Entscheidung bei den Skeet Damen

Entscheidung bei den Skeet Damen

München, GER (Axel Krämer) Ich kann mich daran erinnern, dass wir nur einmal in Granada einen Wettkampf geschossen haben, der solche Dimensionen wie dieser WC hier in München aufwies. Normalerweise könnten wir für die Flintendisziplinen den Zusatz „Schießmaraton“ verwenden. Von  09:00 Uhr am Morgen bis 20:45 Uhr am Abend wurde ohne Unterbrechung geschossen, um dieses gewaltige Starterfeld durch zu bringen! Das ganze bei bis zu 37 Grad und blauem Himmel. Der Veranstalter hatte schon Bedenken, denn die zuständige Behörde hat für diesen WC nur eine Schießgenehmigung bis 20:00 Uhr erteilt. Egal ob da 90 Nationen mit 500 Sportlern am Start stehen – pünktlich um 20:00 Uhr wird der Strom abgeschaltet. Das sind für einen Weltcup keine Zustände, denn kein Ausländer würde diese eventuelle Abschaltung verstehen! Aber es ging auch dieses Mal wieder alles Gut und der 1. Wettkampftag unserer Skeeter verlief ohne Probleme.

Da Ihr die Ergebnisse bestimmt schon aus dem Netz gezogen habt, wie gewohnt hier an dieser Stelle nur unsere „kleine interne“ Einschätzung!

20140611-02 WC-MunichHier die Platzierungen…

  1.  RHODE, Kimberly  USA 
  2. DROZD, Brandy  USA 
  3.   DUNN, Haley  USA
    …   
  21. WENZEL, Christine 69
  25. HAUFF, Vanessa 68
  36. MESSERSCHMIDT, Nadine 65
       
    MQS – STARTER  
    WIESELHUBER, Katrin  62
    KURZER, Franziska 58

Der Finaleingang lag bei 72 Scheiben! Unsere nüchterne Bilanz im Skeetlager…

20140611-03 WC-MunichChristine lag bis zur letzten Runde noch in Finalnähe. Mit einer 24iger Runde hätte sie sich für das Shoot off um das Finale qualifiziert! Leider dann schon der erste Fehler auf Stand 2, schlechte Sicht am Abend und etwas zu schnell angenommen und schon ist der Fehler da! Und nun mit aller Gewalt keinen Fehler mehr machen! Mit der 6 Niederhausscheibe war dann der Zug abgefahren. Das ganze Problem lag nicht in der Zeit der Wettkampfrunde, sondern in der Bewältigung der großen Pausen zwischen den Runden. Selbstkritisch müssen wir uns eingestehen, dass im Moment nur Christine bei unseren Damen in die Bereiche der Finalanschlussleistung vordringen kann. Vanessa kämpft um den Anschluss und ist nicht weit entfernt, zumal sie den Wettkampf mit einer optimalen 25iger Serie begann! Unsere Medaillengewinnerin der EM von Suhl – Nadine Messerschmidt – schoss mit 65 Scheiben eine solide Leistung, die natürlich in der kommenden Zeit zu steigern ist!

Christine schoss ihre erste Runde um 10:00 Uhr, die Zweite um 13:30 Uhr und die letzte Runde um 18:30 Uhr. Ein Wahnsinns Maraton für unsere Schützen. Natürlich standen wir Trainer (Jürgen Raabe und ich) auch die ganze Zeit auf dem Schießstand – und zwar von 09:00 – 20:45 Uhr! Aber unser emsiger Leistungsdiagnostiker – E. Nixdorf – war von uns am längsten auf den Beinen. Er hatte Kameras auf den Ständen A und E fest stationiert, die nach einem ausgeklügelten Zeitplan aktiviert und wieder ausgeschaltet werden mussten. Auf Stand C filmte er selbst mit einer Video Kamera. Wir versprechen uns wesentliche Impulse für die weitere technische Trainingsarbeit!

Bei den Männern wurden heute nur 50 Scheiben beschossen. 11 x 50 VOLL, 16×49 lassen auf eine Finaleingangsleistung von 122 (Shoot off) rechnen. Hubert Stasiak mit 48 und Sven Korte mit 47 besitzen noch eine Minimalchance! Mit 46 Scheiben ist man in diesem Weltklassefeld schon abgeschrieben! Auch damit müssen wir in Zukunft umgehen können, unser Leistungsanspruch muss weiter erhöht werden. Unsere Schützen sollen das Finale erreichen (wir kämpfen um Quotenplätze), dazu müssen sie 122 Treffer erzielen. Also müssen sie diese Leistung schon einmal national nachgewiesen haben. Bei den Frauen verhält es sich ähnlich, da sind es 72 Treffer. In diesen Bereichen sollte unser Anspruchsniveau und unsere Leistungsfähigkeit liegen! Morgen geht es weiter und unsere Männer kämpfen!

Trainingstag der Skeeter in München

Trainingstag der Skeeter in München

München, GER (Axel Krämer) Gestern der Skeet Trainingstag – oder PET (Pre Event Training) der Skeetschützen! Ein Wahnsinn’s Starterfeld hier in München beim WorldCup – 70 Nationen, 490 Sportler alleine im Flintenlager (220 Trap, 61 Doppeltrap und 200 Skeet – Schützen) – und trotzdem nicht soviel los wie bei einer Deutschen Meisterschaft! Parkplätze ohne Freifahrtschein, und das in München, ein Traum vieler Schützen!

20140610-01 WC-MunichTrainingsstart war 09:00 Uhr bei geschätzten 30 Grad, die letzte Runde gegen 20:00 Uhr – bei immer noch 32 Grad! Für die Sportler schon eine Tortour. 3 Runden in einem Abstand von bis zu 5 Stunden. Da hieß es sich fit zuhalten, wach zu bleiben und sich immer wieder zu motivieren. Unsere Referees standen den ganzen Tag in der prallen Sonne – Hut ab und ein Dankeschön vom Deutschen Team an die vielen fleißigen Helfer. Auch an das Ehepaar Tüllmann, die stundenlang die Maschinen füllten. Christine schoss nur zwei Runden, sie war mit dem Ergebnis zufrieden und wollte Kraft für den morgigen Wettkampf sparen! Alle Anderen nutzten die 3 Trainingsrunden zur Standgewöhnung.

Mein AT Jürgen Raabe begleitet mich täglich auf dem Weg zu unserem Freund aus Dubai (er ist verantwortlich für die Versorgung des Scheiches Al Maktoum) um dort Tee zu trinken. Das ist schon zu einer richtigen Zeremonie geworden. Wir bekommen diesen zuckersüßen Tee mit Kamelmilch weltweit schon seit Jahren gereicht! Nebenbei packt er uns – unauffällig – mehrere Sandwiches für unsere Sportler ein. Diese kommen direkt aus dem Steigenberger Hotel und sind in erster Linie für Sheik Saeed al Maktoum gedacht! Aber unsere Sportler sind dadurch gut versorgt.

20140610-02 WC-MunichBei diesen, man kann schon sagen, extremen Bedingungen müssen unsere Sportler ausreichend Flüssigkeit zuführen. 4-5 Liter sind ein „MUSS“! Das Thermometer schaffte es heute wieder auf 37 Grad und das soll auch morgen so sein! Laut Prognose erwarten wir Blitz und Donner.

Nun ist unser Team komplett, unser Psycholge Roland Kant und auch unser Leistungsdiagnostiker E. Nixdorf sind heute dazu gestoßen. Aber erst einmal erwarten wir spannende Wettkämpfe hier in München. Wie schlagen sich unsere Damen und wie können unsere Juniorinnen Wieslhuber und Kurzer mit dieser Nervenanspannung umgehen?

Der Doppeltraptag in München

Der Doppeltraptag in München

München, GER (Uwe Möller) Tja, liebe Freunde des Wurfscheibenschiessens und verehrte Leser unserer Förderkreisseite – das Leben kann manchmal so unendlich besch… sein! So wie heute bei der Entscheidung im Doppeltrap. Andy Löw hat heute das Quäntchen Glück (sprich: eine Scheibe) zum Einzug ins Finale bei einem hochkarätigen Doppeltrap-Wettkampf gefehlt. Wirklich sehr schade!

20140609-01 WC-MunichMit einem Endresultat von 145 Scheiben fehlte ein Treffer. Das heute sehr hoch geschossen werden würde, war uns von Anfang an klar. Aber das die Ergebnisse diese Höhen erreichen, das war wirklich der Hammer.
Andy begann mit zweimal 29, dann folgte eine 30er Runde. In der vierten Runde dann 28 Treffer, auf anderen Wettkämpfen nicht schlecht, hier in München aber zu wenig. Mit einer „Vollen“ in der letzten Runde wäre der Finaleinzug möglich gewesen. Doch dann Mitte der letzten Runde der alles entscheidende Fehler. Damit war das Finale dahin. Trotzdem eine Superleistung ! Andy – das klappt dieses Jahr noch, da sind wir uns sicher! Als Trost – mit dem achten Platz bist Du nun Mitglied im Top Team Rio!

Goldi begann ebenfalls sehr stark mit einer 30er Runde, dann folgte leider eine 25, damit waren die Hoffnungen auf einen Finaleinzug schon dahin. Er kämpfte aber trotzdem weiter und erreichte schließlich ein Resultat von 142 Scheiben und Platz 15, zum ersten Mal seit 2007 wieder ein internationaler Wettkampf über 140! Die Leistungskurve zeigt nach oben, nächste Woche in Ungarn zur EM wird neu angegriffen! Einen rabenschwarzen Tag erwischte Waldi mit 128 Treffern und Platz 48. Wenn man sich die Trainingsergebnisse von gestern zu Gemüte führt, dann haben Andi und Goldi ihre Leistungen in den Wettkampf (fast) rübergebracht. Andy hatte nämlich gestern 148(!) und Goldi 144. Bei Waldi lief es im Training mit 141 Treffern auch nicht so schlecht, allerdings gibt es momentan Probleme mit der Umsetzung der Trainingsleistung im Wettkampf. 

20140609-02 WC-MunichSieger wurde der Slowake Olejnik, den wohl im Vorfeld niemand so richtig auf der Rechnung hatte. Platz zwei ging an Eller, Platz drei belegte Holguin (beide USA). So, nun geht der Weltcup morgen mit dem offiziellen Training Skeet weiter. Bei den Trap-Schützen beginnt am Freitag in Suhl die Vorbereitung auf die EM , am Sonntag dann schon die Abreise nach Ungarn. Es geht also Schlag auf Schlag! Übrigens habe ich jetzt hier zum Weltcup meinen Internetfreund Wolfgang Lamée mal persönlich und „in echt“ kennengelernt. Ich glaube, wir werden gemeinsam noch viel Spaß und Freude auf der Förderkreisseite haben, denn er ist einer der Administratoren und Gestalter des neuen Outfits unserer Webseite. Ab morgen berichtet Axel vom Skeet, ich drücke ihm und vor allen seinen Sportlern die Daumen!

 

Im Land der Grillhenderl

Im Land der Grillhenderl

München, GER (Frank GüntherIm wahrsten Sinne des Wortes gegrillt wurden heute unsere Doppeltraper. Des einen Freud ist des anderen Leid. Für unsere Freunde aus den Arabischen Emiraten ist es natürlich ein Genuss, unter diesen Bedingungen zu schießen. Das bestätigt uns der Bodyguard von Scheich Saeed Al Maktum, der heute, wie viele andere Skeetschützen, anreiste.

20140608-02 WC-MunichFür unsere Schützen ist die Hitze eine besondere Belastung. Gefragt ist da natürlich Vernunft und Cleverness im Verhalten vor, während und zwischen den einzelnen Runden. Vor 14 Tagen noch bei 3° plus und Dauerregen in Suhl, nun das andere Extrem. Bei 29° im Schatten und bestimmt 34° in der Sonne wurde heute das offizielle Training der Doppeltraper durchgeführt. Gepuscht von den guten Ergebnissen unserer Trapschützen hat unsere Doppeltrap-Troika heute ein hervorragendes offizielles Training absolviert. Schwindelerregende Ergebnisse wurden trotz der nicht einfachen Bedingungen geschossen. Wir haben den Schützen frei gestellt, eventuell auf die eine oder andere Serie zu verzichten. Denn es lief bei allen drei Schützen sehr gut und wir als Trainer wollten die körperliche Belastung, die bei solch einer Hitze nun einmal entsteht, so gering wie möglich halten. Alle drei Schützen haben sich dafür ausgesprochen, die volle Anzahl der Serien zu schießen, um den morgigen Wettkampftag von Verhalten her zu simulieren, denn die Temperaturen werden noch mehr steigen und am Nachmittag ihren Höhepunkt finden.

Das haben sie gut gemacht, Kompliment dafür. Der größte Feind wird morgen die durch Hitze entstehende Müdigkeit und die damit verbundene Unaufmerksamkeit sein. Es wird mit Sicherheit auch im Doppeltrap sehr hoch geschossen werden. Jedes durch die hohen Temperaturen entstehende physische oder psychische Schwächeln wird morgen mit einem Fehler bestraft werden. Es ist Geschick im Umgang mit sich selbst gefragt, wie man sich während der Serie frisch, fit und munter hält. Drücken wir unseren Jungs die Daumen. Wenn sie nur annährend die Ergebnisse von heute erreichen, haben wir gute Chancen.
Morgen 09:00 Uhr wird Goldi der erste sein, der in die Kampfarena muss. Das Schöne an Doppeltrap ist, dass der Wettkampf schnell vorbei ist und man nicht so lange auf die Entscheidung warten muss.
Hoffen wir, dass diese zu unseren Gunsten ausfällt.

20140608-01 WC-MunichMit Axel Krämer beginnend, trafen am Nachmittag unsere Skeetschützen im Deutschen Lager ein. Sie werden heute nur einen kleinen Umfang an Trainingsscheiben schießen, quasi zum rein schnuppern. Denn auf Grund der hohen Teilnehmerzahl ist das inoffizielle Training limitiert und es gibt auch für die deutschen Starter keine Ausnahme. Bis zum Abend werden dann alle Skeeter da sein.
„Immer auf der Hut sein“- dieses Motto war heute den ganzen Tag gefragt. Unser deutsches Lager musste sich einigen Angriffen erwehren. Es wurde wie so oft versucht, sich mal unsere Tische und Bänke „auszuborgen“. Diesen Attacken konnten wir Einhalt gebieten und wir haben das Hauptquartier der deutschen Flintenschützen erfolgreich verteidigt. Alle Tische und Bänke sind bei uns geblieben, aber es mahnt zur Wachsamkeit.
Axel sagte: „Ich hätte meine große Kette mitbringen sollen.“
Jede Nation ist natürlich bemüht, den Athleten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Wenn wir im Ausland sind, müssen auch wir uns Tische und Bänke „organisieren“. Meistens ist es von Erfolg gekrönt, wenn der morgendliche Run auf Tische und Bänke beginnt. Denn der Einfallsreichtum ist manchmal unerschöpflich. Und die Deutschen waren schon immer „Organisationstalente“.
In diesem Sinne harren wir auf die Dinge die Morgen auf uns zukommen und hoffen das Beste.

Entscheidung bei den Trap Männer

Entscheidung bei den Trap Männer

München, GER (Uwe Möller) Gestern haben wir in München wohl historisches erlebt. Alle sind noch ganz baff über die hier gezeigten Leistungen, die in dieser Höhe und von so vielen Athleten erreicht wurden! Das ist nach meinem Erkenntnisstand bis jetzt einmalig! Um sicher ins Finale zu kommen, reichten 124 Treffer (also nur ein Fehler in der Qualifikation!!) nicht aus! 7 Schützen gingen dann ins Shot off um 6 Plätze fürs Finale. 

20140607-01 WC-MunichAls erster musste Michael Diamond ran, Fehler! Alle anderen 6 nach ihm trafen, so dass die Sache entschieden war. (Übrigens habe ich gegen Michael Diamond auch mal ein Shot off um den Finaleinzug verloren, das war beim WC in Suhl 1996, damals hatte ich aber „nur“ 123 Treffer.) 123 hatten heute 10 Sportler, dann folgten 13 mit 122 Treffern. Darunter erfreulicherweise auch unser Paul, der damit seine persönliche Bestleistung wieder um eine Scheibe steigern konnte – das beim Weltcup – Glückwunsch und Respekt vor dieser Leistung! Die zweite Serie heute mit 23 kostete ihm ein noch besseres Resultat, verbunden mit einer Platzierung unter den Top Ten. Seine dritte Serie mit einer “Vollen“ wird er sicher auch nie vergessen, da alle anderen auch 25 Treffer hatten. 6 Volle in einer Runde – Wahnsinn. Als ich für Paul nach seiner zweiten Runde Seitenrichter machte, erlebte ich etwas, das war für diesen Wettkampf völlig außergewöhnlich – nämlich mal einen Durchgang, in dem niemand voll schoss! So was soll‘s auch geben!! Stefan mit 119 Treffern auf Platz 68, Steve wurde mit 114 Scheiben auf Platz 110 notiert. Die Ergebnisse zeigen knallhart unseren derzeitigen Leistungsstand im Weltvergleich an. Jede Scheibe muss mit voller Konzentration und Konsequenz erarbeitet werden, zwei Fehler im gesamten Wettkampf sind schon einer zu viel – jedenfalls hier in München. Das sich die Ergebnisshöhe bei den nächsten Wettkämpfen sicher wieder etwas relativieren wird, steht für mich außer Frage.

20140607-02 WC-MunichHier in München war die Summe der Bedingungen einfach absolut ideal. Würde das nun bei jedem Wettkampf so sein, bestünde ganz rasch die Gefahr von neuen Regeländerungen, um die Sache dann wieder spannender zu machen. Trotzdem eine absolute Werbung für München mit seinem tollen Schießstand. Sehr viel Freude machten uns die Junioren, die in der MQS-Wertung starteten. Beide mit neuer persönlicher Bestleistung! Luca wurde hier mit 119 Scheiben 8., während Philipp einen Treffer dahinter mit 118 auf Platz 10 einkam. Schade, das Luca die vorletzte Scheibe ziehen lassen musste, sonst hätte er schon mal die psychologisch wichtige Hürde von 120 geknackt. Beide sind auf einem guten Weg und machen den „Alten“ im deutschen Team langsam ordentlich Dampf!

Sieger wurde der Spanier Bailon vor dem Italiener Fabrizi, Bronze ging an Aldeehani aus Kuweit.
Die Ergebnisse wie gewohnt auf der Förderkreis- bzw. ISSF-Seite.
Heute dann offizielles Wettkampftraining Doppeltrap, unsere drei Sportler sind heute angereist, zusammen mit Assistenztrainer Frank Günther.