nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2014 im B-Kader der Männer des Deutschen Schützenbundes (DSB) steht.
Damit ist zunächst einmal garantiert, dass Faulstich weiterhin Leistungssport auf hohem Niveau betreiben kann. »Für die Mitglieder im B-Kader sind die Kosten für sämtliche Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfe in der Förderung enthalten. Außerdem gibt es mehr Munition«, erklärt er. Die DSB-Unterstützung im B2-Kader wäre um mehr als 50 Prozent geringer gewesen.
Nach seinem fulminanten letzten Jahr in der Altersklasse der Junioren muss sich der Rabenauer aber mit dem Notfallplan zunächst nicht beschäftigen. In seiner Disziplin Trap schaffte er die Qualifikation zur Europa- und Weltmeisterschaft und heimste bei Internationalen Junioren-Wettkämpfen (IWK), Ranglisten sowie Verbandsrunden eine Topplatzierung nach der anderen ein. Besonders stolz sein kann er dabei auf den IWK-Triumph in Finnland und das Ergebnis des Männer-Weltcups in München, zu dem ihn Bundestrainer Uwe Möller nominierte. In der Landeshauptstadt war die Zeit reif für 119 Scheiben. Nur sechs Scheiben landeten also unbeschadet am Boden. Nach dem Wettkampf erhielt Faulstich sein neues Sportgerät aus dem Hause Krieghoff. Es ist »der Mercedes unter den Flinten«, wie er sagt. Die Waffe hat einen Wert von etwa 13 000 Euro, wobei es neue Flinten schon für die Hälfte des Geldes gibt.
Obwohl es für den Rüddingshausener und seine Mitstreiter hauptsächlich um Präzision geht, ist man andauernd unterwegs. Nach jedem Schuss wechseln die Schützen zum nächsten von insgesamt fünf Schießständen und jagen eine weitere Schrotladung in Richtung Tontaube. Nachdem jeder Teilnehmer 25 Scheiben beschossen hat (je fünf pro Stand), ist eine Serie beendet. Internationale Wettkämpfe sehen bei den Männern wiederum fünf Serien vor, sodass eine maximale Trefferzahl von 125 Scheiben möglich ist.
Das Gen für Schrot und Flinte hat er von Vater und Onkel. Überhaupt kann man bei den Faulstichs von einer Schützenfamilie reden. Cousin Sören genoss ebenfalls Nationalkaderstatus. 800 Meter von Luca Faulstichs zu Hause in Rüddingshausen befindet sich der Schießstand des heimischen KKSV. Hier kann er trainieren, wann immer er will. Ansonsten verbringt der 20-Jährige viel Zeit im Leistungszentrum des DSB in Wiesbaden. Sein Trainer ist Michael Eck. Über ihn sagt der B-Kaderschütze: »Er hat mich immer angemessen betreut und mir ein gutes Trainingsprogramm zusammengestellt. Auch auf der persönlichen Ebene komme ich mit ihm sehr gut klar. So bin ich dabei geblieben und habe auch den Spaß nicht verloren.«
»Ich bleibe«
Auch mit seinem Beruf lässt sich die Tontauben-Passion exzellent vereinbaren. »Ich habe von Anfang an das Gespräch gesucht, und mein Ausbildungsbetrieb hat mir da keine Steine in den Weg gelegt. Im Gegenteil«, erklärt der angehende Industriemechaniker, der für alle Wettkämpfe vom Arbeitgeber freigestellt wird. Dafür ziert das Unternehmenslogo die Sportkleidung von Faulstich.
Als weiteren Schritt auf dem Weg nach oben könnte ein Vereinswechsel infrage kommen. Doch davon scheint der Rabenauer, der als Ausgleich gerne Basketball spielt, weit entfernt zu sein. »Natürlich denkt man da mal drüber nach. Der Vorteil in Wiesbaden wäre, dass es noch leistungsorientierter zugeht. Zudem hätte ich auch bessere Chancen auf Mannschaftsmedaillen«, so Faulstich. »Aber das ist für mich kein Thema. Mein Vater ist Vorsitzender des KKSV Rüddingshausen, meine Mutter Schriftführerin. Ich bleibe.«
Quelle: Giessener-Allgemeine.de
Fotos: fk-wurfscheibe.de
von Michael Hausladen | 22.01.15 | Pressespiegel
Bundestrainer Uwe Möller (Trap) und Bundestrainer Axel Krämer (Skeet) loben die Sportschützin aus Hebertsfelden für ihre tollen Leistungen.
Eggenfelden, GER Die vielfache Deutsche Meisterin und Europameisterin, WM-Silber- und Bronzemedaillen-Gewinnerin Susanne Kiermayer, die bei den Olympischen Spielen 1996 von Atlanta mit Rang zwei im Doppeltrap ihren größten Erfolg gefeiert und schließlich 2010 ihre Karriere beendete, hatte die richtige Intuition. Wenn nicht die Ausnahme-Sportschützin aus Kirchberg im Wald, wer dann?
Die lizenzierte A-Trainerin des Deutschen Sportschützen-Bundes (DSB) beobachtete bei der „Niederbayerischen“ 2011 die junge Katrin Wieslhuber aus Hebertsfelden. Und ihr geschultes Auge erkannte das Talent der Rottalerin, ein „Rohdiamant“, der zugeschliffen werden muss, um ihm Glanz und den wahren Wert zu geben. „Sie hat mich angesprochen, ob ich nicht ans Sportgymnasium in Oberhof wechseln möchte, um mein Potenzial besser auszuschöpfen“, erzählt Katrin Wieslhuber.
2014 hat sich die Juniorin nunmehr den Deutschen Skeet-Titel bei den Damen gesichert und schmückte sich bei der Weltmeisterschaft in Spanien in der Junioren-Wertung mit Silber….
Eine atemberaubende Entwicklung, doch der Anfang ist schwierig gewesen, denn das Mädchen war in der Heimat „vernetzt“. „Mit 16 Jahren 400 Kilometer weg zu gehen und Bindungen zu lösen, das hat mich Überwindung gekostet“, erinnert sich Katrin Wieslhuber. „Ja, ich mache es“, „Nein, ich bleibe“ – das Mädchen war unschlüssig. Wie würde es sein, das Elternhaus sowie den Freundes- und Bekanntenkreis hinter sich zu lassen? Doch am Ende fasste sie den Entschluss, die Chance auf eine internationale Karriere zu nutzen. „Ich bin froh, dass ich dieses Opfer gebracht habe. Ich fühle mich hier längst daheim, habe neue Freunde gefunden, komme aber sehr gerne nach Hebertsfelden. Der Kontakt ist nicht mehr so eng, aber nie abgerissen“, so Katrin Wieslhuber.
Skeet-Bundestrainer Axel Krämer bewertet ihre Entscheidung, aus dem Rottal nach Thüringen überzusiedeln, als auslösenden Faktor für die ausgezeichnete sportliche Entwicklung, „denn es ist hier alles auf engem Raum zusammen gefasst – die Schule, die Coaches, der Schießstand. Du kannst zielgerichtet trainieren und deine Fähigkeiten verfeinern. Anders geht es aber auch nicht, um Spitzen-Ergebnisse zu erzielen.“
2014 wird die 20-Jährige sicher in bester Erinnerung behalten. Katrin Wieslhuber machte ihr Abitur, schaffte mit einer 1,6 eine hervorragende Note und ist nach der Grundausbildung in Hannover seit dem Herbst bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr Oberhof angestellt. „Mein Dienst ist gleichzeitig mein Training“, schildert die Rottalerin, „mit einer normalen Ausbildung oder einem Studium Hochleistungssport zu betreiben, das wäre unmöglich.“ Und von den Eltern – Papa Hermann und Mama Helga leisten Unterstützung, wo es nur geht – schlichtweg nicht finanzierbar gewesen.
Natürlich kam die Zusage für den „Arbeitsplatz“ nicht von ungefähr, sie hat mit dem Können und den ausgezeichneten sportlichen Resultaten zu tun. Bei der Deutschen Skeet-Meisterschaft musste die Juniorinnen-Schützin bei den Damen antreten. Sie erreichte nach drei Runden 66 von möglichen 75 Scheiben und das von ihr angestrebte Halbfinale der besten Sechs. „Mit 14 von 16 Scheiben war ich dann die Beste und somit für das Gold-Medal-Match qualifiziert“, sagt die Rottalerin.
Und sie behielt gegen Vanessa Hauff mit einem 13:12 die Nerven und sorgte für eine große Sensation. Rang drei belegte die vierfache Weltmeisterin und Bronzemedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele von Peking, Christine Wenzel, mit einem 11:9 gegen Nadine Messerschmidt. „Dass ich vor meinem Vorbild lag und auch noch den Deutschen Titel bei den Damen geholt habe, das konnte ich zunächst überhaupt nicht glauben“, so die 20-Jährige.
Sie blieb im Erfolgsmodus, verpasste bei den Weltmeisterschaften in Granada (Spanien) im Skeet der Juniorinnen nur knapp den Titel und wurde Zweite nach einem 12:13 gegen die Qualifikationsbeste Dania Jo Vizzi aus den USA. Das Halbfinale der besten sechs Schützinnen hatte Katrin Wieslhuber mit 14 Treffern auf 16 Scheiben noch als Führende beendet und war in den Vergleich um Gold eingezogen. Zuvor hatte sie in der Qualifikation 67 Scheiben getroffen und als Fünfte die Vorschlussrunde erreicht. „Dass es noch einmal so super laufen würde, damit hatte keiner gerechnet“, resümiert Katrin Wieslhuber.
2015 soll es in diesem Stil weiter und in der Karriere-Leiter ein Stückchen nach oben gehen. „Es ist mein letztes Juniorinnen-Jahr“, beschreibt Katrin Wieslhuber, „mich weiter in den Leistungen stabilisieren und bei der Europameisterschaft in Maribor und bei der Weltmeisterschaft in Lonato del Garda erneut für das Halbfinale qualifizieren, damit könnte ich sehr gut leben.“
Bundestrainer Uwe Möller (Trap, früher Landestrainer von Thüringen) schätzt die Rottalerin: „Sie ist ein freundliches, höfliches und ruhiges bayerisches Mädchen, aber für ihr Alter schon unglaublich abgezockt. Katrin hat es wirklich drauf. Ich bin mal gespannt, wie sie die starken Leistungen verarbeitet und auch damit umgeht, wenn jetzt jeder etwas von ihr erwartet. Aber die Bahnen sind – speziell beruflich – geebnet und sie kann sich künftig total auf den Sport konzentrieren. Ihre Zukunft bewerte ich sehr, sehr positiv.“
Ein Flinten-Schütze braucht normalerweise fünf bis sechs Jahre, um internationales Top-Niveau zu erreichen. „Für die kurze Zeitspanne, die sie schießt, ist sie schon ziemlich weit. Und nur sehr wenige Sportschützinnen haben eine so exzellente Final-Stärke“, weiß Skeet-Bundestrainer Axel Krämer, „in diesem Jahr geht es darum, den Fein-Schliff zu erhalten, um 2016 in die Nationalmannschaft der Damen aufgenommen zu werden. Die Spiele von Rio de Janeiro kommen noch etwas zu früh, aber die Teilnahme an der Olympiade von Tokio 2020 – das ist schon ein realistisches Ziel.“
Quelle:
Heimatsport-Redaktion – Passauer Neue Presse / Rottaler Anzeiger
Rottaler Anzeiger, Ausgabe vom 2. Januar 2015
von Wolfgang Lamée | 21.01.15 | News
Wildeshausen, GER (Eike R. Stöver) Einmal jährlich wird bei der „Nord-West Allianz Wurfscheibe“ ein Fait Play Preis vergeben, gestern war es wieder soweit… im Rahmen einers feierlichen Abends wurde der „NWAW – Fair Play Preis 2014“ an die Trapmannschaft vom WTV Nesselröden verliehen
Die Auszeichnung erhielten die glücklichen Preisträger (Erik Latowski, Stefan Rütgerpth und Florian Otto) neben dem begehrten Glaspokal einen Scheck in Höhe von 500 €.
von links: Dirk Cullmann (1. Vorsitzender WTV Nesselröden), Florian Otto, Stefan Rüttgeroth, Erik Latowski,
Günther Ortlieb (Referent Wurfscheibe NSSV), Thorsten Hapke (Sprecher Nord-West Allianz Wurfscheibe)
Begründung der Jury:
Die Jury der „Nord-West Allianz Wurfscheibe“ freut sich darüber, den „NWAW – Fair Play Preis 2014“ an eine erfolgreiche und teamorientierte Mannschaft im olympischen Trapschießen aus Süd-Niedersachsen zu vergeben: Die Trap-Mannschaft vom WTV Nesselröden.
Seit vielen Jahren erreicht dieser kleine Verein sportliche Höchstleistungen auf nationaler und internationaler Bühne, und dass obwohl der Verein nur über eine kleinere jagdliche Schießanlage verfügt. In diesem Jahr gewann das Team die Goldmedaille auf den Deutschen Meisterschaften mit den Schützen Erik Latowski, Stefan Rüttgeroth und Florian Otto (Foto von links).
Alle 3 Schützen wurden durch die jahrelange konzentrierte Arbeit und die starken Leistungen Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft Trap. Stefan Rüttgeroth gewann zudem die Europameisterschaft 1998, zahlreiche Weltcupmedaillen und nahm an der Olympiade 2008 in Peking teil.
Neben den hervorragenden sportlichen Leistungen zeichnet sich der Verein durch einen großen Zusammenhalt aus. Als ein Beispiel ist hier Jan-Ole Jena zu nennen. Er gewann mit Nesselröden die Silbermedaille mit der Trap Schützenklassen-Mannschaft auf den Deutschen Meisterschaften 2012 in München. Da er in Freiburg studierte und nicht regelmäßig trainieren konnte bat er selbst Erik Latowski (damals WTC Göttingen), ab der Saison 2013 seinen Platz in der Mannschaft einzunehmen und für Nesselröden zu starten. Damit zeigte er enormen Teamgeist und verfolgte das Ziel, dass seine Teamkollegen auch im folgenden Jahr in einer wettbewerbsfähige Mannschaft starten konnten. Jan-Ole Jena stellte seine eigenen Ambitionen für die bessere Chance der Mannschaft in den Hintergrund.
Das Team Nesselröden erreichte daraufhin in neuer Zusammensetzung auch im Jahr 2013 die Silbermedaille und im Jahr 2014 sogar die Goldmedaille auf der Deutschen Meisterschaft.
Parallel entwickelt sich zudem eine gute Nachwuchsarbeit in Nesselröden, die auf eine gute Zukunft hoffen lässt. Mit Steven Lange konnte nun erstmals auch ein Juniorenschütze in der Disziplin Doppeltrap in den D/C Kader der deutschen Nationalmannschaft vordringen.
Mit dem „NWAW-Fair Play Preis 2014“ würdigen wir eine Mannschaft, die sich über viele Jahre neben den sehr erfolgreichen sportlichen Leistungen durch einen hohen Teamspirit und einer guten Nachwuchsarbeit auszeichnet: Die Trap-Mannschaft vom WTV Nesselröden.
Statements zur Preisvergabe:
Axel Rott, Präsident NSSV:
„Ich freue mich sehr für den Verein WTV Nesselröden zur Auszeichnung mit dem „NWAW Fair-Play-Preis 2014“. Die sportlichen Leistungen verbunden mit einem großen Mannschaftszusammenhalt und einer guten Nachwuchsarbeit im Verein werden mit dieser Auszeichnung zu Recht gewürdigt. Herzlichen Glückwunsch! Das Wurfscheibenschießen erfährt durch diese Auszeichnung einen Schub und wirbt bei denen für den Schießsport, denen schnelle Reaktion auf bewegliche Ziele besondere Freude bereitet. Nicht umsonst ist diese Art des Schießens olympische Disziplin.“
Günther Ortlieb, Referent Wurfscheibe NSSV:
„Trotz einer kleinen jagdlichen Anlage in Nesselröden entwickelt der Verein immer wieder sportliche Leistungsträger, die sich in der Nationalmannschaft etablieren können. Dies spricht für die Verantwortlichen im Verein, die diesen kleinen Wettbewerbsnachteil durch viel Engagement und Fleiß ausgleichen. Ich gratuliere dem Verein WTV Nesselröden zu dieser Auszeichnung!“
Thorsten Hapke, Sprecher NWAW:
„Der Trapbereich hat in Deutschland noch ein großes Entwicklungspotential, der Verein WTV Nesselröden steht für eine gute Nachwuchsarbeit speziell in dieser Disziplin. Durch die starken Leistungen der Schützenklasse-Mannschaft finden sich immer wieder junge Schützen, die es den etablierten Schützen nachahmen wollen. Das ist eine wünschenswerte Situation für viele Vereine. Die Auszeichnung mit dem „NWAW – Fair Play Preis 2014“ würdigt diesen Verein zurecht für die konsequente Arbeit!“
von Wolfgang Lamée | 21.01.15 | News
Wiesbaden, GER (Oliver Reidegeld) Der Deutsche Schützenbund war am vergangenen Wochenende Gastgeber eines hochkarätigen internationalen ISSF-Kampfrichterlehrgangs im Bereich Flinte. 16 nationale und internationale Teilnehmer lernten in drei Tagen bis teilweise spät in die Nacht für die schriftliche Prüfung, welche direkt im Anschluss am Sonntag stattfand.
Der Lehrgang wurde von dem erfahrenen Kampfrichter und ISSF-Regelexperten Willi Grill geleitet, der von dem Thüringer Bodo Gießke unterstützt wurde. Da es in Flintenwettbewerben auf sekundenschnelle Entscheidungen ankommt, ist eine hervorragende Kenntnis des Regelwerks unabdingbar für einen guten Kampfrichter. Er muss jedoch auch mit der Technik der Wurfmaschinen und den Abmessungen des Standes vertraut sein, um einen regelkonformen Ablauf des Wettbewerbs sicher zu stellen.
Die internationale B-Lizenz ist die höchste Prüfung, die bei der ISSF abgelegt werden kann, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten daher schon einige Erfahrung in nationalen und internationalen Wettbewerben mit. Die höhere A-Lizenz wird nur nach langjähriger, internationaler Erfahrung vergeben.
Mit dem Lehrgang soll auch der Nachwuchs an qualifizierten Kampfrichtern sichergestellt werden – schließlich sind die Einsätze oft zeitraubend und die Personen opfern einen großen Teil ihrer Freizeit.
Am Ende konnten sich trotz schwieriger schriftlicher Prüfung – in jedem Aufgabenbereich mussten mindestens 85 Prozent der Antworten richtig sein – alle Teilnehmer über ihr ISSF-Zertifikat freuen.
von Wolfgang Lamée | 20.01.15 | News
Suhl, GER (Uwe Möller) Aktuell sind wir seit Montag gerade bei der Bundestrainerberatung hier in Suhl, und obwohl das Themengebiet recht umfangreich ist – hier nun seit längerem mal wieder ein paar Zeilen für unsere Förderkreisseite! So viel Zeit muss sein! Nachdem unser Werner ja einen sehr guten und lesenswerten Jahresrückblick für 2014 verfasst hat, möchte ich heute nachlegen und einen kleinen Artikel über das letzte Wochenende schreiben und über das, was nun vor uns liegt!
Am vergangenen Wocheende (16. – 18.01.2015) fand unser jährliches und nun auch schon traditionelles Trainerseminar statt. In diesem Jahr war Bayern der Ausrichter, wir waren in München-Hochbrück auf der Olympia-Schießanlage des BSSB zu Gast. Teilnehmer waren alle hauptamtlichen sowie Assistenz- und Honorartrainer der Wurfscheibendisziplinen. Die Bedingungen vor Ort waren optimal, sehr kurze Wege zwischen Unterkunft (Hotel „Olympia“) und den Seminarräumen im BSSB. Das Programm war anspruchsvoll, aber trotzdem abwechslungsreich und interessant.

Begonnen wurde unsere Veranstaltung mit einer Jahresanalyse 2014 in den einzelnen Disziplinen durch die Bundestrainer. Danach sprach unser Sportdirektor Heiner Gabelmann. Er wertete den Jahreshöhepunkt 2014 aus, die für uns als DSB sehr erfolgreiche WM in Granada. Anschließend ging es dann um die Kaderkreise, die für 2015 berufen wurden. Anhand von Leistungsübersichten und -kurven wurden die Entscheidungen für alle nachvollziehbar begründet. Die Jahresplanungen der einzelnen Disziplinen wurde von den Bundestrainern vorgestellt. Diese Planung ist 2015 konsequent auf ein Ziel ausgerichtet – die Erringung von Quotenplätzen für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro/Brasilien. Diesem Ziel ordnet sich im Erwachsenenbereich alles unter! Wir müssen die leistungsstärksten Kader zu den Weltcups schicken, um dieses Ziel zu erreichen. Die Starter für die Weltcups in Acapulco/MEX, Al Ain/UAE und Larnaca/CYP werden durch die Bundestrainer gesetzt. Es wurden Bedingungen besprochen und organisiert, damit unsere Kader zu den recht früh im Wettkampfjahr stattfindenden Weltcups in Form kommen. (Stützpunkttraining etc.)
Aber auch den Nachwuchs dürfen wir dabei nicht vergessen! Die anspruchsvolle Planung 2015 mit der IWK-Wettkampstrecke (Porpetto/ITA, Orimattila/FIN, Suhl/GER), den Jugendverbandsrunden sowie der EM und WM trägt dieser Forderung Rechnung. Bei der IWK-Strecke erfolgt auch in diesem Jahr wieder eine tatkräftige finanzielle Unterstützung durch den Förderkreis Wurfscheibe.
Am zweiten Tag dann die Vorstellung der Falcon-Laufkamera durch Herrn Veth und Herrn Kleiman für die Optimierung der Analyse im Spezialtraining auf dem Stand . Eine tolle und interessante Sache! Hier wurde mit alle teilnehmenden Trainern intensiv diskutiert, das Für und Wider solcher Hightecprodukte, Vorteile und Nachteile beleuchtet sowie Anregungen und Verbesserungsvorschläge besprochen. Hier nochmal ein großes Dankeschön an beide! Anschließend dann der Vortrag von unserem Leistungsdiagnostiker Eberhard Nixdorf über leistungsdiagnostische Schlussfolgerungen, die sich aus den seit 2013 gültigen Regeländerungen ergeben, speziell in der Disziplin Skeet. Hierzu wertete er Vidoeaufnahmen vom letztjährigen Weltcup in München aus. Danach im Anschluss eine rege Diskussion – so stellt man sich ein Seminar vor! Von Langeweile keine Spur, alle waren rege bei der Sache.
Nach dem Motto “Trainer in Bewegung“ ging es am Nachmittag mit den Autos nach Oberschleißheim in die Flugzeugwerft des Deutschen Museums zu einem zweistündigen Rundgang – für alle ein Erlebnis. An vielen originalen Flugzeugen wurde hier die Entwicklung der militärischen und zivilen Luftfahrt in den letzten 100 Jahren veranschaulicht. Dann abends noch eine Stunde Seminar, hier erläuterte unser Psychologe Roland Kant sein psychologisches Betreuungskonzept für 2015. Der Disziplinpsychologe – ein wichtiger Baustein in unserem Team!
Und nicht zu vergessen – unser Trainerabend im Kampfrichterraum auf den Wurfscheibenständen! Von Helmut Weber bestens organisiert, mit Haxen, Grillhendl und bayrischem Bier, ein stilvoller Ausklang unserer diesjährigen Trainerberatung.
Dieses Seminar hat inzwischen einen festen Platz im Kalender unserer Trainer. Hier wird alles besprochen und diskutiert, was für ein erfolgreiches Wettkampfjahr im Hochleistungs- und Nachwuchsbereich wichtig ist. Hier werden Unstimmigkeiten geklärt und ausgeräumt, es wird im Team nach Problemlösungen gesucht. Und dass wir ein gutes Team sind, beweisen auch die Erfolge im letzten Jahr. Für die Teambildung haben diese Seminare sicher ganz erheblich beigetragen. Aber auch abseits des Protokolls besteht hier die Möglichkeit des Gedanken- und Meinungsaustausches. Nochmal ganz herzlichen Dank an den BSSB für die freundliche Unterstützung bei der Durchführung der diesjährigen Maßnahme in München, ganz besonders an unseren „Heli“ Helmut Weber. Mit dem Seminar haben wir den Startschuss für ein hoffentlich erfolgreiches Wettkampfjahr 2015 gegeben. In den nächsten Tagen beginnt das Training an den Stützpunkten, am 13. Februar dann der Abflug zum Klimatraining nach Al Ain/UAE bzw. Larnaca/CYP.
Also, es hat begonnen – das wichtige Trainings- und Wettkampfjahr 2015! Und wenn wir weiterhin alle gemeinsam an einem Strang ziehen, wird es erfolgreich. Die Grundlagen dafür haben wir, auch mit der Veranstaltung am letzten Wochenende in München gelegt.