von Wolfgang Lamée | 19.04.18 | News
Changwon, KOR – Gestern sind wir gut mit drei Runden ins Training gestartet. Da war es auch noch sehr entspannt auf den Ständen, man konnte sich vorbereiten und auf den Ständen verteilt schießen. Es gab keine festgeschriebenen Trainingszeiten, jeder konnte somit schießen wie er lustig war.
Heute dann das volle Gegenteil, um 8.30 Uhr lagen 5 Listen im Aufenthaltsraum auf dem Tisch und ein Koreaner wurde abgestellt, um die Nationen in die Liste einzutragen. Es ging hier zu wie auf dem Ziegenbasar, jeder wollte die besten Zeiten für sich haben… „logisch“ und wir mitten drin! Paul nahm sich dann einfach einen Stift und schrieb ganz frech in die Liste von Stand E 3x GER und 3x JPN und hat sich damit heute nicht viele Freunde gemacht! Ups…
Wir sind uns sicher, dass die Koreaner aus dieser Situation für die WM im September gelernt haben. Nun ja, wir hatten somit um 10.00, 11.00 und um 13.00 Uhr unsere Runden gedreht. Dazu muss man dann noch erwähnen, dass obwohl wir immer 10 Minuten vor der Zeit vollzählig unsere Plätze eingenommen hatten, es aber trotzdem nicht vorher los ging. Bei dem Einen oder dem Anderen war es sehr durchwachsen, aber das ist kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

Zu der Situation auf der Anlage ist zu sagen, dass es bis jetzt nur eine geringe Anzahl an Plätze gibt, wo sich die Nationen häuslich nieder lassen können. Die Verpflegung hängt auch noch in der Warteschleife, es ist zu vermuten, dass dieses Problem eher gelöst wird als die Fertigstellung des BER. Unsere Verpflegung wurde dann durch einen Freund aus Malaysia mit fünf Cheeseburgern abgesichert. Für die Pausengestaltung ist auch gesorgt, in einer separaten Halle die sogenannte ,,Tourist Shooting Range“ gibt es mehrere Schießkinos. Es ist für jedem was dabei, von Pistolenschießen bis zum Sturmgewehr.

Wir konnten uns zum Glück schon ein Zelt sichern und dort haben wir uns zwischen den Runden sinnvoll beschäftigt. Trotz allem es geht voran und die Koreaner geben sich sehr viel Mühe.
Viele Grüße aus Korea von Andy, Paul und Katrin.
von Wolfgang Lamée | 16.04.18 | News
Changwon, KOR – Seit langen wieder mal eine reibungslose und stressfreie Anreise. Gemeinsamer Check-in gegen 18.00 Uhr in Frankfurt am Schalter der Korean-Air. Die Hilfe durch Teamsportreisen vereinfachte das Abfertigen am Schalter sehr und nach nur 10 Minuten war alles erledigt und wir konnten uns schon auf den Weg zum Gate machen. Nach kurzer Wartezeit ging auch schon das Boarding los Richtung Changwon. Der Service der Korean-Crew war mega, alle waren sehr freundlich und hatten immer ein breites Lächeln für Ihre Fluggäste übrig.
Auch unser langer Paule hatte sogar Platz in den großen Sitzen der Economy Class, aber leider nicht für seine Beine. Das Essen an Bord war sehr lecker und der Kultur angepasst. Nach ein paar Filmen und etwas Schlaf dann eine heikle Landung in Seoul mit Quer-Winden, die das Flugzeug beim aufsetzen kurzfristig quer stehen ließen, wir fühlten uns fast wie bei „Fast & Furious Tokio Drift“
Puuuuuuuuhh nochmal alles gut gegangen…
Den Transitbereich durften wir zwar nicht verlassen, aber der große Flughafen hatte einiges zu bieten. Unser 4-stündiger Aufenthalt gab uns Zeit zum Essen, Schlendern und etwas schlafen.
Team Italy stieß am Gate zu uns, mit einer kleinen Maschine ging es dann 1,5 Stunden weiter nach Busan. – Hier ging die Landung ohne Probleme.
Die Einreise dann ohne Wartezeit und sogar mit deutsch sprachigem Computer, der einem sagte „Bitte hier die Finger auflegen“ und „Bitte hier in die Kamera schauen“. Sofort wurden wir von netten Zollbeamten abgeholt und zum Waffen-Check gebeten, der nach drei Minuten auch schon wieder vorbei war. So schnell ging das schon lange nicht mehr. Mit einem großen Bus ging es dann noch eine Stunde weiter nach Changwon ins Changwon-Hotel.
Summa summarum – nach knapp 24 stündiger Anreise, problemloser Check-in mit Waffen und schweren Augen sind wir nunmehr in Changwon angekommen und sofort erschöpft ins Bett gefallen.
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker gegen 7.00 Uhr koreanischer Zeit. Es war fast wie Schlafwandeln, der Körper bewegte sich zum Bad, aber der Geist lag noch im Bett. Kein Wunder wenn der Körper noch auf MESZ eingestellt ist.
That makes us nobody so quickly after J
Frühstück war ok – Gemeinsames abfahren zum Schießstand. Die frisch renovierte Anlage kann sich zeigen lassen. Von nagelneuen Kugelständen bis hin zu den Wurfscheibenständen ist alles sehr sauber und gepflegt. Die älteren drei Wurfscheibenstände wurden in den letzten Jahren noch um 2 weitere Layouts erweitert.
Nach kurzer Erkundung der Anlage fanden wir den Manager, der uns leider sagte, dass wir heute nicht trainieren können, da noch diverse Bauarbeiten abgeschlossen werden (es wurde Gülle auf die Anlage gespritzt als Untergrund für die Wallbegrünung). – Mief Mief Miiiiefff
Also zurück ins Hotel, etwas Sport gemacht und dann gegen 18.00 Uhr zum Abendessen.

Morgen ab 09.00 Uhr ist Training möglich. Wir hoffen, dass wir die fünf Anlagen im Vorfeld des Weltcups ausgiebig testen können!
So, das kurz hier aus Korea – demnächst mehr.
Viele Grüße in die Heimat von Katrin Quooß, Andy Löw und Paul Pigorsch!
von Karsten Beth | 03.09.17 | News
Moskau, GER – Heute nun der letzte Tag unserer Herren und Junioren. Ich beginne mal bei unseren Jüngsten. Hier konnte keiner unserer Schützen an ihr eigentliches Niveau anknüpfen. Trotz ihres kämpferischen Einsatzes blieben die gewünschten Treffer aus. Annahmefehler, taktisches Verhalten, Verlust des Selbstvertrauens nur so kann ich mir diesen Wettkampf erklären. Alle Mühe hilft nicht und eines sei hier angemerkt, dass alle drei ihr Bestes versucht haben. Aber diesmal die Umsetzung nicht gelungen ist – Schade! Dieses Mal wurde das Sprichwort gerecht „Im Sport verliert mal öfter, als man gewinnt!“

Jeremy Schulz 104 – Platz 37, Johannes Kulzer 102 – 42 Platz, Jonas Bindrich 94 – 47 Platz
Bei unseren Herren der große Hoffnungsschimmer Andy Löw mit seinem starken Start von 74 Scheiben. Heute Morgen Auftaktserie 23, alles im grünen Bereich. Dann die Abschlussserie, gleich zwei Fehler im ersten Block, Verunsicherung zeigte sich und es folgten im Serienverlauf noch zwei Fehler. Am Ende 118 und Platz 27. Andy einst beim Doppeltrap zu Hause hat nach dem Wegfall der Disziplin aus dem olympischen Programm in diesem Jahr mehrmals gezeigt, dass er auch Trapschiessen kann. Mexico 120, die Qualifikation zur WM und EM mit Leistungen von 120 Treffern gemeistert. Er muss sich nicht verstecken und wird in Zukunft mit in der Spitze vertreten sein.
Paul Pigorsch und Stefan Veit haben es nicht vermocht sich im vorderen Feld zu etablieren. Zuviel Ungereimtheiten und Konzentrationsschwächen zeigten dies deutlich. Mit Platz 79 und 100 waren beide doch ziemlich weit abgeschlagen.
Morgen beginnen dann die Wettkämpfe im Mixed-Team-Trap. Unsere Mannschaften sehen wie folgt aus.
Katrin Quooß und Andreas Löw
Sonja Scheibl und Paul Pigorsch.
…und Daumendrücken nicht vergessen!
Vom gesamten Team die besten Genesungswünsche an unseren Bundestrainer Uwe Möller.
von Uwe Möller | 30.07.17 | News
Baku, AZE – Nun sind wir wieder in der Heimat angekommen. So ein Nachtflug ist schon ziemlich strapaziös, daher komme ich auch heute erst dazu, einen letzten kleinen Bericht zu schreiben. Beim letzten Wettkampf der Trapschützen hier bei der EM in Baku/Aserbaidschan wollten hauptsächlich unsere Männer zeigen, dass sie weitaus besser schießen können, als sie das im Einzelwettkampf gezeigt haben.
Unter den 28 gemeldeten Teams waren wir mit Team 1 (Quooß, Löw) und Team 2 (Scheibl, Veit) am Start. Ein bisschen Chaos herrschte schon im Vorfeld, die Zeit- und Rottenpläne wurden zweimal geändert, in der ersten Runde war plötzlich eine Rotte mehr am Start als auf dem Timetable aufgeführt.
Das Problem ist das Internet auf der Anlage. Alle Informationen werden über eine Webseite veröffentlicht, es sind nahezu papierfreie Europameisterschaften. Wenn aber das Internet hier höchstwahrscheinlich auf „Braunkohlebasis“ funktioniert, d.h. es geht sehr sehr langsam oder überhaupt nicht, dann hat man immer ein Informationsdefizit!
Stefan begann seine erste Runde sehr nervös, seine hastige Scheibenannahme kostete ihn 5 Fehler. Sonja schoss eine 22er Runde, hätte aber mindestens eine Scheibe mehr drauf gehabt. Mit 42 Scheiben war der Abstand nach vorne schon recht ordentlich. Andy schoss eine saubere 24, Katrin blieb mit 22 Treffern auch mindestens eine Scheibe unter ihren Möglichkeiten.
In Runde zwei erreichte Sonja eine 21er Runde, Stefan zeigte, was wirklich in ihm steckt und schoss eine saubere „volle“ 25er Runde. Es geht also! Team Deutschland 1 musste nun nochmal ran – mit einem Resultat mindestens 47 Scheiben wäre eine reelle Chance für die nächste Runde da gewesen. Andy schoss saubere 24, Katrin blieb mit 22 wieder eine Scheibe unter ihren Möglichkeiten. Am Ende reichte es nicht ganz für das Semifinale, eine Scheibe fehlte – Platz neun. Deutschland 2 belegte mit 88 Scheiben den 20. Platz.
Am Start waren 28 Teams. Trotzdem war bei den Männern ein Aufwärtstrend zu erkennen. Diesen gilt es jetzt in der Vorbereitung auf die WM Moskau auszubauen. Die EM ist ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Jahreshöhepunkt WM gewesen, es haben sich noch einige Baustellen aufgetan, hauptsächlich im Erwachsenenbereich. Auch bei den Junioren ist noch Luft nach oben. Die Bedingungen waren schwierig, aber sie waren für alle schwierig. Und das sie händelbar waren, davon zeugen die Ergebnisse der anderen Nationen. Sehr gut geschlagen haben sich unsere Juniorinnen, hier wächst eine neue Generation heran, die den arrivierten Damen Druck macht – und das ist gut so!
Wir waren eine super Team, es hat Spaß gemacht – dafür nochmal ein Dank an die Athleten und Betreuer(Manschaftsleitung, Doc Aust, Physiotherapeut) vor Ort. Wir haben uns gemeinsam für die Erfolge gefreut, egal welche Disziplin dort punktete. Man kam mit den Sportlern und Trainern der anderen olympischen Disziplinen im DSB ins Gespräch, dafür bietet so eine große EM immer eine gute Gelegenheit.
Dem Skeetteam wünsche ich maximale Erfolge, sie beginnen heute mit ihrem Wettkampf.
Nach drei Tagen Pause geht es nächste Woche schon wieder weiter mit dem Endkampf der Jugendverbandsrunde (JVR) in Wilhelmshaven.
Bis dahin!
© Fotos bay Jürgen Heise www.GermanShootingNews.de
von Uwe Möller | 28.07.17 | News
Baku, AZE – Um es gleich vorweg zu nehmen, die erhoffte Initialzündung durch den grandiosen Erfolg der Juniorinnen mit ihrem Doppelsieg und dem Mannschaftsgold blieb beim Wettkampf der Männer und Junioren leider aus.
Wir haben uns unter Wert verkauft, besonders bei den Männern. Es gelang nicht, die (zugegeben) schwierigen Bedingungen zu beherrschen. Das sie beherrschbar waren, haben uns andere Schützen vorgemacht. Sicher waren die Finaleingangsleistungen mit 119 bei den Männern und 111 bei den Junioren niedriger als normal, aber wir waren mit je 107 Scheiben (Männer & Junioren) zu weit davon entfernt.
Den Junioren kann man hier sicher keine Vorwurf machen, es fehlt ihnen eben einfach noch die Erfahrung, um solche Bedingungen (Hitze, Wind) zu Händeln – aber die Männer hätten hier mehr zeigen müssen. War es der Druck, den sie sich untereinander machten, weil Paul Pigorsch in Berlin beim Normwettkampf 120 Scheiben vorgelegt hatte und der schlechteste der drei EM-Starter für die WM durch ihn ersetzt werden würde? Oder war es allgemein der Wettkampfdruck? Die Vorbereitung auf die EM in Frankfurt/O. lief sehr gut, die teilnehmenden Athleten waren leistungs- und technikmäßig gut drauf.
An den Ursachen forschen wir noch, denn Richtung WM Moskau muss das Training dahingehend optimiert werden. Die Nominierungsvorschläge für die WM habe ich vor den Athleten bekannt gegeben. Sobald sie von der Sportleitung bestätigt sind, werden sie auch hier veröffentlicht.
Die Hitze hier macht einem ganz schön zu schaffen! Am Nachmittag waren es 36 Grad, obwohl der Wind ging und es dadurch etwas angenehmer war. Am zweiten Trainingstag hatten wir in der ersten Runde plötzlich gar keinen Wind, da war es einfach nur brütend heiß! So muss sich ein Brot fühlen, kurz bevor es vom Bäcker aus dem Ofen gezogen wird!
Der Teamspirit hier in Baku ist sehr gut, auch wenn es an den letzten beiden Tagen nicht wie gewünscht lief. Die Truppe hält zusammen und hilft sich gegenseitig.
Eine echte Bereicherung für das gesamte Team ist unser neuer Doc Andreas Aust, der in Baku zum ersten Mal mit den Schützen unterwegs ist. Er hat sofort einen Draht zu uns gefunden, auch er trägt dazu bei, dass die Stimmung im Team positiv ist. Der Doc musste auch schon einige Behandlungen durchführen und das eine oder andere Wehwehchen versorgen – auf jeden Fall ist es beruhigend für die Athleten und Trainer, wenn so ein Experte an Bord ist.
Unsere Juniorinnen sind gut in Deutschland angekommen, die Junioren mit Karsten Bindrich befinden sich auf dem Weg.
Und das Skeet-Team ist wohlbehalten angekommen, mein Kollege Axel Krämer wird dann den Staffelstab bei der EM übernehmen.
Für uns stehen heute noch die Mixed Team Event Entscheidung auf dem Programm. Wir gehen mit zwei Teams an den Start. Deutschland 1 mit Katrin Quooß und Andreas Löw sowie Deutschland 2 mit Sonja Scheibl und Stefan Veit.
© Fotos by Jürgen Heise GermanShootingNews.de