Statement Förderkreis Nationalmannschaft Wurfscheibe

Statement Förderkreis Nationalmannschaft Wurfscheibe

Köln, GER – Liebe Freunde des Wurfscheibensports, ich habe lange überlegt – wann, was und ob überhaupt der Förderkreis zu den Ereignissen in Baku Stellung nehmen soll. Aus dem Urlaub im Ausland heraus, ist es schwer, alle notwendigen Informationen zu erhalten um die Situation richtig zu bewerten.

Dennoch sollte es dem Förderkreis, als finanzieller Unterstützer der Nachwuchsstarter in Baku, gestattet sein, sein Missfallen über die Situation zu äußern.
Anders wie in der Politik, bin ich aber auch der Meinung, dass wir jetzt nicht lauthals nach personellen Konsequenzen schreien sollten. Das hieße nur Symptome bekämpfen, aber nicht kühl und sachlich überlegt daran zu arbeiten die Ursachen zu Eruieren und daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen.

Aber dafür werden wir uns einsetzten!

Für den Förderkreis Nationalmannschaft Wurfscheibe
Werner Diener

EM BAKU: Abschlusswettkampftag Skeet – Männer und Junioren

EM BAKU: Abschlusswettkampftag Skeet – Männer und Junioren

Baku, AZENach den Leistungen des ersten Wettkampftages bei den Männern mit Vincent Haaga, Tilo Fritze und Sven Korte rangierten sich alle im oberen 60er Mittelfeld ein. Bei den Junioren mit Paul Butterer, Felix Raab und Marvin Meier ein ähnliches Bild. Wobei Paul am ersten Wettkampftag die beste Leistung zeigte, er konnte sich gegenüber seiner Trainingsleistung steigern. Er schoss entschlossen und konzentriert, ließ sich von den Sturmböen nicht beeinflussen! Mit 69 Scheiben lag er im Anschlussbereich des Juniorenfinales!

Nun galt es für das Team und sich selbst zu kämpfen. Unsere Jungs wollten zeigen, dass die bisherigen Ergebnisse nicht ihrem Leistungsniveau entsprachen! Der heutige Tag, die Bedingungen unverändert – Sturmböen aus allen Richtungen und Temperaturen von bis zu 35 Grad. Das Gefährliche dabei, durch den Wind verspürt man die Sonnenwirkung nicht und bekommt sehr schnell einen Sonnenbrand! Unsere Schützen trinken hier im Schnitt 5 Liter am Wettkampftag auf dem Stand.

Vincent traf in der ersten Runde 24, Tilo und Sven 23 Scheiben. Felix legte eine 22 nach und Paul hatte sichtlich mit dem „Leistungspaket“ des ersten Tages zu tun. Er traf, genauso wie Marvin nur 17 Scheiben! Damit war auch er aus dem Rennen! Es gehört unter anderem zum Junioren „Lernpaket“ mit diesem Ergebnisrucksack in den zweiten Wettkampftag zu starten!
In der letzten Runde des Wettkampfes trafen Sven, Marvin und Felix 23 Scheiben, Vincent 22 und Paul und Tilo 19 Scheiben.

Somit kommen wir auf eine Bilanz von…

Männer:
115 Vincent Haaga, Platz 26
113 Sven Korte, Platz 32
110 Tilo Fritze, Platz 45

Junioren:
111 Felix Raab, Platz 21
105 Paul Butterer, Platz 30
103 Marvin Meier,Platz 33

Resümee…
Erst einmal muss festgestellt werden, dass alle Sportler unseres Teams ihr Bestes gaben, sich sehr gewissenhaft auf die Runden vorbereiteten, kämpften und dann doch versagten?
Unseren Kritikern empfehle ich einfach, einmal eine Runde im Windkanal zu schießen und dann reden wir uns wieder!
Unser Team hatte eine gute Wettkampfvorbereitung in Frankfurt bestritten, die Trainingsleistungen lagen in einem Bereich von 94 – 97 % bei den Junioren und 96 – 98% bei den Männern. Bei einzelnen Sportlern gab es kleiner Probleme bei der Annahme der Wurfscheiben.

Jetzt trafen wir hier in Baku auf extreme Windbedingungen, wir sind es gewohnt bei gleichbleibendem Wind zu schießen, aber hier bei diesen ständig wechselnden Windrichtungen waren unsere Schützen regelrecht überfordert. Eigentlich war es kein Skeet, sondern Parcours. Aber wie so oft gesagt – Bedingungen für alle gleich. Nun darf man aber nicht an sich selbst zweifeln, oder auch nicht zu viel Präzision in den Bewegungsablauf bringen – denn dies ist alles kontra produktiv!
Zyprioten lieben solche Windspiele und auch die Italiener und Russen konnten sehr gut damit umgehen. Uns fehlte die notwendige Variabilität, obwohl wir diese Übungen in unsere UWV eingebaut hatten! Unsere häufigsten Fehlscheiben Stand 1, Stand 8 – Stand 6 die ankommende Scheibe der Doubletten, oder auch Stand 7 Niederhaus….., also alles „Gurkenfehler“! Bei diesen Bedingungen kann jede Scheibe die normale Flugbahn verlassen und man muss ein Quäntchen Zeit zur Korrektur einbauen.
Felix Raab fand zum Schluss sein individuelles Programm – verdräng den Wind und stell Dir vor es ist Windstill! Hört sich simpel an, hat am zweiten Tag aber absolut funktioniert! Diese Erfahrungen jedes Einzelnen müssen von hier mitgenommen werden, denn nun geht es schon in Richtung Weltmeisterschaft.

  

Ich möchte mich noch einmal bei unserem Team bedanken, die trotz individueller Tiefschläge in den Runden die Stimmung oben hielt, die hier vor Ort vollen Einsatz zeigten und dann doch scheiterten. Wir sind uns einig, dass wir mehr können und das werden wir in Moskau zur Weltmeisterschaft zeigen, das sehen wir als Revanche für uns!

Für mich geht es nahtlos weiter zur Jugendverbandsrunde nach Wilhelmshaven, das Juniorenteam wird am Juniorenweltcup in Porpetto teilnehmen und die Damen und Männer treten in Frankfurt in die UWV WM ein!

Viele Grüße an die vielen Fans zu hause!

© Fotos by Jürgen Heise www.GermanShootingNews.de

Erfolgreiche junge Flintenschützen in Frankreich

Erfolgreiche junge Flintenschützen in Frankreich

Laval, FRASechs junge Flintenschützen wurden nominiert an den Wettkämpfen im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwettkampfes (DFJW) teilzunehmen. Diese fanden vom 23. bis 28. Juli 2017 in Laval/Frankreich statt. Gemeinsam mit dem Gewehr und Pistolenschützen reiste die Auswahl des Deutschen Schützenbundes nach Frankreich. Nachdem die 12-stündigen Reisestrapazen überstanden waren, wurden wir von den französischen Offiziellen in Laval recht herzlich empfangen.

Am nächsten Tag ging es dann für unser Flintenteam von Laval nach St. Loup zum Training. Wir fanden zwei Trap-Stände und einen Skeet-Stand vor. Nach einer ebenfalls recht umfangreichen Begrüßung konnten nun endlich die Stände in Augenschein genommen werden. Die ersten Trainingsrunden wurden dann absolviert. Gleiches fand dann auch die nächsten Tage statt.

Natürlich verfolgten wir nebenbei stets das Abschneiden unserer EM-Teilnehmer in Baku. Das erfolgreiche Abschneiden unserer weiblichen Junioren gab allen Auftrieb. Konnten wir doch die Wettkämpfe live via Internet verfolgen. Hierzu nochmals unseren GLÜCKWUNSCH an Marie-Louis, Bettina und Kathrin!

Am Freitag ging es dann endlich los mit den Wettkämpfen. Unsere beiden Skeetschützen René Wassing und Simon Waltermann ließen von Anfang an keine Luft ran und lagen nach dem ersten Wettkampftag bereits auf Platz eins und zwei. Diese Plätze konnten sie nach Abschluss der Vorkämpfe halten: René Wassing mit beachtlichen 111 Scheiben und für Simon Waltermann waren 108 Scheiben ein sehr schönes Resultat für seinen ersten internationalen Wettkampf.
Im Finale konnten sich beide ebenfalls durchsetzen. René gewann dieses mit einem Finalergebnis von 40 Scheiben, vor Simon mit 38 Scheiben.

Bei den Trappern stockte der Motor etwas zu Beginn der Wettkämpfe. Aber wer den Autor dieses Berichtes kennt, der weiß, dass Ursachen, die beim Wetter oder Stand gesucht werden nicht unbedingt zählen. Also, wenn die anderen Schützen das in die Reihe bekommen, sollten wir es ebenfalls schaffen und so war es dann auch. Es wurde immer nach vorn geschaut und gekämpft. So schafften es dann Pauline Lindner und Oliver Hoffmann mit 91 Scheiben als Vierter und Fünfter nach dem Vorkampf ins Finale. Mit 87 Scheiben kam H. Gentner gereade noch als sechster ins Finale. Im Finale verbesserte er sich noch auf Platz 5. Unser „Küken“ Linda Helm zahlte mit 77 Scheiben Lehrgeld und sammelte Erfahrungen für die Zukunft. Nun ging es ins Finale – kämpfen und Umsetzung der eigenen Leistung war angesagt.

Lindner gelang dieses bravourös. Sie kämpfte sich von Scheibe zu Scheibe nach vorn. Nun schoss sie im Goldfinale und bezwang mit dieser Finalleistung von 32 Scheiben gleichzeitig auch alle männlichen Teilnehmer. Eine einfach tolle Leistung – Glückwunsch!
Natürlich soll die Leistung von Oliver Hoffmann nicht geschmälert werden. Olli gelang es mit sich mit der Finalleistung von 25 Scheiben immerhin noch auf Platz drei zu schießen. So endete auch bei den Trappern nach einem etwas holprigen Start noch alles gut.Bei der Siegerehrung kam dann etwas Verwirrung auf, weil unsere französischen Freunde den Vorkampf mit Finale im Trap verwechselten, aber das steckten wir sportlich fair weg. Ende gut alles gut.


EM Baku:  Skeet Juniorinnen und Damen

Baku, AZEErster Wettkampftag der Damen und weiblichen Junioren hier in Baku zu den Europameisterschaften 2017. Mein Kollege hat schon sehr viel über Land und Leute berichtet und auch über die schwierigen Bedingungen hier vor Ort. Er hat auch akribisch die Ergebnisse analysiert – dazu habe ich in Baku nach den letzten Erlebnissen noch nicht die richtige Einstellung gefunden. Im Moment steht unser Team noch unter dem Eindruck der letzten Entscheidungen – aber dazu später mehr!

Papierlose Europameisterschaften – ein tolles Schlagwort und vielleicht auch eine tolle Idee – aber hier in Baku nicht zu realisieren. Wir Trainer fühlen uns manchmal wie die blinde Kuh im Milchladen. Man rennt von Stand zu Stand um seine Sportler zu begleiten, wir haben keine Begleitperson mit, die für uns die Ergebnisse erkundet – und so stehen wir da und spekulieren über ein mögliches Shoot off. Dann kommt die Jury und sagt mir in 10 Minuten stechen Nele um den Finaleingang und Christine um die BIB Nummer im Finale! Also schleunigst die Sportler holen und letztendlich müssen diese ohne große Vorbereitung ins Shoot off gehen.

Das kann nicht die Zukunft sein! – Ihr merkt, dass der Frust noch in mir steckt! Nun aber zum Wettkampf und den Leistungen unseres tollen Teams!

Christine startet mit einer 20er Runde, Nele folgt mit 24 und Katrin mit 22 getroffenen Scheiben. Und nun zeigt Christine ihre wirkliche Klasse und spielt ihre Erfahrungen aus. Mit den folgenden Serien von 23 und 25 und einem Gesamtergebnis von 68 Scheiben ist sie sicher im Finale.
Bei Nele folgt eine 19er Runde. Nele ist eine Kämpferin und abgerechnet wird zum Schluss – mit einer 24 zum Schluss steht sie im Shoot off um den Finaleinzug. Wie schon erwähnt, verfehlt sie gleich beide Scheiben der ersten Doublette und wird siebente!

Dann das tolle Finale von Christine – das ihr zu Hause bestimmt verfolgt habt – die sehr knappen Entscheidungen, das Hin und Her zwischen den Plätzen – Spannung pur! Christine schoss sich auf den dritten Platz – eine großartige Leistung unseres Zugpferdes im jungen Team!

Das Shoot off zwischen Anastassoiu aus Frankreich Eleftheriou aus Zypern war grenzwertig! Shoot off bedeutet eigentlich bei Fehler raus, hier bei der EM aber nicht, die Zypriotin schoss mindestens zwei Fehler – die der Kari aus Zypern als Treffer gab, obwohl die Seitenrichter die Fahnen oben hatten! Daraufhin hat der französische Trainer die Jury und Wettkampfleitung öffentlich beschimpft! Aber das nur am Rande!

Bei Katrin lief es gar nicht rund mit Serien von 22, 21 und 20 blieb sie deutlich unter ihrem Leistungsvermögen. Aber die Gesamt Trefferzahl von 198 reichte für Mannschaftsgold vor Italien mit 195 und Zypern mit 190 Treffern. So dachten wir jedenfalls! – Dann aber die Ernüchterung für uns alle – wir haben uns lediglich mit dem Damenteam für den zweiten Wettkampftag qualifiziert! Diese Nachricht wirkte wie ein Hammerschlag auf den Schädel!!!
Wir schießen hier in Baku zur Europameisterschaft einen Testwettkampf in neuer Form, den sich irgendeiner ausgedacht hat. Dieser Test findet auch nur bei den Damen statt! Und auch nicht zur Weltmeisterschaft in Moskau!

Dann sollte doch die Frage erlaubt sein: Was soll dieser Quatsch!

Unsere Rückflüge der Damen waren schon vor Monaten gebucht, das Hotel nur bis zum Abreisetermin bestellt… Das bedeutet also Papierlos???
Solch einschneidenden Veränderungen müssen doch kommuniziert werden, die Verbände sind zu benachrichtigen, Informationen auszuhängen!!! Von alldem nichts oder zu wenig! – Man könnte explodieren!

Unsere Juniorinnen sehr stark! Und gerade für den Nachwuchs wirkten sich die extremen Bedingungen doppelt schwer aus!
Maria Kalix aus Suhl legte eine 21 vor und schockte die Gegner! Sie ließ noch zweimal 19 folgen und schoss sehr konstant! Mit 59 könnte sie eigentlich zufrieden sein, wenn nicht diese eine besagte Scheibe zum Finale gefehlt hätte. Maria ist jung und wir werden noch öfter von ihr hören.
Eva Reichert aus Bayern traf in der ersten Runde 15 Scheiben – damit war sie am Boden zerstört. Das Team unterstützt sich gegenseitig und im Team steckt unsere Stärke – sie ließ zweimal 20 folgen und erreichte 55 Treffer.
Auf die gleiche Trefferzahl kam Valentina Umhöfer, ebenfalls aus der Schmiede von Katharina Bechtel aus Suhl! Mit den Plätzen 10, 16 und 19 erreichte unser Team den dritten Platz!
Eine ganz tolle Leistung und vielleicht schon ein Fingerzeig in die Zukunft!

Heute Morgen am Flughafen unser nächstes Missgeschick! Die Juniorinnen checkten ein und flogen ab in Richtung Frankfurt – sind auch schon wieder zu Hause, zwar ohne Gepäck, aber gesund und munter!
Unsere Damen gelang dies nicht, sie mussten wieder zurück ins Hotel – das mittlerweile voll belegt war – also ein anderes Hotel suchen, aber ihre Waffen blieben eingecheckt – sonst hätten sie doch noch den Teamwettkampf bestreiten können. Aber wenn es einmal kommt, dann kommt es dick!

Morgen dann die Entscheidung unserer Männer und Junioren, die sich aber leider nach dem heutigen Tag im Mittelfeld eingegliedert haben!

© Fotos by Jürgen Heise, www.GermanShootingNews.de