von Frank Günther | 07.05.17 | News
Larnaca, CYP – Eines Vorab, wir hatten hier in Larnaca ein sehr junges und teilweise international sehr unerfahrenes Trapmännerteam ins Rennen geschickt. Das wir hier nicht den großen Wurf (Medaillen) erwarten konnten, war uns von vornherein klar.

Zu unserer Teamberatung nach dem ersten Wettkampftag hat der Bundestrainer ein paar deutliche Worte sagen müssen. Die Leistungen unserer Männer waren nach zwei Runden schon unter den Erwartungen. Also klare Ansage, sich hier nicht unter Wert zu verkaufen. Ordentliche Serienvorbereitung, konzentriertes und konsequentes Arbeiten ist gefragt. Folge, die Gesichter wurden immer länger. Aufmunternde Worte folgten, wo Schatten ist, da ist auch irgendwo Licht. Phasenweise sah es ordentlich aus, es ist nichts verloren, kämpfen ist angesagt. Die Gesichter wurden nach den aufbauenden Worten des Bundestrainers wieder fröhlicher, vorsichtiger Optimismus machte sich breit. Aber wer kennt nicht das große Kopf Kino bei solch einem Event. Man will sein Bestes geben und es geht in die Hose. So war der erste Tag. Zu viel gewollt und fest geworden. Dann wird die Brechstange herausgeholt und es geht nicht viel.
„Nur nicht enttäuschen“, „Ich muss gut sein“, „Ich habe gut trainiert“
Das sind so die Gedanken in diesem Moment. Tja-und dann geht der Schuss nach hinten los. Es ist ja nicht so, dass unsere Schützen nicht schießen können, aber zu solch einem internationalen Einsatz zu schießen ist schon etwas anderes als bei einem Wettkampf in Deutschland. Nach dem ich mich mit einigen Schützen zwischen den Serien unterhalten habe, merkte ich schon eine gewisse Unsicherheit und Nervosität. Aufmunternde Worte vertrieben diese Nervosität.
Am zweiten Wettkampftag, große Aufregung. Als wir auf dem Stand angekommen sind, bemerkten wir, dass wieder viele Schützen beim Munitionswiegen waren. Diesmal war es eine andere bekannte Munitionsfirma, die es betraf. Falscher Alarm, es hatte sich nicht bestätigt, dass es zu Überladungen gekommen war. Es ist schon eine knisternde Stimmung, wenn Schützen sich nicht auf die Munitionsfirmen verlassen können. Eine richtige Hysterie machte sich breit. Im Laufe des Wettkampftages entspannte sich aber die Situation und es zog wieder Normalität ein.
Unsere Männer haben sich die Worte des Bundestrainers zu Herzen genommen. Endlich haben sie angedeutet, was sie momentan drauf haben. Mit einem ordentlichen zweiten Wettkampftag konnten sie beweisen, dass sie zu Recht an diesem Wettkampf teilgenommen haben. Die Jungs haben gekämpft, sehr konzentriert gearbeitet und einen ansprechenden Serienerfolg gehabt. Man muss aber auch erwähnen, dass durch die Psyche gesteuert Fehler im technischen Bereich entstanden.
Psychische Parameter wie Konzentration, Siegeswille, Aufmerksamkeit, Steuerung des Erregungsniveaus, der Kampf um jede Scheibe muss auf jeden Fall mehr geschult und ausgeprägt werden. Für Karl, Lucas und Stefan war es der erste Weltcupeinsatz und dafür haben sie es gut gemacht. Freud und Leid liegen wie immer dicht zusammen. Nun gilt es die richtigen Rückschlüsse für das kommende Heimtraining zu ziehen, den einen oder anderen technischen Makel zu beseitigen und sich vielleicht von einem Psychologen einige Ratschläge und Tipps zur Wettkampfbewältigung zu holen. Mit den Ergebnissen Paul 114 Platz 53, Luca 113 Platz 69, Stefan 112 Platz 74 und Karl 107 MQS Platz 18 haben die Schützen international eine erste Duftmarke hinterlassen. Es ist auf alle Fälle bei allen Schützen deutlich mehr drin, als sie es auf Zypern gezeigt haben.
Morgen geht es dann weiter mit der neuen Disziplin Trap Mixed als Testwettkampf. Vor Ort ist ein Team des IOC, das sich diese neue Disziplin anschauen wird.
Deutschland geht mit zwei Teams an den Start. Team Deutschland 1 wird Katrin und Luca stellen, Team Deutschland 2 stellt Sonja und Paul. Insgesamt sind 33 Teams am Start. Ein Zeichen, dass diese Disziplin angenommen wird. Sind wir mal gespannt wie es ausgeht, morgen mehr dazu.
von Wolfgang Lamée | 27.03.17 | Ergebnisse
Hier die Ergebnisse unserer Schützen beim Weltcup in Acapulco (MEX) 2017.
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von Uwe Möller | 21.03.17 | News
Acapulco, MEX – Wir waren gestern Abend im Team gemeinsam zum Abendessen, anschl. ist nochmal Schreibtisch angesagt. Ist auch im Zimmer unter dem Ventilator angenehmer als draußen, dort herrscht noch brütende Hitze!
Der zweite Wettkampftag bei den Männern – Andy lag nach dem ersten Tag auf dem 34. Rang. Um noch weiter vorzukommen, musste er heute eine Leistung im Maximalbereich angehen, denn es wurde hoch geschossen! Und Andy meisterte diese Aufgabe mit Bravour, er zeigte zwei optimale 25er Serien, fast alles Treffer eins, insgesamt benötigte er nur 4 mal den zweiten Schuss. Er begann auf Stand 5, der als Finalstand über kein Dach verfügt. Also eine halbe Stunde dort in der glühenden Sonne und dann „voll“ schießen, das nötigt einem schon Respekt ab!
Runde zwei dann auf Stand 1, der liegt am tiefsten Punkt der Anlage. Man kann ihn über viele Treppen oder mit einem extra dafür eingerichteten Shuttle erreichen. Wir entschieden uns auf dem Hinweg nach unten für die Treppen und auf dem Rückweg nach oben für den Shuttle. Auch hier eine saubere Arbeitsweise von Andy, die mit einer weiteren „vollen“ Runde belohnt wurde. Mit 120 Scheiben erreichte er in der Endabrechnung Platz 12, eine Leistung im internationalen Anschlußbereich. Das lässt hoffen für den weiteren Saisonverlauf in seiner gerade gestarteten Karriere als Trapschütze!
Die Finaleingangsleistung lag bei 122 Scheiben – die Trauben hängen also sehr hoch. Sieger wurde der Spanier Fernandez vor seinem Landsmann Baillon, der dritte Platz ging an den Briten Heading.
Morgen dann der Trap Mixed Team Wettkampf, bei dem ja pro Team jeweils eine Dame und ein Herr starten. Das deutsche Team wird nach den Vorkampfleistungen mit Andy Löw und Sonja Scheibl an den Start gehen, insgesamt haben 21 Teams gemeldet, davon Großbritannien, Italien, USA, China und Kanada mit jeweils 2 Mannschaften. Wir starten die erste Runde um 10.00 Uhr, die zweite wird dann um 12.00 Uhr geschossen. Also Daumen drücken!
Der Transport zum Schießstand klappt pünktlich und reibungslos, die Fahrtzeit beträgt etwa eine Stunde. Die Fahrt ist jedes Mal sehr interessant, weil sie durch krasse soziale Gegensätze führt. Auf der einen Seite die schicken Ferienanlagen, Hotels und teuren Villen in Acapulco, dann biegt man am Ende der Stadt links ab, fährt eine Stück durch Palmenhaine und kommt dann direkt zu den Slums. Dort stehen ärmliche Hütten, überall liegt Müll und Dreck umher – das sollte sich zu Hause bei uns in Deutschland mal jeder anschauen, der dort auf hohem Niveau jammert! Müllabfuhr gibt es dort nicht, alles wird an den Straßenrand geschmissen und dann irgendwann angezündet und abgefackelt.
Das Skeet Team ist heute in Houston angekommen, hoffentlich nicht mit so vielen Problemen wie bei uns Trapschützen! – Bis bald!
von Uwe Möller | 20.03.17 | News
Acapulco, MEX – Gestern nun der erste Weltcupauftritt unserer Damen Sonja Scheibl und Jana Beckmann beim WC hier in Acapulco (MEX). Unsere drei Athleten haben ja am Freitag einen kleinen Situationsbericht geschrieben, insgesamt eine Reise mit vielen Hindernissen.
Samstag in Houston am Airport einchecken, das ging relativ zügig. In der Maschine nach Acapulco saßen nur wenige Passagiere, die meisten waren ja schon am Vortag angereist, denn am Samstag stand das offizielle Wettkampftraining auf dem Plan. Scheinbar ohne uns, denn wir machten uns wenig Hoffnungen auf ein rechtzeitiges Eintreffen auf dem Schießstand. Mit uns im Flieger ein Teil des britischen Teams, die auch Probleme mit den Anschlussflügen hatten und so zwei Tage später anreisen mussten. Auf dem Rollfeld in Houston Stau, dort standen mindestens 15 Maschinen und warteten auf die Starterlaubnis. Dann rollte Einer nach der anderen auf die Startbahn und hob ab. Wir waren ziemlich zum Schluss dran, so dass hier auch noch mal eine dreiviertel Stunde Verspätung dazu kam. Die Waffenkontrolle in Acapulco dann wider Erwarten sehr zügig, nach einer Stunde waren wir bereits mit allen Formalitäten und Kontrollen durch. Das fühlte sich nach den letzten Erfahrungen wie ein Wunder an!
Vor dem Airport warteten zwei Shuttle, die uns zum Schießstand fuhren. Dort konnten wir dann wenigstens noch zwei Durchgänge trainieren, auch wenn alles sehr hektisch verlief. Die zwei Damen durften nur zwei Runden hintereinander auf Stand 5 absolvieren, bei Andy war dann nach einer Runde auf Stand 5 auch noch einmal Stand 3 möglich.
An dieser Stelle möchte ich nochmal ganz herzlich unserem Bodo Gißke danken, der hier als Chairman der ISSF Jury vor Ort ist. Er besorgte uns das Shuttle, die Munition und die Trainingszeiten, ansonsten wäre ein Training gar nicht möglich gewesen.
Unsere Damen kamen heute nicht so richtig in die Gänge. Jana fehlte ganz einfach das Training auf den anderen Ständen, um die richtigen Haltepunkte zu finden. Das dann im Wettkampf zu versuchen, da landen erst mal einige Scheiben „ungerupft“! Mit 56 Scheiben belegte sie Rang 31.
Bei Sonja lief es die ersten zwei Runden mit jeweils 23 Treffern ganz ordentlich, mit einer 24 zum Schluss wäre sie im Shoot Off um den Finaleinzug dabei gewesen. Sie begann Durchgang 3 auch sehr gut und hatte bis zur 10. Scheibe noch keinen Fehler. Dann kam es aber bei ihr zu einem Konzentrationseinbruch, das Ergebnis waren 19 Treffer und mit insgesamt 65 Scheiben Rang 24.
Sicher spielen die ganzen Umstände der Anreise hierher eine große Rolle, sie sollen aber keine Ausrede für die erbrachten Leistungen sein. Wir sind noch nicht auf dem Niveau, um Finaleingangsleistungen zu erbringen. Dazu ist die Saison zu jung, es fehlt noch an Variabilität und Wettkampfhärte. Dieser Wettkampf hat uns den aktuellen Leistungsstand gezeigt und Reserven offenbart, an denen es jetzt zu Hause beim Heimtraining gezielt zu arbeiten gilt!
Es gab auch wieder lustige Erlebnisse hier im Wettkampf. In Janas erster Rotte heute auf Stand 3 zerlegte es eine am Hochhaus angebrachte Klimaanlage. Die hat schlagartig nicht mehr gekühlt, sondern nur noch laut gezischt und gefaucht sowie das Kühlmittel in einer großen Wolke auf dem Stand verteilt! Sie dient der Klimatisierung der Büros, die sich direkt vor Stand 3 befinden. Die haben da drin anschließend sicher nicht gefroren!
Während der zweiten Wettkampfrunde von Andy zog eine riesige Rauchwolke aus dem Tal herauf, dort haben die Einheimischen wahrscheinlich Müll verbrannt. Andy hat sich heute gar nicht schlecht verkauft, mit 70 Scheiben liegt er im Mittelfeld. Vielleicht kann er morgen noch ein paar Plätze gut machen.
So, dass kurz aus dem heißen Acapulco. Bis bald!
von Jana, Sonja & Andy | 17.03.17 | News
Housten, USA – Die Saison beginnt, der erste Weltcup steht in Acapulco (MEX) an. Interessierte Leser der Förderkreisseite wissen aus vergangenen Berichten, dass die eine oder andere Reise ihre Tücken hat. So auch diese…
Der Plan war folgender:
- Abreise: Frankfurt 15.03. 11:00 Uhr
- Ankunft: Houston 15.03. 15:05 Uhr Ortszeit
- Eine Zwischenübernachtung,
- Weiterreise 16.03 11:40 Uhr nach Acapulco
Soweit so gut… ABER, Pläne funktionieren nicht immer so wie man denkt!
So war es wirklich…
Tag 1: 15.03.2017
- Ankunft in Houston, Gepäck alles da, ab zum Zoll und dann…
„Houston, wir haben ein Problem!“
- Aufgrund des Fehlens angeblich benötigter Durchreisepapiere
(Info: ATF Form 6, Bearbeitungszeit ca.10Wochen) – Beschlagnahmung der Waffen!
- Aufklärung über das weitere Vorgehen seitens der US-Behörden
- Aktivierung sämtlicher Connections auf deutscher und amerikanischer Seite
- Nachtschicht in Deutschland – während wir geschlafen haben, hat in Deutschland die Tastatur gequalmt
Tag 2: 16.03.2017
- Gute Nachrichten zum Frühstück – Die Dokumente aus Washington sind auf dem Weg zu uns
–– durchatmen ––
Zum Zeitvertreib Besuch im städtischen Shoppingcenter, Mittagessen beim Mexikaner 🙂 und auf dem Rückweg eine amüsante Fahrt im Quiz Taxi eines US Veteranen mit Fragen über Film und Geschichte
- Nachmittags ausdrucken der Formulare und auf zu LH-Cargo
- Nach vorzeigen der Dokumente wurden wir an US-Customs verwiesen, wofür uns ein Mitarbeiter mit deutschen Wurzeln als Fahrer und Betreuer zur Seite gestellt wurde
- Dort angekommen, großes Kopfschütteln des Polizeichefs – Aussage von ihm:
„Diese Dokumente sind völlig überflüssig“.
Nach mehrfacher Entschuldigung seinerseits für die Unannehmlichkeiten, wieder zurück zur Cargo, wo wir unsere Waffen in Empfang genommen haben
- Der gebuchte Anschlussflug um 11:40 Uhr nach Acapulco war schon längst im sonnigen Mexico. Der Flug für den nächsten Tag bereits ausgebucht, aber wir waren die allerersten auf der Warteliste
Tag 3: 17.03.2017
- 7:30 Uhr Koffer gepackt – auf zum Flughafen …mal wieder!
- José, unser Shuttelfahrer kennt uns mittlerweile beim Vornamen
- Großes Kopfschütteln bei José, als er uns zwei Stunden später wieder vom Flughafen zum Hotel fuhr
- Auch vorderste Plätze bringen manchmal nichts. Für morgen haben wir aber Plätze im Flieger sicher. José ist schon gespannt…
To be continued hopefully from Acapulco…
© Fotos: Andy Löw