von Wolfgang Lamée | 19.05.14 | News
Almaty, KAZ (Axel Krämer) Ich habe selten einen so gut organisierten Weltcup erlebt wie hier in Almaty. Und wenn ich zurück denke, dann sind es doch schon einige Jahre – so an die 40! Freundliche und hilfsbereite Helfer an jeder Ecke, eine Technik auf dem Stand, die begeistert. Franz Hudak hat hier wirklich gute Arbeit geleistet. Die Wurfscheiben brechen gut (wenn man denn drauf ist), die Referees hatten eine Schulung zu den aktuellen Regeländerungen. Sponsoren schütten Sonderpreise aus – man merkt: hier soll die ISSF überzeugt werden! Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ausrichter auch einmal eine Weltmeisterschaft hier haben wollen. Ihre Arbeit hier vor Ort ist jetzt schon weltmeisterlich!
Nun aber zu den Leistungen unserer Jungs! Ralf mit 48 Treffern des Vortages eigentlich noch aussichtsreich im Rennen traf in der 3. Und 4. Runde „nur“ lediglich 23 Scheiben. Mit einer „Vollen“ in der letzten Runde der versöhnliche Abschluss = 119 Treffer und Platz 15.
Frank schoss sich mit zwei 24iger Runden an die Spitze heran! Leider nur 22 in der letzten Runde= 117 und Platz 35. Unsere nüchterne Bilanz, es fehlen uns ganze 3 bzw. 5 Scheiben zum Finaleinzug! Das ist unser momentaner Stand und dieser ist nicht zufrieden stellend. Nun folgen die Analysen, um im Training den Defizit zur Weltspitze auszugleichen. Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, denn in der kommenden Woche steht schon der IWK Junioren bzw. der Shotgun Cup in Suhl auf dem Programm.
Wir konnten hier die Umsetzung der neuen Regeln live erleben. So wird die Reihenfolge im Semifinale ausgelost. Die vergebenen BIB Nummern bestimmen dann die Reihenfolge in den Medal Matches und den Shoot offs. In der Bekleidungskontrolle wird z.B. bei Skeet der gelbe Streifen nicht mehr kontrolliert, die Jury ermittelt während des Wettkampfes „kritische Sportler“ und bestellt diese zur weiteren Kontrolle. Frank Cordesmeyer wurde ausgewählt, ich konnte nur verhindern, dass er nicht während der laufenden Serie angesprochen wurde. Allerdings mussten wir dann zur Jury. Dort wurde festgestellt, dass er wahrscheinlich gewachsen ist (in der Breite) und damit der Strich nicht mehr stimmt. Also abtrennen und neu annähen! Hat Frank alles in die Reihe bekommen!
Uns war schon gestern klar, dass mindestens 122 Scheiben für den Finaleinzug getroffen werden müssen. Und so war es auch – ohne Stechen kam man mit 122 Scheiben in das Semifinale. Eine tolle Kulisse und ein tolles Wetter. Die Ergebnisse sind ja ausreichend bekannt – 1. Platz Fillipelli / ITA – Platz 2 Brovold / NOR und auf dem 3. Platz Yechenko / KAZ!
Der glücklichste Schütze des Tages allerdings, war Svenson aus Schweden. Mit 124 Treffern stellte er den aktuellen Weltrekord ein, der ja auch von Ralf Buchheim mit gehalten wird! Damit gewann er einen Jeep im Wert von 50.000 Dollar. Das Auto wollte er nicht unbedingt nach Schweden überführen – er nahm das Geld!
Übrigens bekam unsere Christine bei der Siegerehrung die falsche Medaille. Nun hat der Kasache auf Platz 3 Christines Medaille bekommen – ein Wirrwarr! Ich nehme die Männermedaille des Kasachen mit nach Suhl, Tino muss Christines falsche Medaille mit zum IWK nach Suhl bringen, dann wird getauscht, und von dort nehmen die Junioren Kasachen diese mit nach Almaty.
Unser Doppeltrapper Michael Goldbrunner hat heute seine Trainingsrunden gedreht. Morgen noch das offizielle Training und dann der Wettkampf. Es geht hier Schlag auf Schlag!
Ich möchte mich für eventuelle orthografische Fehler schon im Vorfeld entschuldigen!
Viele Grüße in die Heimat!
von Wolfgang Lamée | 19.05.14 | News
Almaty, KAZ (Axel Krämer) Ein toller Tag für das Deutsche Team! Es ging schon in der Nacht gut los, denn unser einziger Doppeltraper ist gut hier in Almaty gelandet. Goldi ist von München nach Frankfurt, von Frankfurt nach Astana (die neue Hauptstadt von Kazachstan) und von dort direkt nach Almaty geflogen, aber er ist groß genug, um diese etwas umständliche Reise zu verkraften.
Unser erster Wettkampftag und die Männer mussten als Erste ran, Ralf mit 24 und Frank mit 23, sie waren Beide nicht so recht zufrieden. Wieder blauer Himmel, leichter Wind bei gefühlten 28 Grad. Christine dagegen setzte mit einer 25iger Runde ihre „Duftmarke“ – ein Achtungszeichen. Sie schoss sehr konzentriert und entschlossen. Wir hatten uns vor der ersten Runde auf eine Patronenkombination geeinigt, denn die Doubletten auf Stand 4 waren nicht ohne! Dann wieder Ralf mit einer 24iger Runde und Frank konnte sich steigern und zog ebenfalls mit 24 nach. Übrigens hat hier der Veranstalter Prämien ausgesetzt, wer den Weltrekord einstellt, bekommt einen nagelneuen Range Rover, wer den kontinentalen Rekord einstellt bekommt einen Ford Mondeo!
Christine hoch motiviert in der zweiten Runde, vielleicht etwas zu genau gearbeitet – 23! Mit 48 Scheiben liegt man bei den Damen eigentlich immer gut im Rennen und trotzdem musste noch eine ordentliche Runde folgen. Sutiya aus Thailand mit 50voll in Front! Mit einer tollen letzten Runde (24) sicherte sich Christine den Finaleinzug! Sutiya schoß 23, stellte damit den asiatischen Rekord neu auf und gewann das Auto!!! Natürlich kann sie nicht nach hause fahren, also ließ sie sich auszahlen – 25.000 Dollar auf die Hand! Ein toller Wettkampf.
Und nun wurde es spannend, das Semifinale – Rhode schoss voll, damit gesetzt für das Goldmedal Match, Christine und Cainero je ein Fehler. Also Shoot off um Gold oder Bronze. Beide Schützinnen schossen einen Fehler auf Stand 3, dann schoss Christine die 18. Scheibe vorbei und war damit raus aus dem Goldmedal Match. Für Christine ging es sofort weiter, das Bronze Medalmatch gegen Spada – ITA. Christine schoß 16voll und sicherte sich souverän den 3. Platz! Eine ganz tolle Leistung bei ihrem ersten internationalen Einsatz. Es ist nicht nur der 3. Platz, denn Christine qualifizierte sich damit bereits im Vorfeld für die Europameisterschaften in Ungarn.
Ein toller Auftakt hier in Almaty! Goldi hat seine ersten Trainingsrunden gedreht, die Skeeter müssen Morgen die Backen zusammen kneifen, es stehen 75 Wettkampfscheiben auf dem Programm und unsere Christine ist mittlerweile schon wieder auf dem Rückflug nach Deutschland!
Am Rande! Seit Tagen liegt auf der Wiese ein Mutterkamel mit ihrem Jungen, dieses Kamel wird täglich gemolken und liefert die Milch für unseren Scheich aus Dubai. Uwe und ich bekommen täglich unseren Tee gereicht, mit dieser „Muttermilch“!
Viele Grüße nach Deutschland!
von Wolfgang Lamée | 18.05.14 | News
Almaty, KAZ (Uwe Möller) Es ist jetzt 22.00 Uhr Ortszeit hier in Almaty, eben sind wir von der Eröffnungsfeier zurückgekommen. Insgesamt ein sehr schöner und aufregender Tag heute. Das Wettkampftraining bei strahlendem Sonnenschein und sehr guter Sicht. Und unsere 3 Skeeter am Ende mit einem guten Gefühl für den morgigen Wettkampf. Konzentrierte Arbeitsweise, saubere Annahme der Scheibe, Einstellen auf die Standbedingungen, dann kommen auch die Treffer! Für morgen die Daumen drücken!
Der Stand ist in einem sehr guten Zustand, die Technik funktioniert, dass Umfeld stimmt, bis jetzt haben unsere kasachischen Freunde hier tolle Arbeit geleistet. Hier wird rings um die Anlage viel geboten, man merkt den Organisatoren an, dass sie alles tun, damit sich die große Familie der Wurfscheibenschützen wohl fühlt. Und man ist stolz darauf, so ein Event erstmalig austragen zu dürfen. Übrigens ist ja hier die Jagd mit Adlern historisch schon sehr alt, Axel und ich durften heute jeder mal einen Steinadler auf dem Arm tragen. Ich weiß jetzt, warum der so heißt, der Kamerad ist nämlich auch schwer wie ein Stein. Und riesige Krallen sowie einen Schnabel, den kann man als Dosenöffner für Benzintonnen nehmen! Tolles Erlebnis am Rande!
Unter den Schützen und Trainer ist die Stimmung gut, man hilft sich gegenseitig. Der russische Doc hat heute ganz unbürokratisch und schnell unserer Christine eine Blockade im Rückenbereich gelöst, das ist Freundschaft in Aktion! Abends dann noch die Eröffnungsveranstaltung (zugegeben, der Beginn mit einer Stunde Verspätung), einfach hammermäßig! Ein super Buffet, tolle Getränke- für das leibliche Wohl aller war bestens gesorgt. Die Präsentation der teilnehmenden Nationen mit tanzenden Fahnenträgern und die kurze Vorstellung jedes Landes auf einer riesigen Videoleinwand, die Bühnentechnik (fast) wie beim Stones-Konzert!- da bekam man wirklich Gänsehaut. Reiterinnen in historischen Gewändern, wilde Krieger auf dem Platz vor der Bühne und zum Schluss ein tolles Feuerwerk.
So, nun ist der Tag rum, ich werde heut sicher nicht mehr alt. Morgen früh um viertel vor sechs aufstehen (in Deutschland viertel vor zwei!!!), um 09.00 Uhr beginnt der Wettkampf.
von Wolfgang Lamée | 16.05.14 | News
Almaty, KAZ (Axel Krämer) Nun geht es auch in den Flintendisziplinen so richtig los – der erste WorrldCup der Saison in Kazachstan.Die bisherigen Wettkämpfe und Ausscheide fanden auf heimischen Terrain statt. Nun treffen wir am Fuße des Altai Gebirges das erste Mal auf die internationale Konkurrenz.
Wir befinden uns hier zwischen Kygisistan, Tajikistan und der Mongolei. Majestätisch tronen die schneebedeckten Gipfel des Altei Gebirges mit einer Höhe von über 4000 Metern über allen. Eigentlich erwarten wir erfahrungsgemäß auf diesen Reisen in den „Osten“ immer etwas Unvorhergesehenes, sei es Polizei, Zoll , Hotel… Doch dieses Mal verlief unsere Anreise so richtig unspektakulär, fast schon langweilig! Unser kleines Team (Christine, Frank, Ralf , Uwe und ich) traf sich auf dem Frankfurter Flughafen. Wir starteten pünktlich mit Lufthansa in Richtung Asien. Nach 6,5 Stunden landeten wir sicher in der ehemaligen Hauptstadt von Kazachstan – in Almaty!
Leider waren Franks Patronen nicht dabei und so belagerten wir den Lost & Found Stand der Lufthansa. In der Zwischenzeit übergaben unsere Schützen die Flinten an die Polizei, die diese dann auf den Schießstand brachten. Wir fuhren direkt in unser kleines, verstecktes Hotel. Ich glaube, dass es so gegen 2:00 Uhr war, als wir uns etwas Schlaf gönnten.
Pünktlich um 8:30 Uhr hieß es für die Trainer frühstücken und raus auf den Schießstand, um für die Schützen alles zu organisieren. Beim Frühstück trafen wir das russische Team und da es noch keine offiziellen Transporte gab, fragten wir kurzerhand, ob sie uns mitnehmen könnten. Der Bus war aber voll, also entschied der russische Verbandsarzt kurz entschlossen, dass zwei seiner Schützen anderweitig zum Stand kommen müssen – Uwe und Axel müssen mit!
Man fährt vom Hotel zum Stand eine knappe Stunde. Ein Abenteuer – die Fahrt auf den kazachischen Strassen. Wir erledigten alles wie gewohnt und gegen 11:30 trafen auch unsere Sportler ein. Wir konnten ganz locker drei Trainingsrunden schießen – die Patronenpreise sind allerdings ziemlich happig – 14,00 Euro die Schachtel. Nach dem Training dann wieder zurück in das Hotel, mit dem Taxi! Erst wollte uns der Fahrer am falschen Hotel absetzen, dann ging das Auto kaputt – so dauerte unsere Rücktour eben 2 Stunden – was soll‘s!
Morgen das offizielle Training und die Eröffnungsveranstaltung. Es wurde schon eine gewaltige Bühne aufgebaut! Die Hudak Technik funktionierte einwandfrei , die Schießstände sind in einem sehr guten Zustand.
von Wolfgang Lamée | 16.05.14 | News
Wiesbaden (dsb) Die Deutschen Meisterschaften 2014 im Wettbewerb Skeet werden nicht auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück ausgetragen, sondern finden auf der Anlage des Schießsportzentrums in Suhl statt. Das bisher schon veröffentliche Datum bleibt jedoch bestehen.
Grund für die Verlegung ist, dass zum Meldeschluss für den ISSF-Weltcup München 2014 so hohe Meldezahlen in den Trap- und Skeetwettbewerben vorlagen, dass die geplante und behördlicherseits genehmigte Kapazität der Schießanlage Garching-Hochbrück deutlich überschritten wurde.
Viele Nationen – wie der Deutsche Schützenbund auch – nutzen offensichtlich den Münchner Weltcup im Vorfeld der WM in Granada (Spanien) als nationalen Qualifikationswettkampf oder als WM-Test auf dem europäischen Kontinent.
Nach Abwägung aller Argumente und unter Berücksichtigung der Ausnahmesituation aufgrund der Meldelage zum Weltcup Flinte bittet die Sportleitung des Deutschen Schützenbundes um Verständnis, dass die DM-Wettbewerbe Skeet unter Beibehaltung des ursprünglich vorgesehen Zeitraums nach Suhl verlegt werden.
von Wolfgang Lamée | 14.05.14 | News
Berlin (Uwe Möller) Wir sind eine Outdoor-Sportart und da sind die äußeren Bedingungen manchmal alles andere als „erste Sahne“. So auch bei diesem Ranglisten-Wettkampf in den Disziplinen Trap und Skeet. Sturmartige Windböen, Regenschauer, einige technische Probleme mit den Maschinen (kann überall passieren!) und recht frische Temperaturen standen hohen Ergebnissen doch recht frontal im Weg, besonders die Skeeter können ein Lied davon singen! Hier setzt sich derjenige durch, der kämpft und sich mit den Bedingungen arrangiert. Wer mit den äußeren Umständen hadert, weil er gute Ergebnisse nur unter Laborbedingungen erreicht, hat schon verloren!
Kampfgeist, Durchsetzungsvermögen, Variabilität und eine ordentliche Portion Kaltschnäuzigkeit sind hier der Schlüssel zum Erfolg – aus diesen Zutaten werden Siegertypen gemacht! Wer am Ende eine Scheibe mehr hat als die anderen, der gewinnt! Die Ergebnishöhe wird unter den vorherrschenden Bedingungen zur Nebensache. Wer letztes Jahr in Lima zur WM dabei war, wird mir sicherlich zustimmen. Diese Ausführungen am Anfang widme ich hauptsächlich unseren erwachsenen, erfahrenen Schützen.
Bei den Kleinen kann man solche Eigenschaften sicher noch nicht so ausgeprägt erwarten, trotzdem zeichnen sich schon ein paar hoffnungsvolle Talente ab. In der Klasse Junioren B Skeet möchte ich Felix Meyer zu Bexten (WF) und Gerd Werner (NW) erwähnen, in der Disziplin Trap Johannes Kulzer (BY), David Kardaus (SC) und bei den Juniorinnen Bettina Valdorf (BR).
Unsere Almaty-Starter Christine Wenzel, Frank Cordesmeyer und Paul Pigorsch haben sich bei der ersten Rangliste durchgesetzt, Sonja Scheibl und Ralf Buchheim dicht dahinter. Besonders erfreulich war das Ergebnis unserer jungen Mutter Katrin Quooß, die am zweiten Tag mit 71 Treffern eine starke Leistung bot. Willkommen zurück! (Hier möchte ich ausnahmsweise mal mit einer Zahl agieren, hier die komplette Ergebnisliste).
Unser Wettkampfkalender nimmt jetzt ordentlich Fahrt auf. Am kommenden Wochenende die erste JVR in Wiesbaden, übernächste Woche der IWK Junioren/Shotgun-Cup in Suhl, gleichzeitig der 2. EM-Ausscheid. Und nicht zu vergessen – am Donnerstag der Abflug nach Almaty/KAZ zum Weltcup.
Daumen drücken – Berichte folgen!