von Wolfgang Lamée | 06.03.18 | News
Guadalajara, MEX – Ich habe gestern noch mit unserem Leistungsdiagnostiker Eberhard Nixdorf beim Damenfinale hier zum Weltcup in Mexiko hospitiert, wir waren erst kurz vor 19.00 Uhr wieder im Hotel. Das war gigantisch, was die Ladys dort boten! Das Leistungsniveau ist schon sehr hoch, Finaleingang waren 116 Scheiben, die beste Dame hatte 119 Treffer. Und das zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison – da gibt es für uns noch einiges zu tun, ehe wir Anschluss an diesen Leistungsstand finden.
Wir hatten mit der Entscheidung heute überhaupt nichts zu tun. Zum Finaleingang fehlten bei Christiane 14 Scheiben (102 Treffer, 25.Platz), bei Bettina 15 Scheiben (101 Treffer, 28.Platz). Es lief in keiner Serie heute bei den beiden richtig rund. Bei beiden fehlte der Rhythmus, zu viele Fehler bei der Annahme der Scheibe, ungenügende Fehlerverarbeitung, Doppelfehler – es gibt in den nächsten Woche viele Baustellen zu bearbeiten!

Sicher darf man bei den witterungsbedingten Verhältnissen in Deutschland und den daraus resultierenden niedrigen Schusszahlen hier beim ersten großen Wettkampf der Saison keine Wunderdinge erwarten, trotzdem war die Enttäuschung bei beiden groß. Gekämpft haben sie, aber auch gemerkt, dass es bis zu einem stabilen hohen Serienniveau noch ein gutes Stück Weg ist.
Es war trotzdem nicht alles schlecht, bei beiden waren auch schon ansprechende Wettkampfserien dabei. Bettina mit 23 und Christiane mit 24 am gestrigen Tag, da blitze schon mal ihr Können auf. Beide sind jetzt bei einem Durchschnitt von 20 Treffern pro Serie, um ins Finale zu kommen, muss man mindestens 3 Scheiben pro Serie draufpacken! Das Heimtraining wird in den nächsten Wochen intensiviert, außerdem stehen noch zwei zentrale Lehrgänge auf dem Programm.
Die Männer haben gestern auch ihren Wettkampf begonnen. Bei Philipp lief es in der ersten Serie auch sehr bescheiden, er bekam seine Wettkampferregung nicht in den Griff. In der zweiten Runde kam er dann schon besser zurecht, insgesamt stehen für ihn aber nur 39 Treffer nach dem ersten Tag an der Ergebnistafel. Philipp schoss im Training sehr gut, aber auch er musste feststellen, dass für die Umsetzung der Trainingsleistungen im Wettkampf noch viel getan werden muss! Marko machte seine Sache heute bei seinem ersten Weltcupauftritt ganz gut, mit 45 Treffern rangiert er im Mittelfeld.
Im Finale der Damen überzeugten vor allem die beiden Amerikanerinnen und die Olympiasiegerin Skinner aus Australien. Die US-Schützin Carroll sicherte sich mit 47 Treffern im Finale souverän den Sieg vor Skinner. Die hatte übrigens auch mit einer schlechten Serie (20 Treffer) den Wettkampf begonnen, konnte sich dann aber großartig steigern. Die drittplatzierte Amerikanerin heißt übrigens auch Skinner!
Heute dann der zweite Tag bei den Männern, am Mittwoch der Teamwettkampf. Dort wollen die Mädchen kämpfen und ihr Bestes geben.
Zum Abschluss des Tages waren wir wieder gemeinsam essen. 100 m zu Fuß ist eine tolle kleine Kneipe, dort kann man sehr gute und vor allem preiswerte Steaks essen. Die niedrigen Preise resultieren aber aus der Tatsache, dass ein Mexikaner im Jahr nur 20 Prozent vom Durchschnittseinkommen in Deutschland verdient!
In der Nacht reisen dann die Skeeter zusammen mit meinem Trainerkollegen Axel Krämer hier an.
So, das kurz für heute, demnächst mehr!
Viele Grüße aus Mexiko!
von Wolfgang Lamée | 04.03.18 | News
Guadalajara, MEX – Um die Zeit bis zur Eröffnung gestern Abend, die um 17.30 Uhr stattfand noch sinnvoll zu nutzen, hier ein paar Bemerkungen zu Freitag und den gestrigen Tag hier in Mexiko. Unsere Waffen konnten wir Donnerstagabend noch vom Flughafen abholen, die Waffeneinfuhrgenehmigungen waren endlich am Zoll angekommen.
Freitag früh dann mit dem Taxi hier auf den Stand, er liegt ungefähr 45 Minuten vom Hotel entfernt. Je nach dem, zu welcher Zeit man unterwegs ist. Zur Rushhour kann es auch durchaus länger dauern, dann geht es hier im Schritttempo voran durch dicke Luft und stinkige Abgaswolken. Die Luft ist in der Stadt den ganzen Tag versmogt, über die aktuelle Feinstaub- und Dieseldiskussion in Deutschland hat man hier nur ein müdes Lächeln übrig.
Der Schießstand ist sehr schön gelegen am Rande eines Industriegebietes in einem Vorort von Guadalajara, die mit 1,4 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt Mexikos ist. Ein riesengroßes Klubhaus mit viel Grün und umliegenden Gewehr- und Pistolenschießständen, mit Pool und sogar einem Kinderspielplatz ziert das Areal. An den Hügeln im Hintergrund der Wurfscheibenstände sind Klappscheiben mitten in der Pampa aufgestellt, hier kann man auf Distanzen von bis zu 500 Metern mit Kugelwaffen schießen. Aufenthaltsmöglichkeiten für Athleten und Offizielle im Schatten sind genügend vorhanden, die Versorgung ist gut und preiswert, die Anlagen machen einen gepflegten Eindruck. Man ist sichtlich bemüht, allen Teilnehmern einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Das WLAN auf dem Stand funktioniert gut, allerdings bekamen wir erst gestern durch Zufall das Passwort vom französischen Sportdirektor. Der Informationsfluss hier hat schon noch Luft nach oben!

Das Training der letzten beiden Tage diente dem Kennenlernen des Standes und dem Vertrautmachen mit den vorherrschenden Bedingungen. Die Schützen stehen in der prallen Sonne, damit gilt es umzugehen! Die Scheiben sind stramm eingestellt, auch die Winkel sind nicht ohne! Patronen gibt es hier auf dem Stand zu kaufen, es gibt nur zwei Sorten einheimischer Munition. Beide sind nicht schlecht! Aber man muss jedes Mal das Zollformular vom Flughafen und seinen Reisepass vorlegen, ohne diese Papiere gibt es nichts!
Die Ergebnisse an den beiden Trainingstagen waren bei unseren 4 Sportlern durchwachsen, zum Ende des gestrigen PET wurde es dann aber sichtlich besser, alle konnten sich steigern. Die Damen mit 4 Runden, die Männer schossen 2 Durchgänge. Die Herren der Schöpfung haben heute einen zweiten Tag für das PET, hier auch wieder 50 Scheiben.

Neben Stand 1 wird das Finalzelt für die KK-Pistolen- und Gewehrwettkämpfe aufgebaut. Mitten in der Pampa auf der grünen Wiese, bei uns zu Hause undenkbar!
Eberhard Nixdorf unterstützt mich sehr gut, er hat die letzten beiden Tage schon Filmaufnahmen von unseren Sportlern beim Training gemacht, die wir dann im Anschluss ausgewertet haben.
Heute dann beginnt der Wettkampf bei den Damen, sie schießen 75 Scheiben.
Die Stimmung im Team ist gut, alle ziehen mit und unterstützen sich gegenseitig. Als teambildende Maßnahme steht am Ende eines langen und anstrengenden Tages immer das gemeinsame Abendessen auf dem Plan.
Restaurants mit preiswertem und gutem Essen gibt es hier in unmittelbarer Nähe des Hotels genügend. Beim gestrigen Dinner gab es als kleinen Zwischensnack so zum Knabbern eine Schüssel mit kleinen getrockneten Grillen. Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber alle haben probiert – und im Bauch ist’s dunkel!
So, das kurz für heute, demnächst mehr!
Viele Grüße aus Mexiko!
von Wolfgang Lamée | 02.03.18 | News
Köln, GER – Unser Trap-Mannschaft ist vor Ort in Guadalajara (MEX) und wir hoffen, das sie auch heute Ihre Waffen am Flughafen abholen konnten und zurzeit am inoffiziellen Training teilnehmen können. Vorab hier der Zeitplan für die nächsten 10 Tage des ersten Weltcups der Saison 2018:
User Team-Flinte beim Weltcup in Mexiko…
TRAP:
GÖHRING, Christiane
VALDORF, Bettina
HERMES, Philipp
KROSS, Marko
SKEET:
WIESLHUBER, Katrin
WISSMER, Nele
HAAGA, Vincent
HAASE, Felix
Des Weiteren noch die weiterführenden Links zu den Live-Ergebnissen der ISSF ab Sonntag und zu der offiziellen Homepage des Weltcups mit Ergebnissen und aktuellen Bildern…
Issf-sports.org
ISSF World Cup Guadalajara 2018 und auf Facebook
von Wolfgang Lamée | 02.03.18 | News
Guadalajara, MEX – Dieselbe Sonne, die bei uns zu Hause in den letzten Tagen bei minus 19 Grad (in Suhl) aufgegangen ist, geht in Mexiko ebenfalls auf – allerdings sieben Stunden später und dann klettert das Thermometer schnell Richtung 30 Grad. Wir erfuhren also einen Temperaturunterschied von knapp 50 Grad Celsius!

Dies war uns ja bewusst, aber wie verläuft die Anreise? Aus der Vergangenheit wissen wir ja, dass die Anreise nach Mexiko immer mit irgendwelchen Problemen verbunden ist und alle waren gespannt darauf, ob diesmal alles reibungslos verläuft. – Nein, tat es nicht!
Die gestrige Anreise verlief anstrengend, nach 11 Stunden Flug und 3 Stunden Zwischenstopp in Houston / Texas, ging es nochmal knapp 3 Stunden weiter nach Guadalajara (MEX). Passkontrolle, Gepäckausgabe und dann kam die Waffenkontrolle. Vor uns die Gewehr- und Pistolenkontrollen (wir sind ja mit einer großen Mannschaft unterwegs), alles verlief reibungslos und es gab keine nennenswerten Probleme. Nun waren wir dran und siehe da, die von den Mexikanern im Vorfeld ausgestellten Waffengenehmigungen der kompletten Trapmannschaft waren schlicht und ergreifend nicht vorhanden. Und ohne Einfuhrgenehmigung keine Waffen!

Jetzt musste diese ganze Prozedur einschl. dem Ausfüllen der Papiere, Formulare und Einlagerungspapiere vor Ort erledigt werden und das in zigfacher Ausführung für jeden einzelnen – am Papier soll es schließlich nicht scheitern – jedes Formular gefühlte zwanzig Mal aus dem Drucker. Bei Schreibfehlern der freundlichen Zollbeamtin (so hat sie unser „S“ immer als „5“ interpretiert und dann auch so eingetragen) wurde der Stapel zerrissen, alles wurde neu ausgedruckt und ausgefüllt. Obwohl wir sehr gelassen waren, bekamen wir es zwischenzeitlich doch mit der Angst zu tun! Was passiert, wenn auf einmal der Toner vom Drucker alle ist oder der Computer ausfällt? Müssen wir dann die Nacht über in der Zollstation verbringen…
Nach fast 28 Stunden Anreise waren wir dann heute Morgen um 03:00 Uhr Ortszeit endlich im Hotel angekommen. Hier wurden wir für all die Strapazen etwas entschädigt, denn das Haus ist erste Sahne. Auch das Frühstück heute ganz toll – ein herzliches Dankschön nach Wiesbaden!
Nun versuchen wir hier vor Ort über Mail und WhatsApp unter Mithilfe aus Wiesbaden (zum Glück funktioniert das WLAN im Hotel ganz ordentlich) die nötigen Schritte zu organisieren, damit wir vielleicht heute die Papiere bekommen und dann doch noch die Waffen vom Flughafen holen können, denn morgen ist schon inoffizielles Training. Hoffentlich funktioniert das WLAN auf dem Schießstand inzwischen ebenso und nicht wieder auf Braunkohlebasis mit 8-Bittechnik wie in den letzten Jahren!
Das für heute nur ganz kurz aus dem warmen Guadalajara hier in Mexiko!
von Karsten Beth | 03.09.17 | News
Moskau, GER – Heute nun der letzte Tag unserer Herren und Junioren. Ich beginne mal bei unseren Jüngsten. Hier konnte keiner unserer Schützen an ihr eigentliches Niveau anknüpfen. Trotz ihres kämpferischen Einsatzes blieben die gewünschten Treffer aus. Annahmefehler, taktisches Verhalten, Verlust des Selbstvertrauens nur so kann ich mir diesen Wettkampf erklären. Alle Mühe hilft nicht und eines sei hier angemerkt, dass alle drei ihr Bestes versucht haben. Aber diesmal die Umsetzung nicht gelungen ist – Schade! Dieses Mal wurde das Sprichwort gerecht „Im Sport verliert mal öfter, als man gewinnt!“

Jeremy Schulz 104 – Platz 37, Johannes Kulzer 102 – 42 Platz, Jonas Bindrich 94 – 47 Platz
Bei unseren Herren der große Hoffnungsschimmer Andy Löw mit seinem starken Start von 74 Scheiben. Heute Morgen Auftaktserie 23, alles im grünen Bereich. Dann die Abschlussserie, gleich zwei Fehler im ersten Block, Verunsicherung zeigte sich und es folgten im Serienverlauf noch zwei Fehler. Am Ende 118 und Platz 27. Andy einst beim Doppeltrap zu Hause hat nach dem Wegfall der Disziplin aus dem olympischen Programm in diesem Jahr mehrmals gezeigt, dass er auch Trapschiessen kann. Mexico 120, die Qualifikation zur WM und EM mit Leistungen von 120 Treffern gemeistert. Er muss sich nicht verstecken und wird in Zukunft mit in der Spitze vertreten sein.
Paul Pigorsch und Stefan Veit haben es nicht vermocht sich im vorderen Feld zu etablieren. Zuviel Ungereimtheiten und Konzentrationsschwächen zeigten dies deutlich. Mit Platz 79 und 100 waren beide doch ziemlich weit abgeschlagen.
Morgen beginnen dann die Wettkämpfe im Mixed-Team-Trap. Unsere Mannschaften sehen wie folgt aus.
Katrin Quooß und Andreas Löw
Sonja Scheibl und Paul Pigorsch.
…und Daumendrücken nicht vergessen!
Vom gesamten Team die besten Genesungswünsche an unseren Bundestrainer Uwe Möller.