Erster Wettkampftag bei der EM

Erster Wettkampftag bei der EM

Sarlospuszta, HUN (Uwe MöllerEs ist heute mal wieder spät geworden – wir waren zusammen mit Peter Brass und Daniel Spatz von der Firma Krieghoff in einem sehr schönen und vor allem leckeren Restaurant in der wunderschönen Altstadt von Kecskemét. Danach in der Lobby unseres Hotels angekommen, lief gerade das Spiel Spanien gegen Chile, wir haben uns noch den Rest der zweiten Halbzeit gegönnt. Tja, im Moment schießen die spanischen Trapschützen um Längen besser als ihre überbezahlten Kicker Fußball spielen. Das haben sie mit ihren Weltcupsiegen bei den Männern in Almaty und München eindrucksvoll bewiesen. Der russische Doc kam vorbei, sah auf den Monitor und meinte nur ganz trocken: “Adios!“

20140618-02 EM-UngarnSo, nun zum ersten Wettkampftag hier in Ungarn. Licht und Schatten – bei den Männern und Junioren durchwachsen, bei den Frauen heute top. Wechselnde Lichtbedingungen, teilweise schwierige Sicht und ab Mittag dann ein doch recht kräftiger Wind – und alle mussten durch! Die Trap-Männer haben sich dann doch einige Reserven für die nächsten beiden Wettkampftage offen gelassen, die es mit Entschlossenheit und der richtigen Vorbereitung auf jede Serie und jede Scheibe zu erschließen gilt. Ähnliches gilt für unsere Junioren. Die Abstände zur Spitze sind hier noch nicht so groß, trotzdem müssen auch unsere drei „Jungspunde“ bei den letzten drei Serien noch mal eine Kohle auflegen.

Bei den Damen, hier speziell Katrin und Chrissi – lief die Sache heute ganz gut und rund, schauen wir mal, was sie morgen draus machen. Zum Glück herrschen hier, was die Quantität der vollen Serien angeht, noch keine „Münchner Verhältnisse“, trotzdem wird hoch geschossen. Die Ergebnisse von heute findet ihr hier…

20140618-01 EM-UngarnAuf dem Stand haben wir übrigens immer guten Kontakt zu Bodo Gißke, der hier als Jury-Mitglied tätig ist. So erfährt man hin und wieder gar lustige Sachen, die hier rund um den Wettkampf so ablaufen. So hat zum Beispiel der russische Trapschütze Alipov vor seiner zweiten Runde verlangt, das nochmal eine Scheibenvorführung auf Stand D stattfindet, da er zur regulären Vorführung heute früh bei Wettkampfbeginn in der ersten Runde auf Stand C beginnen musste und so das Schema auf Stand D nicht gesehen hat. Der Hammer-oder? Morgen reisen dann unsere 3 Doppeltraper zusammen mit Frank Günther an, es geht jetzt Schlag auf Schlag. Das ganz kurz für heute, morgen mehr. Dann berichtet mein Assistenztrainer Karsten Beth – Und jetzt ab ins Bett!

Eröffnung der Europameisterschaft 2014 in Ungarn

Eröffnung der Europameisterschaft 2014 in Ungarn

Sarlospuszta, HUN (Uwe Möller) Hallo Freunde, hier nun der erste (von Euch hoffentlich langersehnte) Bericht aus Ungarn von der EM Wurfscheibe! Eigentlich hatte ich ja gestern schon was geschrieben, das wollte ich dann aber nicht ins Netz stellen, damit der tolle Artikel von Willi noch etwas länger auf der ersten Seite bleibt!

20140617-01 EM-UngarnEben sind wir von der Eröffnungsveranstaltung aus Dabas zurückgekommen. Das war eine ganz tolle Sache, man merkt auf Schritt und Tritt, wie stolz die Ungarn sind, solch ein Event ausrichten zu dürfen. Zuerst gab es einen Empfang im Rathaus beim Bürgermeister mit lecker Essen und Trinken, danach die Eröffnungszeremonie auf dem Rathausplatz mit Einmarsch der Nationen, vielen Reden und Grußbotschaftenb(meiner Meinung nach etwas zu lang), danach Kulturprogramm mit Volksfestcharakter. Auftritt einer „Teufelsgeigerin“ a la Vanessa Mey (schon allein optisch ein Ohrwurm…) Danach trat ein smarter ungarischer Popsänger auf, bei dem die einheimischen Mädels in achter Marschblöcken in Ohnmacht fielen – aber dazu muss man sicher die schwierige ungarische Sprache beherrschen! Dann ab in den Bus und durch die Puszta zu den einzelnen Hotels, unseres natürlich zum Schluss. Und keine Autobahn, sondern mitten durch! Straßen sind das hier, da wird während der Fahrt jede Schlagsahne im Tetrapack fest – so wird man durchgeschüttelt!

Und nun mein Bericht, den ich heute im Laufe des Tages schon auf dem Stand geschrieben habe:
Nach dem gigantischen Sieg unserer Fußballnationalmannschaft gestern gegen Portugal greifen wir heute hier in Sarlospuszta / Ungarn mit dem offiziellen Wettkampftraining ins Geschehen ein. Übrigens haben wir gestern geschlossen im Hotel das Spiel verfolgt -Ehrensache! Die Anreise hierher am Sonntag verlief problemlos, obwohl 11 Stunden Fahrt ein ganz schöner Ritt sind. Unser Hotel ist etwas abseits, dafür top. Unsere Junioren zusammen mit Matze und Karsten Beth haben gestern nach dem Training erst mal eine sauberer Runde Beachvolleyball hingelegt, nach den Reisestrapazen zum Auflockern ganz okay. Nicht das ihr denkt, wir machen hier Urlaub in einem Wellnesshotel – wir sind hier bei den Europameisterschaften Wurfscheibe!

20140617-02 EM-UngarnDie Fahrt zum Schießstand dauert etwa 40 Minuten, davon die meiste Zeit Autobahn, das ist noch erträglich. Der Stand an sich ist top, alles neu, 4 kombinierte Stände, große Anzeigetafeln, Mattarelli-Maschinen und im Annahmebereich bei Trap Golfrasen – alles sehr gepflegt. Unsere ungarischen Freunde haben sich große Mühe gegeben, hier optimale Bedingungen zu schaffen. Viel Platz für die Mannschaften, ein großes und viele kleine Aufenthaltszelte- und jede Menge Biertischgarnituren! Hier gibt es gefühlt für jeden Sportler und jeden Trainer mindestens eine Bank und einen Tisch! Wahrscheinlich hat man aus den vorangegangenen Großereignissen in diesem Jahr gelernt und wollte Streitereien um Tische und Bänke aus dem Weg gehen und ewigen Querulanten und Nörglern von vorneherein das Wasser abgraben! Ob es geholfen hat, werden wir nachher zum Technical Meeting sehen.

Die deutsche Mannschaft hat ihr eigenes Hauptquartier aufgeschlagen, es ist dasselbe wie in München zum Weltcup. Das Aufbauen gelang in Rekordzeit, am Eingang unseres Camps prangt stolz die Deutschlandfahne! Die Sportler haben heute jeder zwei Trainingsrunden, gestern beim inoffiziellen Training durften wir auch schon zweimal ran. Das Training insgesamt lief nicht schlecht, ohne dass ich Euch jetzt mit Zahlen langweilen möchte. Ansonsten ein buntes Treiben hier, 43 Nationen sind am Start. Gegenüber München sicher Peanuts, aber trotzdem nicht minder spannend und interessant. Mit Bodo Gißke aus Suhl (in der Jury tätig), Peter Brass und Daniel Spatz von Krieghoff sind liebe Bekannte hier vor Ort, das macht alles noch viel angenehmer.

Morgen dann der erste Wettkampf, als erster muss Luca Faulstich gleich um neun ran, eine halbe Stunde später dann Philipp Hermes. Alle schießen morgen zwei Runden. Am Donnerstag dann auch zwei Runden bei den Männern und Junioren (wurde heute übrigens schnell noch geändert, eigentlich waren für Donnerstag nur eine Runde pro Sportler geplant), die Frauen und Juniorinnen eine Runde und Finals. Am Freitag dann eine Runde plus Finals bei den Männern und Junioren.

Hier übrigens unser Teilnehmer bei der EM:

20140617-00 EM-Ungarn-EntryList

Was macht eigentlich Wilhelm Metelmann?

Was macht eigentlich Wilhelm Metelmann?

Was macht jetzt eigentlich der Altbundestrainer „Wilhelm Metelmann“? …diese Frage wurde mir häufig von Sportlern und Trainern bei meinem Besuch des Weltcups Flinte in München gestellt.

20140616-02 Krieghoff-MetelmannAber von vorn: Es war für mich natürlich Ehrensache nach München zu kommen und die Daumen für unsere Flintenschützen zu drücken. Der Weltcup war wieder einmal hervorragend organisiert und eine Werbung für unseren Sport. Viele internationale Trainerkollegen lobten die Top-Bedingungen. Wenn auch unserem Gerhard Furnier so manches graues Haar wuchs, bezüglich der hohen Teilnehmerzahl, der Schussbegrenzung oder des Zeitlimits, letztendlich war die Resonanz, aber vor allem die Wettkampfergebnisse, Entschädigung für alles. Und die Mannen um Hans Goldbrunner, ob Kampfrichter oder Helfer, haben eine tolle Arbeit geleistet.

Im Trap-Schiessen mit 124 Treffern nicht sicher im Finale zu stehen oder beim Doppeltrap 146 Treffer zu benötigen um ins Finale zu kommen – das hat die „Wurfscheibenwelt“ noch nicht gesehen. Sicherlich hatten wir auf der Schießanlage München mit den Sichtbedingungen, den super Wurfscheiben und diesmal auch mit den sehr guten Witterungsverhältnissen hervorragende Wettkampfbedingungen. Aber ich sage auch, diese Wettkampfresultate sind Ergebnis einer weiteren Leistungsentwicklung in unserer Sportart (in München neige ich dazu, von einer Leistungsexplosion zu sprechen). Zu Recht fordert Bundestrainer Axel Krämer die Ausrichtung eines hohen Anspruchniveaus der Nationalmannschaftsmitglieder auf diese Entwicklung, wollen wir in Zukunft in diesem „Reigen mittanzen“.

Neben dem Daumendrücken hatte ich in München aber eine zweite Aufgabe zu erfüllen – mich bei der Firma Krieghoff, namentlich beim Geschäftsführer Peter Brass und beim Marketingleiter Ralf Müller für die Unterstützung unserer Nachwuchsarbeit im LLZ Wittstock zu bedanken. Der Brandenburgische Schützenbund hat das LLZ Wittstock für 2 weitere Jahre bestätigt. Ziel ist es, die Nachwuchsarbeit auf Landesebene verstärkt zu fördern. Natürlich benötigen wir dafür das entsprechende Sportmaterial. Für die Trainingsdurchführung in der Disziplin Trap fehlte uns eine Flinte. Auf Nachfrage bei der Firma Krieghoff wurde uns sofort eine „ K 80“ zur Verfügung gestellt. Dafür noch einmal an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Damit beweist die Firma Krieghoff erneut ihr Engagement in der Nachwuchsförderung Flinte. Auch im Rahmen des Förderkreises Wurfscheibe läuft gerade der Verkauf der K 80-Lose. Zur Deutschen Meisterschaft erfolgt die Verlosung. Der Gewinn kommt den Nachwuchs- und Anschlussschützen des DSB-Kaders zu Gute. Unser Förderkreis ist schon eine tolle Sache.

20140616-01 Krieghoff-MetelmannTja – was macht nun der Altbundestrainer so ?!
Wie oben schon gelesen, kann ich die Finger nicht vom Flintenschiessen lassen und widme mich der Nachwuchsarbeit in meinem Verein. Unser Ziel ist, es mit etwa 8 Jugendlichen im LLZ Wittstock zu arbeiten – 5 sind seit April dabei. Die Begeisterung und Unbekümmertheit der 14- bis 16-jährigen Schützen macht Freude und Spaß. Im Oktober, zur DSB-Sichtung in Suhl, möchten wir uns erstmals vorstellen. Für die Familie hatte ich in der Vergangenheit wenig Zeit, da besteht Nachholbedarf. Auch für die Jagd und für „Nina vom Drachenstein“ (Teckel) habe ich nun mehr Zeit. Nach 45 Jahren Leistungssport komme ich nun in ruhigeres Fahrwasser – und das ist gut so. Natürlich werde ich die Entwicklung unserer „Großen“ verfolgen, ihnen die Daumen auf dem Weg nach Rio drücken, freue mich aber auch darauf, „alte“ Mitkämpfer bei Sichtungen oder JVR, evtl. auch bei Deutschen Meisterschaften wieder zu sehen.

Allen Freunden des Flintenschießens herzliche Grüße!

Euer Wilhelm Metelmann

Ein toller Weltcup ist zu Ende

Ein toller Weltcup ist zu Ende

München, GER (Axel KrämerEin großes Dankeschön an die vielen fleißigen Helfer bei diesem riesigen Event in München. Natürlich im Besonderen an die Damen des DSB und der SFG in der Anmeldung, der Startgeldkassierung und sonstigem Service! Immer freundlich und zuvor kommend, auch wenn es manchmal echt schwer fällt!

20140612-01 WC-MunichAber nun zu unseren Schützen und deren Leistungen am heutigen zweiten Wettkampftag. Eigentlich schon abgeschlagen mit unseren Leistungen des ersten Tages, wollten wir trotzdem versuchen an unser wirkliches Leistungsvermögen anzuknüpfen. Hubert Stasiak mit der Bürde von 48 Treffern des ersten Tages und damit im Anschlußbereich liegend müsste heute 75 voll schießen um seine Chance auf eine Semifinalteilnahme zu halten. Mit dieser Belastung in den Wettkampf zu gehen ist schon nicht einfach und erfordert Erfahrungen. Hubert gab sein Bestes und legte heute 69 Treffer nach, das ergab dann 117 Treffer und Platz 59. Frank Cordesmeyer steigerte sich heute auf 71 Treffer und somit ebenfalls insgesamt  117 Treffer und Platz 56. Sven konnte an seine guten Leistungen nicht anknüpfen – 115 Treffer und Platz 79! Unsere Junioren MQS Starter kamen auf Tilo Fritze – 113 Treffer und Felix Haase auf 112 Treffer.

Eine nüchterne Bilanz, fehlen uns doch einige Scheiben zum Finaleingang (6 Scheiben).

Wie wichtig diese Wettkämpfe für unsere Schützen sind, zeigte sich zum Beispiel bei Felix Haase.In der zweiten Runde des ersten Tages – 20 – fühlte er sich wie ein „Anfänger“. Er hatte keinen Bezug zur Scheibe und er wusste einfach nicht was er tat! Das ist eine typische Wettkampf Begleiterscheinung junger Schützen. Mit den Jahren reift man und kann mit solchen Situationen umgehen! Das bestärkte mich in meiner Entscheidung – Nachwuchsschützen die Möglichkeit eines MQS Platzes einzuräumen. Die gesammelten Erfahrungen sind „Gold“ wert! In der Summe siegte Sychra/ CZE vor einem Chinesen Jin und dem Österreicher Kuntschik. Die Finaleingangsleistung von 123 Treffern entsprach den sehr guten Bedingungen hier in München!

Im Moment trennen uns noch Welten zur Finaleingangsleistung, diese müssen wir aber erbringen, wenn wir im September um Quotenplätze in Granada / ESP kämpfen wollen. In diesen Regionen muss unser Anspruchsniveau liegen und ich muss diese Leistung wenigsten schon einmal erbracht haben!

Männer 123 – Frauen 72, Alles andere wäre nur ein schöner Traum! Hier geht es zu den Ergebnissen unserer Kaderschützen beim Weltcup…

Unsere Vorbereitung läuft, wir starten bereits am Sonntag in Richtung Ungarn – zu den Europameisterschaften 2014. Es geht also spannend weiter!

Nachtrag (fk-wurfscheibe) Einen ganz besonderen Dank gilt unseren Bundestrainer Uwe Möller und Axel Krämer sowie Assistenztrainer Frank Günther, die trotz anstrengenden Tagen und jede menge Arbeit, uns regelmäßig mit aktuellen Berichten für Euch versorgt haben. Nicht vergessen wollen wir unseren rasenden Bildreporter Peter Braß, der uns über die gesamten Tage des Weltcup mit aktuellen Bilder versorgt hat – sowie dem gesamten FK-Wurfscheiben Team!

20140612-03 WC-Munich  20140612-02 WC-Munich
(li. Uwe Möller und Axel Krämer – re. Peter Braß)